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So rechnen wir: die Methodik des Kartenrechners

Kassensystemevergleich.deLetztes Update 17.09.2026

Unser Kartenrechner sagt dir, was Kartenzahlung dich pro Monat wirklich kostet. Nicht den beworbenen Prozentsatz, sondern die Summe aus Grundgebühr, Disagio, Transaktionsgebühren und anteiligem Gerätepreis. Auf dieser Seite steht, wie er das macht, welche Annahmen dahinterstecken und wo er an seine Grenzen kommt.

Wir schreiben das aus einem einfachen Grund auf: Ein Rechner, dessen Annahmen im Verborgenen liegen, ist ein Orakel. Du sollst nachvollziehen können, warum bei dir eine bestimmte Zahl steht.

Was du eingibst

Drei Angaben reichen, und alle drei kennst du aus deinem eigenen Geschäft.

Eingabe Was gemeint ist Vorgabe
Kartenumsatz pro Monat Nur der Teil, der über Karte läuft. Nicht dein Gesamtumsatz. 8.000 €
Durchschnittlicher Bon Der typische Betrag einer einzelnen Kartenzahlung. Er entscheidet, wie viele Transaktionen dein Umsatz ergibt. 35 €
Anteil girocard Wie viel deines Kartenumsatzes über girocard oder Debit läuft. Der Rest gilt als Kreditkarte. 70 %

Warum wir nach dem Kartenumsatz fragen und nicht nach dem Gesamtumsatz: Für die Gebühren spielt es keine Rolle, wie viel du bar einnimmst.

Im deutschen Handel liegt der girocard-Anteil typischerweise zwischen 60 und 80 Prozent. Wenn du deinen nicht kennst, lass die Vorgabe stehen und schau, wie stark sich das Ergebnis ändert, wenn du den Regler bewegst. Bei den meisten Tarifen ist der Unterschied kleiner, als man erwartet.

Wie gerechnet wird

Die Monatskosten setzen sich aus vier Teilen zusammen:

Posten Was hineinfließt
Grundgebühr Monatliche Fixkosten des Tarifs, dazu Standortpauschalen und Jahresgebühren, umgelegt auf den Monat
Disagio Der prozentuale Satz auf deinen Kartenumsatz, getrennt nach girocard und Kreditkarte
Transaktionsgebühren Feste Centbeträge je Zahlung, multipliziert mit der Anzahl der Transaktionen
Gerät Kaufpreis und Anschlussgebühr, verteilt auf den Betrachtungszeitraum. Mietgeräte stehen mit ihrer Monatsmiete in der Grundgebühr

Der Betrachtungszeitraum steht auf 24 Monaten und lässt sich unter „Feineinstellungen“ zwischen 12 und 60 Monaten verstellen. Er entscheidet nur darüber, über wie viele Monate einmalige Kosten verteilt werden. Ein Terminal für 240 Euro schlägt über 24 Monate mit 10 Euro monatlich zu Buche, über 60 Monate mit 4 Euro.

Mindestgebühren rechnen wir mit. Manche Tarife verlangen einen Mindestbetrag je Transaktion. Bei einem Bon von 5 Euro und einem Disagio von 0,9 Prozent wären das 4,5 Cent, die Mindestgebühr liegt aber vielleicht bei 8 Cent. Dann rechnen wir mit 8 Cent. Wo eine solche Untergrenze greift, sagt der Rechner es im Rechenweg der jeweiligen Karte.

Die Annahme, die wir treffen müssen

Eine Sache können wir nicht aus deinen Eingaben ableiten: wie sich dein Nicht-girocard-Umsatz aufteilt. Denn nicht jede Kreditkarte kostet gleich viel. Firmenkarten sind von der EU-Deckelung ausgenommen und deutlich teurer, Karten von außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums ebenfalls.

Unter „Feineinstellungen“ wählst du deshalb eine von drei Kundenstrukturen. Dahinter stehen diese Verteilungen:

Kundenstruktur normale Kreditkarte Firmenkarte außerhalb des EWR
Überwiegend Privatkunden 95 % 3 % 2 %
Viele Geschäftskunden 70 % 28 % 2 %
Viel Auslands- und Touristengeschäft 75 % 5 % 20 %

Das ist eine redaktionelle Setzung, keine Messung. Wir haben deinen Kartenmix nicht erhoben und können ihn nicht erheben. Die drei Profile sind Plausibilitätsannahmen für typische Betriebe. Sie verteilen ausschließlich den Nicht-girocard-Anteil und ändern nichts an dem girocard-Anteil, den du selbst eingestellt hast.

Wer die Zahl genau wissen will, findet sie auf seiner Abrechnung. Die meisten Acquirer weisen Firmenkarten- und Nicht-EWR-Aufschläge dort gesondert aus.

Wann „ab“ vor dem Preis steht

Zwei Aufschläge veröffentlichen längst nicht alle Anbieter: den für Firmenkarten und den für Karten von außerhalb des EWR. Wo uns die Angabe fehlt, können wir den Posten nicht einrechnen. Der Rechner unterschlägt ihn deshalb nicht einfach: Er schreibt „ab“ vor den Preis und sagt darunter, welche Angabe fehlt.

Ein Tarif mit „ab 47,55 €“ kann dich also mehr kosten. Wie viel mehr, hängt davon ab, wie viele solcher Karten bei dir über den Tresen gehen. Bei überwiegend privater Kundschaft ist der Effekt klein, bei vielen Geschäftskunden nicht.

Wir fragen diese Sätze bei den Anbietern nach. Sobald wir eine belastbare Auskunft haben, verschwindet das „ab“.

Was nicht im Monatspreis steht

Manche Kosten lassen sich nicht sinnvoll auf den Monat umlegen, weil niemand vorher weiß, ob und wie oft sie anfallen. Der Rechner blendet sie nicht aus, sondern führt sie getrennt unter jeder Karte auf:

  • Wenn du vorzeitig aussteigst. Restlaufzeitpauschalen, Gerätepreise bei nicht fristgerechter Rückgabe, Bearbeitungsgebühren.
  • Gebühren je Vorfall. Chargeback, Rücklastschrift, Ersatzgerät, Papierrechnung. Sie fallen nur an, wenn der Fall eintritt.
  • Sonderfälle. Alles, was sich nicht beziffern lässt, weil der Anbieter keinen Satz nennt, oder was an eine Bedingung geknüpft ist.

Ein Mindestumsatz gehört zu den Posten, die wir sehr wohl einrechnen: Wenn ein Tarif eine Jahresmindestgebühr vorsieht und dein Umsatz sie nicht erreicht, taucht die Differenz in den Monatskosten auf.

Was der Rechner nicht kann

Das solltest du wissen:

Er verhandelt nicht. Die Konditionen sind Listenpreise. Ab einem gewissen Volumen sind Disagio-Sätze verhandelbar, und zwar bei fast allen klassischen Acquirern. Der Rechner zeigt dir, wo du in die Verhandlung startest, nicht wo du landest.

Er kennt deine Kasse nicht. Ob ein Terminal an dein Kassensystem angebunden werden kann, steht nicht im Preis. Eine integrierte Lösung spart doppelte Tipparbeit und Abstimmungsaufwand, was in einem Kostenvergleich nicht auftaucht, im Alltag aber zählt.

Er zeigt nicht jeden Anbieter. In den Vergleich kommt nur, wessen Konditionen wir vollständig und belegt vorliegen haben. Anbieter, deren Preise wir nicht sauber erheben konnten, fehlen. Das ist kein Urteil über sie.

Woher die Zahlen kommen

Jeder Tarif steht in einer eigenen Akte mit Quelle und Prüfdatum. Quellen sind die Preislisten, AGB und Preis-Leistungs-Verzeichnisse der Anbieter, dazu schriftliche Auskünfte, wo öffentlich nichts steht. Was ein Anbieter uns nur mündlich sagt, kennzeichnen wir als solche Auskunft.

Wir prüfen jede Akte spätestens nach 90 Tagen erneut. Das Datum der letzten Prüfung steht in den Daten und wandert bei jeder Änderung mit. Zahlen, die älter sind, gehen nicht in den Rechner.

Ändert ein Anbieter seine Preise, ändern wir die Akte und nicht den Artikel. Der Rechner zieht die Zahlen von dort, damit nirgends zwei verschiedene Stände nebeneinander stehen.

Wie wir mit Partnern umgehen

Wir verdienen Geld, wenn über uns ein Vertrag zustande kommt. Das gilt für einen Teil der Anbieter im Rechner, nicht für alle. Das bedeutet für dich:

Bezahlte Plätze sind gekennzeichnet. Wo ein Anbieter für seine Position bezahlt, steht „Anzeige“ an der Karte. Ohne diese Kennzeichnung folgt die Reihenfolge einzig den echten Monatskosten für deine Eingaben.

Das Etikett „Günstigster Tarif“ ist nicht käuflich. Es sitzt immer am tatsächlichen Kostensieger, auch wenn über ihm eine Anzeige steht.

Wo wir keine Partnerschaft haben, verlinken wir den Anbieter nicht. Stattdessen führt der Knopf auf unseren eigenen Check, oder es gibt gar keinen. Der Tarif bleibt trotzdem im Vergleich stehen und wird genauso gerechnet wie jeder andere. Das ist uns wichtig: Ein Vergleich, aus dem die Anbieter ohne Provision verschwinden, ist kein Vergleich.

FAQ

Warum weicht das Ergebnis von meiner Abrechnung ab?

Am häufigsten liegt es an drei Dingen: Dein tatsächlicher girocard-Anteil weicht von der Einstellung ab, dein Durchschnittsbon ist ein anderer, oder du hast einen individuell verhandelten Satz. Der Rechner arbeitet mit Listenpreisen. Prüfe zuerst die drei Eingaben gegen deine letzte Abrechnung, dann passt das Bild meistens.

Sind Interchange und Scheme Fees eingerechnet?

Ja, aber nicht getrennt ausgewiesen. Bei einer Pauschalrate (Blended Rate) stecken beide bereits im Disagio-Satz, den der Anbieter nennt. Bei Interchange++-Tarifen weisen wir den Satz aus, den der Anbieter für die jeweilige Kartenart angibt. Eine Aufschlüsselung nach Interbankenentgelt, Netzwerkgebühr und Anbietermarge macht der Rechner nicht.

Warum steht bei manchen Tarifen „ab

Weil uns eine Angabe fehlt, die rechnerisch ins Gewicht fällt. Das sind fast immer die Aufschläge für Firmenkarten oder für Karten von außerhalb des EWR. Wir könnten schätzen, dann stünde eine erfundene Zahl in einem Vergleich. Stattdessen sagen wir, dass der Preis eine Untergrenze ist, und nennen den Grund.

Warum sehe ich denselben Anbieter mehrfach?

Siehst du nicht. Pro Anbieter, Produkt und Gerätetyp zeigt der Rechner nur den günstigsten Tarif für deine Eingaben. Was du siehst, sind verschiedene Geräte oder Vertragsarten desselben Anbieters. Bei einer anderen Umsatzhöhe kann sich das ändern, weil gestaffelte Tarife dann anders greifen.

Tarife, die deinem Gerätetyp oder deiner Laufzeitvorgabe nicht entsprechen, verschwinden nicht, sondern rutschen in einen zweiten Block. Dort stehen sie mit Preis und dem Grund, warum sie herausgefallen sind. So siehst du, was ein Kompromiss beim Gerätetyp oder bei der Vertragsbindung kosten würde.

Wie oft werden die Daten aktualisiert?

Jede Anbieter-Akte wird spätestens nach 90 Tagen erneut geprüft, viele häufiger. Preisänderungen, die uns dazwischen auffallen oder gemeldet werden, ziehen wir sofort nach. Wenn dir ein falscher Wert auffällt, schreib uns.

Fragen oder ein falscher Wert?

Wenn eine Zahl nicht stimmt, wollen wir das wissen. Schreib uns mit Anbieter, Tarif und wenn möglich einem Beleg, etwa einem Screenshot der Preisliste oder einer Abrechnungszeile. Wir prüfen das und ziehen die Akte nach.

Tipp: ETRON
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