Flatpay vs Speedy: Welcher Kartenterminal-Anbieter schlägt sich besser? (2026)
Von:
Christian Jansen
Letztes Update 5.05.2026
Du hast Flatpay auf dem Schirm, weil das Pricing simpel klingt: ein Prozentsatz pro Transaktion, kein monatlicher Fixpreis, fertig. Dann fällt dir auf, dass dein Stammgast mit der Amex-Platinum bezahlen will. Oder dass die 36 Monate Vertragslaufzeit doch ziemlich lang sind, wenn du gerade erst eröffnest.
Speedy aus Mannheim ist ein anderes Tier. Eine Android-Kassen-App von der mtMax GmbH, kombinierbar mit speedy pay als Kartenzahlungs-Modul. Mindestlaufzeit 2 Monate, danach monatlich kündbar. Klingt nüchtern. Für Gastronomen mit unsicherer Saison ist es oft der Punkt, an dem die Kaufentscheidung kippt.
Wir schauen uns an, für wen sich welcher Anbieter rechnet, wo Flatpay seine Stärken hat und wo Speedy übernimmt.
TL;DR: Flatpay vs Speedy auf einen Blick
Flatpay ist ein dänischer Kartenterminal-Vermittler. Anders als der Name vermuten lässt, verarbeitet Flatpay selbst keine Kartenzahlungen, sondern reicht den Acquiring-Vertrag an Drittpartner durch (AGB §6.1). Du bekommst ein PAX-Terminal zur Leihe und zahlst eine Flat-Rate auf jede Transaktion. Speedy ist eine deutsche Android-Kassensoftware aus Mannheim mit angeschlossenem Zahlungs-Modul speedy pay. Flatpay punktet bei Händlern mit hohem Karten-Umsatz, fester Theke und geringer Komplexität. Speedy passt, wenn du eine vollwertige Kasse plus Kartenzahlung aus einer Hand willst, kurze Vertragslaufzeiten brauchst oder American Express ein Thema ist (Amex bei Flatpay nicht akzeptiert, bei Speedy je nach Zahllösungspartner).
Warum dieser Vergleich? Drei Szenarien gegenübergestellt
Bevor wir in den Direktvergleich gehen, kurz Klartext zu den Produktlinien. Flatpay hat zwei: das Kartenterminal allein (Leih-Hardware, im Marketing dominant) und ein eigenes POS-Kassensystem (POS Premium und POS Basic, mit Lenovo-Tablet, Bondrucker und Kassenschublade aus der offiziellen Preisliste). Speedy ist eine Produktlinie: die Android-Kassensoftware der mtMax GmbH aus Mannheim mit angeflanschtem Zahlungs-Modul speedy pay.
Daraus ergeben sich drei realistische Vergleichs-Szenarien:
- Flatpay-Terminal allein vs Speedy-Komplett. Wenn du eine TSE-pflichtige Kasse ohnehin brauchst (gilt für fast alle Gastronomen in Deutschland), zahlst du bei Flatpay zweimal: das Terminal plus eine separate Kassen-Software für 30 bis 50 Euro pro Monat. Bei Speedy ist die Kasse schon dabei. Das ist der häufigste Such-Intent.
- Flatpay POS Basic / POS Premium vs Speedy. Beide sind All-in-One-Lösungen mit Tablet, Bondrucker, Kassenschublade und Karten-Modul. Hier vergleichst du Hardware-Bundle gegen Hardware-Bundle plus Vertragsdetails (Mindestumsatz, Bindungsfrist, Kündigungs-Pauschalen).
- „Flatpay vs Speedy“ ohne Kenntnis des POS. Wer in der Recherche steckt und das Flatpay-Kassensystem noch gar nicht kennt, sollte die Existenz beider Produktlinien erfahren, damit die Entscheidung informiert ist.
Dieser Artikel deckt primär Szenario 1 ab, weil das der dominante Suchintent ist. Szenario 2 (POS gegen POS) wird im Anbieter-Block weiter unten gespiegelt und in der FAQ separat aufgegriffen. Faustregel vorab: Hast du schon eine TSE-konforme Kasse, die du behalten willst, ist Flatpay als reine Terminal-Lösung interessant. Brauchst du beides aus einer Hand, sparst du dir mit Speedy einen zweiten Vertrag, einen zweiten Ansprechpartner und vor allem die zweite Mindestumsatz-Klausel.
Welcher Anbieter passt zu welchem Geschäftstyp?
Flatpay vs Speedy: Schnellentscheidung nach Profil
Die beiden Anbieter im Detail
Flatpay
Dänischer Kartenterminal-Vermittler mit Flat-Rate, Leih-Terminal, kein eigenes Acquiring
Konditionen im Überblick
Etablierte Händler mit dauerhaft über 2.000 Euro Karten-Umsatz pro Monat (sonst greift die 50 €-Strafgebühr), ohne Amex-Bedarf, mit eigener Kasse und Bereitschaft zum 36-Monats-Commitment.
Stärken: Terminal-Leihe ohne Hardware-Kosten, schnelles Onboarding, Flat-Rate-Pricing einfach kalkulierbar. Schwächen: 36-Monats-Sperrfrist (nur in den AGB, nicht auf der Webseite genannt), 2.000 € Mindestumsatz mit 50 €-Strafgebühr, kein American Express, kein Telefon-Payment (MOTO), keine Auszahlung über Flatpay (läuft über den Acquirer-Partner), 100-Prozent-Klausel verbietet Backup-Terminals.
Zweite Produktlinie, Flatpay POS: Flatpay bietet zusätzlich zum reinen Terminal ein eigenes Kassensystem in zwei Ausstattungen an. POS Basic (Lenovo-Tablet mit Thekenständer, Kassenschublade, Terminal mit Standfuß, Drucker; Listen-Ersatzpreis laut Preisliste 1.000 €) und POS Premium (POS-System inkl. Kassenschublade und Terminal mit Standfuß; Listen-Ersatzpreis 2.000 €, ohne Zusatzartikel 1.500 €). Auch hier gilt die Mindestumsatz-Klausel von 2.000 € pro Monat mit 50 € Strafgebühr bei Unterschreitung. Wer also direkt das Flatpay-POS gegen Speedy vergleichen möchte, vergleicht Hardware-Bundle gegen Hardware-Bundle plus dieselben AGB-Klauseln (36-Monats-Sperrfrist, jährliche Saisonkunden-Prüfung, 100-Prozent-Klausel). Im Marketing taucht das POS deutlich seltener auf als das Terminal, viele Interessenten kennen die Linie gar nicht.
speedy kasse
Android-Kassensoftware aus Mannheim mit Zahlungs-Modul speedy pay
ab 19,00 €Konditionen im Überblick
Gastro, Einzelhandel, Dienstleister, die eine vollwertige Kasse plus Kartenzahlung aus einer Hand brauchen, deutschsprachigen Support schätzen und kurze Vertragslaufzeiten oder Amex-Optionen wollen.
Stärken: Kasse + Karte aus einem Vertrag, 2 Monate Mindestlaufzeit, Hardware All-in-One (Kasse, Terminal, Bondrucker im PAX A920 Classic Plus), Support aus Mannheim. Schwächen: Karten-Konditionen abhängig vom Zahlungspartner, Pay-as-you-go für Kleinst-Akzeptanten unter 800 Euro nicht günstigster.
American Express: Hier wird Flatpay zum Showstopper
Flatpay akzeptiert keine American-Express-Karten. Auf der offiziellen Akzeptanz-Liste stehen Visa, Mastercard, Maestro, Girocard, Apple Pay und Google Pay. Amex fehlt schlicht.
Für viele Branchen ist das egal. Bäckerei, Imbiss, Friseur. Da bezahlt selten jemand mit Amex. Anders sieht es aus bei:
- Gehobener Gastronomie: Geschäftsessen werden überdurchschnittlich oft mit Amex Business Cards beglichen.
- Hotels und Pensionen: internationale Gäste, vor allem aus den USA und UK, zahlen häufig per Amex.
- B2B-Dienstleistern: Beratung, IT, Eventagentur. Firmen mit zentralem Zahlungs-Workflow nutzen oft Amex Corporate.
- Tourismus-Branchen: Stadtführungen, Bootsverleih, Souvenirläden in Touri-Hotspots.
Wenn du in einer dieser Kategorien bist und einen Gast wegen „Amex geht hier nicht“ verlierst, ist die Rechnung schnell gemacht. Ein abgesagtes Geschäftsessen mit Wein und vier Gängen kostet dich gerne mal 200 Euro Umsatz. Bei zwei solcher Fälle pro Monat sind das übers Jahr 4.800 Euro. Selbst wenn der Amex-fähige Anbieter etwas teurer wäre, hättest du den Wechsel mehrfach bezahlt.
Bei Speedy hängt die Amex-Akzeptanz vom konkreten Zahlungs-Partner ab, den du im Rahmen von speedy pay konfigurierst. Speedy selbst bewirbt Amex auf den Produktseiten nicht. Wenn Amex für dich Pflicht ist, frag das vor Vertragsabschluss explizit beim Speedy-Vertrieb ab. Die saubere Alternative für garantierte Amex-Akzeptanz sind klassische Acquirer wie PAYONE.
Vertrag und Mindestumsatz: Was Flatpay nicht laut sagt
Flatpay vermarktet sich als flexibel. Auf der Webseite stehen Begriffe wie „keine versteckten Gebühren“. Eine konkrete Vertragslaufzeit ist auf der Produktseite nicht zu finden. Den Vertrag mit der echten Bindungsfrist erfährt man erst, wenn man die AGB direkt aufsucht.
Die belastbaren Fakten aus dem AGB-Dokument (Stand 06.05.2025) und der offiziellen Preisliste:
- 36 Monate Kündigungssperrfrist (AGB §12.2): „Die Vereinbarung hat eine anfängliche Kündigungssperrfrist/Bindungsfrist von 36 Monaten ab Annahme des Angebots, während der die Vereinbarung nicht kündbar ist.“ Wer früher rauswill, ist im Vertragsbruch.
- Strafe bei vorzeitiger Kündigung (AGB §13.1.1): Flatpay kann eine Pauschale von 50 Euro pro Monat und Terminal für die verbleibenden Monate bis zum Ende der Sperrfrist verlangen, plus 100 Prozent des Listenpreises der Geräte (495 Euro pro Terminal-Austausch laut Preisliste), wenn diese nicht innerhalb von 10 Werktagen zurückgegeben werden.
- Mindestumsatz 2.000 Euro pro Monat (AGB §10.2.1, Preisliste): Wer in einem Monat unter 2.000 Euro Karten-Umsatz pro Terminal bleibt, zahlt zusätzlich 50 Euro Strafgebühr. Bei Saisonkunden wird das jährlich überprüft, das schützt also nicht vor der Klausel.
- Kündigungsfrist nach Sperrfrist (AGB §12.3): 1 Monat zum Monatsende. Aber erst nach Ablauf der 36 Monate.
- 100-Prozent-Kartenverarbeitung (AGB §13.1): Du musst alle Kartentransaktionen über das Flatpay-Terminal abwickeln. Ein Backup-Terminal eines anderen Anbieters parallel zu betreiben gilt als Vertragsbruch.
Konkretes Rechenbeispiel: Wer nach 12 Monaten kündigen will (24 Monate Restlaufzeit), zahlt nach §13.1.1 bis zu 24 × 50 Euro = 1.200 Euro Pauschale plus den Listenpreis des Terminals (495 Euro), falls die Rückgabe nicht binnen 10 Werktagen klappt. Das sind realistisch 1.200 bis 1.700 Euro Ausstiegskosten pro Terminal.
Speedy spielt in einer anderen Liga. Die mtMax GmbH wirbt offen mit Mindestlaufzeit 2 Monate ab dem BASIC-Tarif, danach monatlich kündbar. speedy KURZZEIT ist sogar 12 Tage Pauschal-Laufzeit für 12 Euro pro Gerät. Wenn dein Geschäft saisonal ist oder du noch nicht weißt, ob das System zu dir passt, sind 2 Monate Bindung gegen 36 Monate ein massiver Unterschied. Ein Eisdielen-Betreiber, der im November schließt, kann die Speedy-Kasse pausieren. Bei Flatpay zahlst du weiter, plus die 50-Euro-Strafgebühr für jeden Monat unter 2.000 Euro Umsatz.
Pricing im realistischen Szenario
Café mit hohem Karten-Anteil
Anbieter im Vergleich
Flatpay wirkt zunächst günstig, aber bei Speedy ist die Kasse schon dabei. Wer mit Flatpay arbeitet, braucht zusätzlich eine separate Kassen-Software für 30 bis 50 Euro pro Monat. Das kippt die Rechnung. Die Flat-Rate kippt komplett bei unter 2.000 Euro Karten-Umsatz pro Monat. Dann fällt die 50-Euro-Strafgebühr aus AGB §10.2.1 an, und Flatpay-Alternativen wie SumUp oder myPOS rechnen sich klar besser. Den direkten Vergleich gibt es in Flatpay vs SumUp.
Saisonale Eisdiele
Anbieter im Vergleich
Bei Flatpay greift die Mindestumsatz-Klausel aus AGB §10.2.1 selbst bei Saisonkunden, weil der Mindestumsatz „z. B. bei Saisonkunden jährlich überprüft“ wird. Eine Eisdiele, die im Winter zu hat, zahlt für die 6 Off-Season-Monate jeweils 50 Euro Strafgebühr, weil der Karten-Umsatz unter 2.000 Euro lag. Bei Speedy entfällt die Bindung komplett, das Modul wird einfach pausiert. Differenz über drei Saisons: rund 900 Euro Strafgebühr pro Terminal allein für die Off-Season-Klausel, plus die regulären Vertragskosten.
Hardware und Bedienung
Beide Anbieter setzen auf das gleiche Geräte-Modell, das PAX A920 oder eine A920-Variante. Das ist kein Zufall. Das A920 ist im europäischen Markt das Standard-Gerät für Android-basierte Zahlungs- und Kassen-Lösungen.
Bei Flatpay bekommst du das A920 Pro als reines Kartenterminal. Akku, mobile Nutzung, kontaktlos, Chip, Magnetstreifen. Funktioniert, sieht ordentlich aus, macht keine Probleme. Aber es bleibt ein Zahlungs-Gerät. Bestellungen, Tische, Personal-Abrechnung musst du anders abbilden.
Bei Speedy ist das A920 (in der Classic-Plus-Variante) ein All-in-One-Gerät. Kasse, Kartenterminal und Bondrucker in einem Gehäuse. Du nimmst die Bestellung auf, kassierst und druckst den Beleg auf demselben Gerät. Für mobile Gastronomie, Foodtrucks oder Service am Tisch ist das ein echter Vorteil. Spart Platz, spart Steckdosen, spart Kabelsalat.
Auszahlung und Liquidität
Flatpay zahlt meist innerhalb von ein bis drei Werktagen aus. Branchenüblich. Es gibt allerdings dokumentierte Einzelfälle auf Trustpilot, in denen Auszahlungen über 30.000 Euro mehr als 30 Tage gedauert haben. Nicht systematisch, aber dokumentiert. Wenn du regelmäßig größere Beträge erwartest, kläre vorab schriftlich, wie der Auszahlungs-Prozess konkret abläuft und welche Schwellen Compliance-Prüfungen auslösen.
Bei Speedy hängt die Auszahlung vom gewählten Zahlungs-Partner ab. Klassische Acquirer zahlen meist täglich oder wöchentlich aus, je nach Vertrag. Über die Konditionen kannst du verhandeln, sobald dein Umsatz stimmt.
Weitere AGB-Klauseln bei Flatpay, die du kennen solltest
Nicht alle Haken im Flatpay-Vertrag liegen in den 36 Monaten Sperrfrist und der Mindestumsatz-Klausel. Beim Lesen der AGB (Stand 06.05.2025) sind weitere Punkte aufgefallen, die im Marketing nicht vorkommen.
Beschwerdefrist von 8 Tagen (AGB §9)
Mängel an Geräten oder Service müssen „spätestens 8 Tage nach Entdeckung des Mangels/Defizits“ schriftlich gemeldet werden, sonst sind sie ausgeschlossen. Acht Tage sind im B2B-Bereich knapp. Wer im Trubel des Restaurantbetriebs eine Auszahlungs-Differenz erst zwei Wochen später bemerkt, hat keinen Rechtsanspruch mehr.
Pflicht zur 100-Prozent-Kartenverarbeitung (AGB §13.1)
Als Vertragsbruch gilt, wenn der Kunde „nicht alle Kartentransaktionen über die Geräte“ verarbeitet oder ein anderes Zahlungsgateway nutzt. Ein Backup-Terminal von SumUp oder myPOS für den Fall eines Flatpay-Ausfalls darfst du also nicht parallel betreiben. Wer das tut, riskiert die fristlose Kündigung mit allen Strafgebühren.
Vertragsübertragung an Dritte ohne Zustimmung (AGB §14)
„Flatpay behält sich das Recht vor, alle Rechte und Pflichten jederzeit ganz oder teilweise ohne vorherige Zustimmung des Kunden an einen Dritten zu übertragen.“ Du weißt also nicht zwingend, an welche Firma du am Ende der 36 Monate gebunden bist. Im umgekehrten Fall darf der Kunde nur mit schriftlicher Zustimmung von Flatpay übertragen.
Kein Widerrufsrecht (AGB §18)
„Als Unternehmen hat der Kunde kein Widerrufs- oder Kündigungsrecht.“ Im B2B-Bereich ist das gesetzlich erlaubt, aber explizit ausgesprochen ein scharfes Detail. Auch der dienstleisternah übliche Widerruf von Online-Vertragsabschlüssen entfällt.
Englische AGB-Version hat Vorrang (AGB §23)
„Bei Abweichungen zwischen der deutschen und der englischen Version dieser Allgemeinen Geschäftsbedingungen hat die englische Version Vorrang.“ Wer nur die deutsche Fassung liest und prüft, kann sich juristisch nicht darauf berufen, falls der englische Text strenger formuliert ist.
Wiedereröffnungsgebühr von 150 Euro bei Nichtzahlung (AGB §11.1)
Wenn eine Rechnung nicht binnen 8 Tagen bezahlt wird, kann Flatpay das Terminal deaktivieren. Die Wiederfreischaltung kostet pauschal 150 Euro plus den ausstehenden Betrag. Im Trubel des Geschäftsalltags kann eine versehentlich übersehene E-Mail-Rechnung schnell zum Stillstand am Terminal führen.
Geräte-Eigentum bei Drittparteien (AGB §4.1)
Die „kostenlosen“ Terminals gehören oft nicht Flatpay selbst, sondern einem Leasinggeber, an den Flatpay sie weiterverleast. Bei Beendigung dieses Leasingvertrags zwischen Flatpay und dem Leasinggeber kann der Leasinggeber direkt die Rückgabe verlangen, auch wenn dein Vertrag mit Flatpay noch läuft.
Surcharge-Klausel mit Haken (AGB §7)
Flatpay erlaubt technisch Aufschläge auf Non-EWR-Karten und Firmenkarten, die der Kunde an seine Endkunden weitergeben kann. Die BIN-Liste, die festlegt, welche Karten betroffen sind, kommt aber von den Acquirer-Partnern. „Daher kann es vorkommen, dass eine Transaktion für den Kunden mit einem Zuschlag versehen wird, obwohl der Kunde nicht die Möglichkeit hat, seinen Kunden einen Zuschlag zu berechnen.“ Im Klartext: Du zahlst manchmal Aufschläge, die du dem Endkunden nicht weiterreichen kannst, weil deine Akzeptanz-Beschilderung sie nicht enthält.
Preisänderungen einseitig mit 30 Tagen Frist (AGB §10.2 + §19)
Flatpay darf die Preise mit 30 Tagen Frist anpassen. „Wesentliche Änderungen“ müssen mit 30 Tagen Frist mitgeteilt werden, „erfordern daher nicht die Zustimmung des Kunden“. Während der 36-Monats-Sperrfrist kannst du nicht reagieren. Die Preiserhöhung wird wirksam, du bist gebunden.
Demo-Termin: Worauf du bei Speedy konkret achten solltest
Vor dem Speedy-Vertragsabschluss prüfen
Hak die Punkte ab, sobald du sie im Verkaufsgespräch geklärt hast.
- American-Express-Akzeptanz – Welcher Zahlungs-Partner ist hinterlegt und akzeptiert er Amex? Vor Unterschrift schriftlich bestätigen lassen.
- Karten-Tarif (Disagio) – Konkreter Prozentsatz pro Transaktion und mögliche Staffel ab welchem Volumen?
- Auszahlungs-Frequenz – Täglich oder wöchentlich? Welche Schwellen lösen Compliance-Prüfungen aus?
- Hardware-Wahl – A920 Classic Plus All-in-One oder eigenes Android-Gerät plus Bondrucker?
- TSE-Setup – Hardware-TSE oder Cloud-TSE? Wer wartet das im Live-Betrieb?
- Tarif-Wechsel-Option – Kann ich von BASIC auf PREMIUM wechseln, wenn das Geschäft wächst?
- Kündigungs-Workflow – Wie kündige ich ab Monat 3? Per E-Mail oder Schriftform?
- Notfall-Support – Wie schnell ist der Support erreichbar bei Terminal-Ausfall am Wochenende?
speedy kasse
Speedy verbindet Android-Kassensystem und Kartenzahlung in einem Vertrag, mit nur 2 Monaten Mindestlaufzeit ab dem BASIC-Tarif. Für Gastronomen, Einzelhändler und Dienstleister, die nicht 36 Monate gebunden sein wollen und eine deutsche Lösung mit Support aus Mannheim suchen, ist Speedy oft die unkompliziertere Wahl. Bei Bedarf an American Express direkt beim Vertrieb anfragen.
Was Flatpay und Speedy gemeinsam haben
Beide erfüllen die deutschen Kassen-Anforderungen. TSE-Zertifizierung, GoBD-Konformität, Belegausgabepflicht. Das ist Pflichtprogramm, kein Differenzierungsmerkmal. Beide nutzen Hardware vom Marktführer PAX. Du bekommst also ein robustes Gerät, das im Alltag funktioniert und nicht nach drei Monaten auseinanderfällt. Beide bieten kontaktlose Zahlung, Apple Pay und Google Pay. Wer als Cafe oder Bar 90 Prozent kontaktlose Zahlungen abwickelt, fährt mit beiden gut.
Häufige Fragen
Akzeptiert Flatpay American Express?
Nein. Flatpay akzeptiert Visa, Mastercard, Maestro, Girocard, Apple Pay und Google Pay. American Express ist nicht in der offiziellen Akzeptanz-Liste enthalten. Wenn du Amex brauchst, sind PAYONE oder Speedy mit Amex-fähigem Zahlungs-Partner die bessere Wahl.
Wie lange ist die Vertragslaufzeit bei Flatpay wirklich?
36 Monate. Das steht so in den AGB unter §12.2 (Kündigungssperrfrist): „Die Vereinbarung hat eine anfängliche Kündigungssperrfrist/Bindungsfrist von 36 Monaten ab Annahme des Angebots, während der die Vereinbarung nicht kündbar ist.“ Auf den Produkt- und Pricing-Seiten von flatpay.com/de wird diese Sperrfrist nicht prominent kommuniziert. Vor Vertragsabschluss unbedingt die aktuelle AGB-Version (PDF auf flatpay.com/de) lesen und die Klauseln 12.2 (Sperrfrist), 13.1.1 (Strafe bei vorzeitiger Kündigung) und 10.2.1 (Mindestumsatz) markieren.
Was kostet eine vorzeitige Kündigung bei Flatpay?
Laut AGB §13.1.1 darf Flatpay bei einem Vertragsbruch des Kunden (dazu zählt vorzeitige Kündigung) eine Pauschale von 50 Euro pro Monat und Terminal für die verbleibenden Monate bis zum Ende der Kündigungssperrfrist verlangen, plus 100 Prozent des aktuellen Listenpreises der Geräte (495 Euro pro Terminal-Austausch laut Preisliste), wenn diese nicht binnen 10 Werktagen zurückgegeben werden. Wer nach 12 Monaten kündigen will, zahlt für 24 Restmonate also bis zu 1.200 Euro Pauschale plus eventuell 495 Euro Gerätekosten.
Hat Flatpay ein eigenes Kassensystem oder nur das Kartenterminal?
Flatpay bietet beides an. Neben dem reinen Kartenterminal gibt es zwei Kassensystem-Varianten: POS Basic (Lenovo-Tablet mit Thekenständer, Kassenschublade, Terminal mit Standfuß, Drucker) und POS Premium (POS-System inkl. Kassenschublade und Terminal mit Standfuß). Im Marketing wird das POS allerdings deutlich seltener beworben als das Terminal, viele Interessenten kennen die Linie nicht. Die AGB-Klauseln (36-Monats-Sperrfrist, 2.000 € Mindestumsatz mit 50 € Strafe, 100-Prozent-Kartenverarbeitung, jährliche Saisonkunden-Prüfung) gelten für beide Linien gleich. Wer ein All-in-One-Kassensystem sucht, sollte das Flatpay-POS direkt mit Speedy oder ready2order vergleichen, statt nur das Terminal.
Gibt es einen Mindestumsatz bei Flatpay?
Ja. Laut AGB §10.2.1 und Preisliste muss der monatliche Karten-Umsatz pro Terminal mindestens 2.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer betragen. Wer drunter bleibt, zahlt 50 Euro Strafgebühr pro Monat und Terminal. Bei Saisonkunden wird das jährlich überprüft, ein Saisonbetrieb wird also nicht von der Klausel verschont.
Was kostet Speedy pro Monat?
Speedy BASIC kostet ab 19 Euro pro Gerät und Monat bei einer Mindestlaufzeit von 2 Monaten. Speedy PREMIUM startet bei 16,90 Euro mit Mengen-Rabatt ab dem zweiten Gerät. Die Kartenzahlung über speedy pay läuft separat über den jeweiligen Zahlungs-Partner und hat eigene Konditionen.
Kann ich bei Speedy den Zahlungs-Partner selbst wählen?
Ja, speedy pay ist als Modul gebaut, das mit verschiedenen Zahlungs-Partnern funktioniert. Das ist ein Vorteil, wenn du bereits einen Acquirer hast oder spezielle Anforderungen wie Amex-Akzeptanz prüfen willst. Welche Partner aktuell unterstützt werden, klärst du am besten direkt mit dem Speedy-Vertrieb.
Darf ich neben Flatpay ein zweites Terminal als Backup nutzen?
Nein. AGB §13.1 listet als Vertragsbruch unter anderem: „Der Kunde verarbeitet nicht alle Kartentransaktionen über die Geräte (Anforderung für 100% Kartenverarbeitung)“ und „Der Kunde nutzt ein anderes Zahlungsgateway mit den Geräten“. Wer parallel ein SumUp- oder myPOS-Terminal als Ausfall-Backup einsetzt, riskiert die fristlose Kündigung mit voller Restlaufzeit-Pauschale.
Welcher Anbieter ist günstiger im Alltag?
Bei reinen Karten-Transaktionen dauerhaft über 2.000 Euro pro Monat (Mindestumsatz laut AGB §10.2.1) und ohne Bedarf an einer separaten Kasse rechnet sich Flatpay durch das einfache Flat-Rate-Modell. Wenn du eine Kasse brauchst, kommt Speedy oft günstiger weg, weil Kasse und Zahlung in einem Vertrag laufen und du dir 30 bis 50 Euro pro Monat für eine separate Kassen-Software sparst.
Quellen
- Flatpay Allgemeine Geschäftsbedingungen DE (Stand 06.05.2025, PDF) · §12.2 Kündigungssperrfrist 36 Monate, §13.1.1 Strafe bei vorzeitiger Kündigung, §10.2.1 Mindestumsatz 2.000 €, §13.1 100-Prozent-Kartenverarbeitung, §6.1 Acquirer-Vermittlung, §9 Beschwerdefrist 8 Tage, §14 Vertragsübertragung, §18 kein Widerrufsrecht, §23 englische Version hat Vorrang
- Flatpay Preisliste · Mindestumsatz 2.000 €/Monat, 50 € Strafgebühr bei Unterschreitung, 495 € Terminal-Austausch, 399 € Bondrucker, jährliche Saisonkunden-Prüfung
- Flatpay Kartenterminal Produkt-Seite (Akzeptanz-Liste)
- Speedy Preise und Tarife (mtMax GmbH)
- Speedy pay Produkt-Übersicht (Classic, softPOS, Start)
- Trustpilot UK: Flatpay-Bewertungen (Erfahrungen mit Vertragsklauseln)
- Bizguide24 Flatpay-Test 2026
Im Flatpay-Cluster weiterlesen
Wenn dich ein bestimmter Aspekt tiefer interessiert, sind hier die anderen Artikel im Flatpay-Cluster:
- Flatpay-Alternativen im Überblick: fünf Anbieter (SumUp, myPOS, Speedy, PAYONE, ready2order) je nach Profil, plus Wechselleitfaden und Mindestumsatz-Klausel-Vergleich
- Flatpay vs SumUp: Pay-as-you-go ohne Vertrag gegen 36-Monats-Lock-in: für Profile unter 2.000 € Karten-Umsatz pro Monat oft die entscheidende Frage
- Flatpay-Test im Detail: Anbieter-Profil mit Konditionen, AGB-Klauseln, Stärken, Schwächen und Erfahrungen
- Speedy-Testbericht: Konditionen, Tarife (KURZZEIT, BASIC, PREMIUM), Stärken, Schwächen
- Kartenzahlungs-Rechner: Effektive Kosten aller Anbieter mit deinen eigenen Zahlen ausrechnen
Wenn du noch unsicher bist, welcher Anbieter zu dir passt, findest du in unserem Kassensystem-Vergleich alle relevanten Anbieter im Überblick.