Flatpay Alternative: Diese Kartenterminal-Anbieter sind ohne Lock-in besser (2026)
Von:
Christian Jansen
Letztes Update 5.05.2026
Du suchst eine Alternative zu Flatpay. Vielleicht stört dich der 36-Monats-Vertrag. Vielleicht fehlt dir American Express. Vielleicht erreichst du den vertraglichen Mindestumsatz von 2.000 Euro pro Monat (laut AGB §10.2.1) nicht zuverlässig und willst die 50-Euro-Strafgebühr umgehen. Egal welcher Punkt dich gerade nervt: Es gibt für jedes Profil einen besseren Anbieter, und du musst dafür keinen pauschalen Anti-Flatpay-Artikel lesen.
Dieser Vergleich nimmt fünf konkrete Alternativen auseinander und sagt dir, welche zu welchem Betrieb passt. Inklusive ehrlicher Einordnung, wo Flatpay tatsächlich die richtige Wahl bleibt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Flatpay bindet dich für 36 Monate (AGB §12.2 Kündigungssperrfrist). Die Bindungsfrist findet sich nur in den AGB, nicht auf der offiziellen Webseite.
- Mindestumsatz von 2.000 Euro pro Monat laut AGB §10.2.1 und Preisliste. Wer drunter bleibt, zahlt zusätzlich 50 Euro Strafgebühr pro Monat und Terminal. Saisonkunden werden jährlich überprüft.
- American Express akzeptiert Flatpay nicht. Wer Touristen, B2B oder gehobene Gastronomie bedient, braucht zwingend einen anderen Anbieter.
- Beste Alternativen: SumUp (kein Lock-in, Amex inklusive), myPOS (Sofort-Auszahlung), Speedy (Amex, deutscher Support), PAYONE (klassisches Acquiring), ready2order (volle Kasse plus Karte).
- Für wen Flatpay trotzdem passt: Etablierte Betriebe mit dauerhaft über 2.000 Euro Karten-Umsatz pro Monat ohne Amex-Bedarf, die einen festen Flat-Tarif einer Pay-as-you-go-Lösung vorziehen und mit dem 36-Monats-Commitment leben können.
Warum überhaupt eine Flatpay-Alternative? Die häufigsten Auslöser
Flatpay ist kein schlechter Anbieter. Trustpilot zeigt 4,5 bis 4,8 Sterne, die meisten Händler sind zufrieden. Trotzdem suchen jeden Monat Tausende nach Alternativen. Diese Gründe tauchen am häufigsten auf.
1. Die 36-Monats-Sperrfrist (nur in den AGB)
Flatpay vermarktet sich als flexibel. Auf der Webseite findest du keine konkrete Vertragslaufzeit. In den AGB unter §12.2 (Stand 06.05.2025) steht aber Klartext: „Die Vereinbarung hat eine anfängliche Kündigungssperrfrist/Bindungsfrist von 36 Monaten ab Annahme des Angebots, während der die Vereinbarung nicht kündbar ist.“ Wer vorher raus will, ist im Vertragsbruch. Nach AGB §13.1.1 darf Flatpay dann 50 Euro pro Monat und Terminal für die verbleibende Laufzeit verlangen, plus 100 Prozent des Listenpreises der Geräte (495 Euro pro Terminal-Austausch laut Preisliste), wenn die Rückgabe nicht binnen 10 Werktagen klappt. Wer nach 12 Monaten raus will, zahlt also bis zu 1.700 Euro pro Terminal Ausstiegskosten.
2. Kein American Express
Flatpay akzeptiert Visa, Mastercard, Maestro, Girocard, Apple Pay und Google Pay. American Express fehlt. Für Hotels mit internationalen Gästen und B2B-Geschäfte mit Firmenkarten ist das ein Showstopper. Du verlierst nicht nur den Umsatz der Amex-Zahlung, sondern potenziell den ganzen Tisch oder den ganzen Auftrag.
3. Vertraglicher Mindestumsatz von 2.000 Euro pro Monat plus Strafgebühr
Flatpay schreibt in AGB §10.2.1 und in der offiziellen Preisliste einen monatlichen Mindestumsatz von 2.000 Euro pro Terminal vor. Wer in einem Monat drunter bleibt, zahlt zusätzlich 50 Euro Strafgebühr pro Monat und Terminal. Bei Saisonkunden wird das jährlich überprüft, eine Eisdiele oder ein Strandkiosk im Winter ist also nicht von der Klausel ausgenommen. Wer im Friseursalon, Pop-up oder Wochenmarkt nur gelegentlich Karten nimmt, kassiert die 50-Euro-Strafe und fährt mit Pay-as-you-go-Anbietern wie SumUp oder myPOS deutlich besser.
4. Surcharges während der Vertragslaufzeit
Mehrere Trustpilot-Reviews aus Deutschland und Österreich berichten, dass Flatpay nachträglich Aufschläge eingeführt hat. In einem Berliner Fall wurden 3,50 Euro pro Transaktion mit Business- oder Non-EU-Karten zusätzlich berechnet. Du bist im Vertrag, kannst nicht raus, und die Konditionen verschlechtern sich. Das ist die Schwachstelle eines langen Lock-ins generell.
5. Keine Telefon-Payment-Funktion
Hotels, Versandhandel, B2B-Bestellungen: Wer Karten manuell per Telefon einziehen muss (MOTO-Transaktionen), kann das mit Flatpay nicht. Wer das braucht, muss zu einem klassischen Acquirer wie PAYONE (verarbeitet die Kartenzahlungen selbst, Flatpay reicht das Acquiring nur an Drittpartner weiter) oder einer myPOS-Lösung mit virtuellem Terminal wechseln.
6. Pflicht zur 100-Prozent-Kartenverarbeitung (Backup-Terminal verboten)
AGB §13.1 listet als Vertragsbruch unter anderem: „Der Kunde verarbeitet nicht alle Kartentransaktionen über die Geräte“ und „Der Kunde nutzt ein anderes Zahlungsgateway mit den Geräten“. Ein Backup-Terminal von SumUp oder myPOS für den Fall eines Flatpay-Ausfalls darfst du also nicht parallel betreiben. Bei einem Wochenend-Ausfall des Flatpay-Terminals (Hardware-Defekt, Mobilfunk-Loch, Acquirer-Probleme beim Drittpartner) hast du keinen legalen Plan B.
7. Hat Flatpay überhaupt ein eigenes Acquiring? Nein
„Flatpay verarbeitet selbst keine Kartenzahlungstransaktionen, weder im stationären Handel noch online“ steht wörtlich in AGB §6.1. Stattdessen reicht Flatpay den Acquiring-Vertrag an Drittpartner durch. Du als Kunde schließt also „über eine separate Vollmacht“ einen Vertrag mit dem jeweils benannten Acquirer. Welcher Acquirer das ist, kann Flatpay laut AGB jederzeit einseitig wechseln. Auszahlungen erfolgen direkt vom Acquirer, nicht von Flatpay. Das ist im Marketing nicht transparent, aber relevant: Bei Auszahlungs-Problemen oder Compliance-Fragen wendest du dich nicht an Flatpay, sondern an einen Drittpartner, dessen Identität sich ändern kann.
Welche Alternative passt zu deinem Profil?
Welche Flatpay-Alternative passt zu dir?
Die fünf besten Flatpay-Alternativen im Detail
Wir haben fünf Anbieter ausgewählt, die jeweils eine konkrete Schwäche von Flatpay adressieren. Keine pauschale Bestenliste, sondern fünf Profile mit klarem Anwendungsfall.
SumUp Kassensystem
SumUp ist das, was Flatpay im Marketing zu sein vorgibt: wirklich kein Vertrag, wirklich kein Lock-in. Du kaufst ein Terminal einmalig (Air ab etwa 39 Euro, Solo Lite ab etwa 79 Euro) und zahlst danach nur pro Transaktion. Aktuell 0,99 Prozent für Girocard und 1,69 Prozent für Kreditkarten. Wer wenig oder unregelmäßig Karten nimmt, zahlt mit SumUp deutlich weniger als mit Flatpays Flatrate. Hinzu kommt: Bei Flatpay greift unter 2.000 Euro Monats-Umsatz die 50-Euro-Strafgebühr aus AGB §10.2.1, bei SumUp gibt es weder Mindestumsatz noch Strafe.
Selbstständige, Friseursalons unter 2.000 Euro Monats-Umsatz, Pop-up-Stores, Wochenmärkte, saisonale Betriebe wie Eisdielen oder Beachbars und alle, die den Vertrag unbedingt vermeiden wollen oder die 50-Euro-Mindestumsatz-Strafe von Flatpay umgehen wollen. Schwäche: Bei hohem Volumen wird Pay-as-you-go teurer als die Flatpay-Flatrate.
speedy kasse
Speedy ist die richtige Antwort für alle, die Flatpay wegen American Express verlassen. Speedy akzeptiert Visa, Mastercard, Girocard, Maestro, Apple Pay, Google Pay und eben Amex. Die Vertragslaufzeit ist deutlich flexibler als bei Flatpay (Mindestlaufzeit 2 Monate ab BASIC-Tarif). Der Support sitzt in Mannheim und antwortet auf Deutsch. Speedy ist kein Discounter, in vielen Konstellationen aber unter Flatpay – Verhandlungsspielraum ab 3.000 Euro Karten-Umsatz pro Monat.
Hotels und gehobene Gastronomie mit internationalen Gästen, B2B-Händler mit Amex-Firmenkarten-Kunden, Friseure und Dienstleister mit Wert auf deutschsprachigen Telefonsupport. Schwäche: Im Pay-as-you-go für Kleinst-Akzeptanten unter 800 Euro pro Monat ist SumUp günstiger.
myPOS
myPOS ist ein bulgarischer Anbieter mit eigener E-Money-Lizenz. Das hat einen praktischen Vorteil: Deine Einnahmen landen sofort auf dem mitgelieferten myPOS-Konto. Du kannst sie direkt per IBAN-Karte ausgeben oder auf dein Hauptkonto überweisen. Bei Flatpay wartest du in der Regel einen Werktag, bei klassischen Acquirern oft länger. Die Konditionen liegen je nach Land und Tarif zwischen 1,1 und 1,75 Prozent pro Transaktion. Hardware kaufst du einmalig (Mini ab etwa 29 Euro, Pro ab etwa 79 Euro).
Betriebe mit Liquiditätsbedarf wie Gastro nach dem Wochenende oder Eventcatering, internationale Geschäfte mit mehreren Währungen, Online-Händler mit Zahlungslinks und virtuellem Terminal, alle die Telefon-Payment brauchen. Schwäche: Der deutschsprachige Support ist dünner als bei Flatpay oder Speedy.
PAYONE
PAYONE ist ein Joint Venture aus Sparkassen-Finanzgruppe und Worldline. Das ist klassisches Acquiring, kein Fintech-Modell. Du bekommst alles, was Flatpay weglässt: Amex, Diners, JCB, China UnionPay, Telefon-Payment, virtuelles Terminal, E-Commerce-Integration. Dafür ist der Onboarding-Prozess länger und die Vertragslaufzeit liegt bei 24 Monaten. Konditionen werden individuell verhandelt – für etablierte Betriebe mit fünfstelligem Karten-Umsatz oft günstiger als Flatpay.
Etablierte Einzelhändler ab 10.000 Euro Karten-Umsatz pro Monat, Hotels und Restaurants mit Sparkassen-Bankverbindung, Online-Shops mit Zahlungs-Gateway-Bedarf für Shopify oder WooCommerce, alle mit Compliance-Anforderungen an klassisches Acquiring. Schwäche: Onboarding kann zwei bis vier Wochen dauern.
ready2order
ready2order ist kein direkter Flatpay-Konkurrent, sondern eine Stufe darüber. Du bekommst ein vollständiges iPad-Kassensystem mit integrierter Kartenzahlung. Wenn du mit Flatpay nur den Bezahlvorgang abdeckst, dazu aber sowieso noch eine TSE-konforme Kasse brauchst, ist ready2order oft die wirtschaftlichere Lösung. Tarif startet bei 39 Euro pro Monat (Premium) für Kasse plus Kartenzahlung, monatlich kündbar. Alle gängigen Karten inklusive Amex werden akzeptiert.
Cafés, kleine Restaurants, Bars mit TSE-Pflicht, Friseure und Kosmetikstudios mit Terminbuchung, Boutiquen und kleine Einzelhändler, alle die Flatpay-Terminal plus separate Kasse durch eine integrierte Lösung ersetzen wollen. Schwäche: Wer wirklich nur ein mobiles Terminal will und keine Kasse braucht, zahlt für ungenutzte Funktionen.
Was würde dein Anbieter wirklich kosten? Selbst nachrechnen
Faustregeln sind hilfreich, aber dein konkreter Karten-Umsatz, dein Karten-Mix und deine Vertragslaufzeit-Toleranz entscheiden am Ende. Trag deine Werte einmal ein und vergleich die effektiven Kosten der Anbieter direkt nebeneinander, inklusive Mindestumsatz-Klauseln und Grundgebühren.
Vergleiche die Kosten der Kartenzahlung*
*Der Vergleichsrechner vergleicht alle Verträge unabhängig. Dabei verlinken wir auf ausgewählte Partner, von denen wir ggf. eine Vergütung erhalten.
Kostenvergleich an drei realen Beispielen
Pauschale Prozentsätze helfen wenig. Hier sind drei konkrete Rechnungen, die zeigen, wo welcher Anbieter günstiger fährt. Alle Werte beziehen sich auf monatliche Karten-Umsätze. Andere Karten-Mixe können das Bild leicht verschieben.
Friseursalon mit kleinem Karten-Volumen
Anbieter im Vergleich
Auf den ersten Blick ist Flatpay vier Euro günstiger. Bei einem Volumen von 1.000 Euro greift bei Flatpay aber zusätzlich die Mindestumsatz-Klausel aus AGB §10.2.1: Pro Monat unter 2.000 Euro fallen 50 Euro Strafgebühr an. Aus 12,90 Euro werden so effektiv 62,90 Euro pro Monat. SumUp bleibt bei 16,90 Euro ohne Strafgebühr und ohne Vertrag. Klare Wahl für den Salon: SumUp.
Restaurant mit Amex-Anteil
Anbieter im Vergleich
Mit Flatpay sparst du 20 Euro pro Monat an Gebühren. Du verlierst aber den Amex-Umsatz oder zumindest unzufriedene Gäste, die nicht wiederkommen. Bei einem mittleren Restaurant-Umsatz pro Tisch von 60 Euro reicht ein Tisch pro Monat, der nicht zurückkommt, um die Ersparnis aufzufressen. Speedy ist die rationalere Wahl.
Boutique mit stationärem Geschäft und Online-Shop
Anbieter im Vergleich
Wer stationär und online verkauft, fährt mit einer integrierten Lösung wie PAYONE oder ready2order günstiger und einfacher als mit Flatpay plus separatem Payment-Provider für den Shop.
Wechselleitfaden: So migrierst du von Flatpay sauber
Ein Anbieterwechsel klappt nur dann reibungslos, wenn du in der richtigen Reihenfolge vorgehst. Diese Punkte schützen dich vor Doppelkosten und Ausfalltagen.
Wechsel-Checkliste: In dieser Reihenfolge vorgehen
Hak die Schritte ab, sobald sie erledigt sind. Die Liste merkt sich deinen Fortschritt im Browser.
- Vertragsende prüfen – Im Flatpay-Vertrag das exakte Vertragsende plus Kündigungsfrist (meist drei Monate) notieren. Letzten Kündigungstag in den Kalender eintragen.
- Neuen Anbieter auswählen – Entscheidungs-Tabelle oben nutzen. Bei Unsicherheit Angebote von zwei Anbietern einholen und schwarz auf weiß vergleichen.
- Schriftlich kündigen – Per Einschreiben oder Vertragskündigungs-Portal. E-Mail reicht oft nicht. Kündigungsbestätigung anfordern.
- Onboarding parallel starten – Beim neuen Anbieter direkt nach der Kündigung anmelden, damit Hardware und Konto-Setup zeitlich passen. Zwei Wochen Puffer einplanen.
- Übergangsphase mit Doppelbetrieb – In den letzten Tagen mit Flatpay parallel das neue Terminal testen. Erst nach zehn echten sauberen Transaktionen das Flatpay-Terminal zurückgeben.
Wann Flatpay trotzdem die richtige Wahl bleibt
Damit dieser Artikel nicht in die Anti-Flatpay-Falle tappt: Es gibt klare Profile, für die Flatpay tatsächlich die beste Lösung ist.
- Etablierte Betriebe mit dauerhaft über 2.000 Euro Karten-Umsatz pro Monat (sonst greift die 50-Euro-Strafgebühr aus §10.2.1), ohne Amex-Bedarf
- Händler, die kalkulierbare monatliche Kosten einer Pay-as-you-go-Variabilität vorziehen und mit der 36-Monats-Sperrfrist (§12.2) leben können
- Standorte, die seit Jahren laufen und keine Vertragsbindung scheuen
- Betriebe ohne Bedarf an Telefon-Payment oder E-Commerce-Gateway
- Betriebe ohne Backup-Terminal-Bedarf (§13.1 verbietet die parallele Nutzung anderer Zahlungsgateways)
In diesen Fällen ist Flatpays Flat-Tarif von 1,29 Prozent (Terminal) oder 1,69 Prozent (POS) tatsächlich konkurrenzfähig. Wer zusätzlich zum Terminal eine Kasse braucht, sollte auch die zweite Flatpay-Produktlinie prüfen: POS Basic (Lenovo-Tablet mit Thekenständer, Kassenschublade, Terminal mit Standfuß, Drucker; Listen-Ersatzpreis 1.000 €) und POS Premium (POS-System inkl. Kassenschublade und Terminal mit Standfuß; Listen-Ersatzpreis 2.000 €). Dieselben AGB-Klauseln (36 Monate, 2.000 € Mindestumsatz, 100-Prozent-Kartenverarbeitung) gelten dort genauso. Den vollständigen Flatpay-Test mit Konditionen, Stärken und Schwächen findest du im Anbieter-Profil.
Vor jedem Wechsel: Prüf deinen aktuellen Vertrag. Nach Ablauf der 36-Monats-Sperrfrist (§12.2) kannst du laut §12.3 mit einer Frist von einem Monat zum Monatsende kündigen. Wer zu spät kündigt, hat erst zum nächsten Monatsende eine Chance. Der Wechsel zu einem Pay-as-you-go-Anbieter wie SumUp lohnt sich oft erst nach Vertragsende. Vorher zahlst du doppelt oder die Restlaufzeit-Pauschale aus §13.1.1.
Im Flatpay-Cluster weiterlesen
Wenn dich ein bestimmter Aspekt tiefer interessiert, sind hier die anderen Artikel im Flatpay-Cluster:
- Flatpay vs SumUp: Pay-as-you-go ohne Vertrag gegen 36-Monats-Lock-in: für Profile unter 2.000 € Karten-Umsatz pro Monat oft die entscheidende Frage
- Flatpay vs Speedy: Reines Kartenterminal gegen All-in-One-Kassensystem aus Mannheim: relevant, wenn du eh eine TSE-pflichtige Kasse brauchst
- Flatpay-Test im Detail: Anbieter-Profil mit Konditionen, AGB-Klauseln, Stärken, Schwächen und Erfahrungen
- Kartenzahlungs-Rechner: Effektive Kosten aller Anbieter mit deinen eigenen Zahlen ausrechnen
Häufige Fragen zur Flatpay-Alternative
Kann ich meinen Flatpay-Vertrag vorzeitig kündigen?
Während der 36-monatigen Kündigungssperrfrist (AGB §12.2) gilt vorzeitige Kündigung als Vertragsbruch. Flatpay kann nach AGB §13.1.1 eine Pauschale von 50 Euro pro Monat und Terminal für die verbleibenden Monate verlangen, plus 100 Prozent des Listenpreises der Geräte (z. B. 495 Euro Terminal-Austausch laut Preisliste), wenn die Rückgabe nicht binnen 10 Werktagen klappt. Wer nach 12 Monaten kündigen will (24 Restmonate), zahlt also bis zu 1.200 Euro Pauschale plus eventuell 495 Euro Geräte-Listenpreis. Nach Ablauf der Sperrfrist kannst du mit Frist von einem Monat zum Monatsende kündigen (§12.3).
Hat Flatpay einen Mindestumsatz?
Ja. Laut AGB §10.2.1 und Preisliste muss der monatliche Karten-Umsatz pro Terminal mindestens 2.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer betragen. Wer drunter bleibt, zahlt 50 Euro Strafgebühr pro Monat und Terminal. Bei Saisonkunden wird das jährlich überprüft, ein Saisonbetrieb wird also nicht von der Klausel ausgenommen. SumUp und myPOS haben keinen Mindestumsatz und keine Strafgebühr.
Hat Flatpay ein eigenes Kassensystem oder nur das Kartenterminal?
Beides. Neben dem Kartenterminal gibt es zwei Kassensystem-Varianten: POS Basic (Lenovo-Tablet mit Thekenständer, Kassenschublade, Terminal mit Standfuß, Drucker; Listen-Ersatzpreis 1.000 €) und POS Premium (POS-System inkl. Kassenschublade und Terminal mit Standfuß; Listen-Ersatzpreis 2.000 €). Im Marketing wird das POS deutlich seltener beworben als das Terminal. Die AGB-Klauseln (36-Monats-Sperrfrist, 2.000 € Mindestumsatz mit 50 € Strafe, 100-Prozent-Kartenverarbeitung) gelten für beide Linien gleich. Wer ein All-in-One-Kassensystem sucht, sollte das Flatpay-POS direkt mit Speedy oder ready2order vergleichen.
Welche Flatpay-Alternative ist am günstigsten?
Das hängt von deinem Karten-Umsatz ab. Unter 2.000 Euro pro Monat ist SumUp am günstigsten (kein Mindestumsatz, keine Strafgebühr). Zwischen 2.000 und 5.000 Euro liegen Speedy und Flatpay etwa gleichauf, Speedy hat den Vorteil monatlicher Kündbarkeit. Über 10.000 Euro pro Monat ist PAYONE durch verhandelte Konditionen oft am günstigsten. Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Am schnellsten siehst du das in unserem Kartenzahlungs-Rechner, der mit deinem realen Monats-Umsatz und Karten-Mix die effektiven Kosten pro Anbieter ausspuckt.
Brauche ich für die Flatpay-Alternative neue Hardware?
Ja. Flatpay-Terminals (PAX A920Pro) gehören Flatpay und müssen am Vertragsende zurückgegeben werden. Du kannst sie nicht für SumUp, Speedy oder einen anderen Anbieter weiternutzen. Plan beim Wechsel die Kosten für ein neues Terminal ein, einmalig zwischen 29 und 200 Euro je nach Anbieter.
Welche Alternative akzeptiert American Express?
Speedy, myPOS und PAYONE akzeptieren Amex nativ. SumUp akzeptiert Amex nur auf Antrag und nur in bestimmten Tarifen, frag das vor Vertragsabschluss konkret nach. ready2order akzeptiert Amex über die integrierte Kartenzahlung.
Wie lange dauert ein Anbieterwechsel von Flatpay?
Bei SumUp und myPOS reicht oft eine Woche, weil das Onboarding rein digital ist. Bei Speedy plane zwei Wochen ein. PAYONE braucht zwei bis vier Wochen, weil das klassisches Acquiring mit ausführlicher KYC-Prüfung ist. Bestell die neue Hardware parallel zum Onboarding, damit du am Stichtag startklar bist.
Was ist der Unterschied zwischen Flatpay und einem klassischen Acquirer?
Flatpay verarbeitet selbst keine Kartenzahlungen (AGB §6.1) und ist deshalb kein klassischer Acquirer, sondern ein Vermittler. Flatpay reicht den Acquiring-Vertrag an Drittpartner (Acquirer) durch, mit denen du als Kunde „über eine separate Vollmacht“ einen eigenen Vertrag abschließt. Welcher Acquirer das ist, kann Flatpay laut AGB jederzeit einseitig wechseln. Auszahlungen erfolgen direkt vom Acquirer, nicht von Flatpay. Das macht das Onboarding schnell, schränkt aber Funktionen ein (kein Telefon-Payment, kein virtuelles Terminal). Klassische Acquirer wie PAYONE bieten den vollen Funktionsumfang inklusive eigenem Akzeptanzkonto, brauchen aber länger im Setup.
Darf ich neben Flatpay ein zweites Terminal als Backup nutzen?
Nein. AGB §13.1 listet als Vertragsbruch unter anderem: „Der Kunde verarbeitet nicht alle Kartentransaktionen über die Geräte (Anforderung für 100% Kartenverarbeitung)“ und „Der Kunde nutzt ein anderes Zahlungsgateway mit den Geräten“. Wer parallel ein SumUp- oder myPOS-Terminal als Ausfall-Backup einsetzt, riskiert die fristlose Kündigung mit voller Restlaufzeit-Pauschale.
Quellen
- Flatpay Allgemeine Geschäftsbedingungen DE (Stand 06.05.2025, PDF) · §12.2 Kündigungssperrfrist 36 Monate, §12.3 Kündigungsfrist 1 Monat, §13.1.1 Strafe bei vorzeitiger Kündigung, §10.2.1 Mindestumsatz 2.000 €, §13.1 100-Prozent-Kartenverarbeitung, §6.1 Acquirer-Vermittlung, §9 Beschwerdefrist 8 Tage, §18 kein Widerrufsrecht, §23 englische Version hat Vorrang
- Flatpay Preisliste · Mindestumsatz 2.000 €/Monat, 50 € Strafgebühr bei Unterschreitung, 495 € Terminal-Austausch, jährliche Saisonkunden-Prüfung, POS Premium / POS Basic Bundles, 1.000 / 2.000 € Listen-Ersatzpreise
- Flatpay Deutschland: Offizielles Pricing Kartenterminal
- Bizguide24: Flatpay Kartenterminals im Test 2026
- Trustpilot UK / AT: Flatpay-Bewertungen
- Reklamation24: Flatpay-Beschwerdesammlung Deutschland
Alle Anbieter im Überblick findest du in unserem Kassensystem-Vergleich.