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speedy kasse und die E-Rechnung: Was die Kasse kann (2026)

Von: Porträt von Dr. Christian Jansen Christian Jansen Thomas Kirsche Thomas Kirsche
Letztes Update 14.07.2026 Lesezeit 4:53 Min.

Kurz gesagt (Stand 2026): speedy ist ein POS-Spezialist, E-Rechnung ist kein Thema der Software.

  • E-Rechnung empfangen: nicht dokumentiert
  • E-Rechnung senden: nicht dokumentiert
  • DATEV: Export per ASCII-Import, keine Zertifizierung

speedy kasse ist ein Kassenspezialist und überlässt die Buchhaltung dem Steuerberater. Für die E-Rechnung heißt das: Du brauchst eine zweite Lösung. Dieser Artikel zeigt, was die Software tatsächlich dokumentiert hat und wie das Setup in der Praxis aussieht.

Worum es bei der E-Rechnungs-Pflicht geht

Seit dem 1. Januar 2025 muss jedes Unternehmen B2B-E-Rechnungen empfangen und GoBD-konform archivieren können. Das Versenden wird gestaffelt Pflicht: ab dem 1. Januar 2027 für Betriebe mit mehr als 800.000 Euro Vorjahresumsatz, ab dem 1. Januar 2028 für alle. Eine E-Rechnung ist ein strukturierter Datensatz nach EN 16931 (XRechnung oder ZUGFeRD), kein PDF.

Der Unterschied zum PDF ist der Kern der Sache. Ein eingescanntes oder digital erzeugtes PDF liest sich für einen Menschen gut, eine Software kann damit aber wenig anfangen. Eine E-Rechnung nach EN 16931 trägt alle Rechnungsdaten in einem festgelegten XML-Format, das die Buchhaltungssoftware direkt einliest. XRechnung ist das reine XML-Format, wie es vor allem im Behördenumfeld verlangt wird. ZUGFeRD und das französische Pendant Factur-X kombinieren dieselben XML-Daten mit einem sichtbaren PDF, sodass ein Beleg beide Welten abdeckt. Für dich als Betrieb heißt das: Die Empfangspflicht gilt bereits, egal ob du selbst schon strukturierte Rechnungen verschickst.

Zur Einordnung: Empfang und Archivierung sind heute Pflicht, das strukturierte Senden folgt erst gestaffelt. Wer heute nur B2C-Umsatz macht, etwa ein Café oder ein Imbiss mit reinem Endkundengeschäft, ist vom Versand zunächst nicht betroffen. Sobald aber eine Rechnung an ein anderes Unternehmen geht, greift die Pflicht zum strukturierten Format nach den genannten Fristen.

Was speedy bei der E-Rechnung kann

Auf keiner Seite von speedy, weder auf der Homepage noch in den Preisen oder der FAQ, findet sich ein Treffer für E-Rechnung, XRechnung, ZUGFeRD oder PEPPOL. Die vorhandene POS-Funktion „Lieferung auf Rechnung“ mit Bildschirmunterschrift ist ein Verkauf auf offene Rechnung, kein strukturierter Rechnungsausgang. Ein Modul zum Empfangen oder Erzeugen von E-Rechnungen ist nicht dokumentiert.

Das liegt nicht an Nachlässigkeit, sondern an der Positionierung des Anbieters. speedy kasse ist eine reine Software-Lizenz, eine Android-POS-App, die auf beliebigen Tablets und Smartphones läuft. Der Anbieter verkauft nicht einmal die Hardware selbst, sondern verweist dafür auf Fachhandelspartner. Die Software deckt Kassenvorgänge, Tischverwaltung, Bonieren und den Datenexport an den Steuerberater ab. Der Rechnungseingang eines Betriebs, also die Lieferantenrechnungen, die in die Buchhaltung wandern, liegt außerhalb dieses Aufgabenkreises. Genau dort setzt die E-Rechnungs-Pflicht aber an.

Warum das Kassenarchiv nicht die Empfangspflicht abdeckt

Ein häufiges Missverständnis: speedy wirbt mit einem Kassenarchiv in der Cloud, und man könnte annehmen, damit sei die GoBD-Archivierung von Rechnungen schon erledigt. Ist sie nicht. Das Kassenarchiv betrifft Z-Belege und Bons aus dem eigenen Verkauf, nicht die eingehenden Lieferantenrechnungen. Das Cloud-Archiv von speedy sichert deine Ausgangsbelege, nicht die E-Rechnungen, die andere Unternehmen dir schicken. Die GoBD-konforme Ablage der empfangenen E-Rechnungen musst du also an anderer Stelle lösen.

„speedy deckt die Kasse ab, die E-Rechnung liegt bewusst außerhalb der Software.“

Was die DATEV-Schnittstelle leistet und was nicht

Die DATEV-Anbindung beschränkt sich auf einen Buchungsstapel: speedy kasse PRO bietet eine FiBu-Schnittstelle für den Export per DATEV-ASCII-Import (CSV und Excel). Eine Zertifizierung oder eine Anbindung an DATEV Unternehmen online gibt es nicht, der Anbieter weist selbst darauf hin, dass die Daten nicht für den DATEV-Kassenbuch-Import geeignet sind. Auch hier gilt: Das Kassenarchiv in der Cloud betrifft Z-Belege und Bons, nicht Lieferantenrechnungen.

Praktisch heißt das: Der Steuerberater bekommt aus speedy einen sauberen Buchungsstapel deiner Kassenumsätze, wahlweise nach SKR03 oder SKR04. Das ist ein Export in Richtung Buchhaltung, keine Zwei-Wege-Anbindung. Belegtransfer über DATEV Unternehmen online, also der Kanal, über den viele Kanzleien heute E-Rechnungen einsammeln und verarbeiten, ist bei speedy nicht Teil des Pakets. Wer diesen Weg gehen will, richtet DATEV Unternehmen online direkt beim Steuerberater ein, unabhängig von der Kasse.

So erfüllst du die Empfangspflicht

Mit speedy brauchst du zwei getrennte Werkzeuge:

  • POS-Ebene: speedy für Kassenvorgänge, TSE, DSFinV-K und den Z-Bon-Export an den Steuerberater.
  • Buchhaltungs-Ebene: ein separates Tool (DATEV Unternehmen online, lexoffice, sevDesk) für den Empfang der E-Rechnungen, die GoBD-Archivierung und ab 2027 den Versand.

Kurz gesagt: Das ist ein Zwei-Stack-Setup, und bei einem reinen POS-Spezialisten ist das der übliche, saubere Weg. Die Kasse bleibt die Kasse, die Buchhaltung übernimmt ein dafür gebautes Werkzeug. Konkret heißt das für dich: Kläre zuerst den Empfang, indem du bei deinem Steuerberater erfragst, ob er DATEV Unternehmen online für dich betreibt, oder indem du selbst ein Buchhaltungstool wie lexoffice oder sevDesk aufsetzt, das XRechnung und ZUGFeRD einlesen und GoBD-konform archivieren kann. Prüfe danach die Formate, damit dein Buchhaltungstool auch die Formate deiner Lieferanten verarbeitet. Frag zuletzt beim POS-Anbieter nach, falls speedy zu einem späteren Zeitpunkt doch noch eine E-Rechnungs-Funktion nachreicht.

Wenn du ohnehin schon einen Steuerberater mit DATEV-Kanzlei hast, ist der Weg oft am kürzesten: Empfang und Archivierung laufen dann über die Kanzlei-Infrastruktur, und speedy liefert den Kassen-Buchungsstapel per ASCII-Import zu. Führst du die Buchhaltung selbst, sind lexoffice oder sevDesk pragmatische Startpunkte, weil beide E-Rechnungs-Empfang und Archivierung als Standardfunktion mitbringen.

Was ab 2027 und 2028 dazukommt

Strukturierte Ausgangsrechnungen erzeugst du über die Buchhaltungssoftware, nicht über speedy. Die POS-Rechnungsfunktion liefert keinen XML-Output nach EN 16931. Wähl das separate Tool also so, dass es sowohl den Eingang heute als auch den Versand ab 2027 abdeckt.

Wählst du das Buchhaltungstool von Anfang an mit Blick auf den Versand, erspart dir das später einen zweiten Umstieg. Ein Betrieb mit mehr als 800.000 Euro Vorjahresumsatz muss ab dem 1. Januar 2027 strukturiert versenden, alle übrigen ab dem 1. Januar 2028. Der Versand läuft über die Buchhaltung, nicht über die Kasse. An deinem speedy-Setup ändert sich dadurch nichts: Die Kasse boniert und exportiert weiter wie bisher, die strukturierte Ausgangsrechnung entsteht eine Ebene darüber.

Wie sich speedy im E-Rechnungs-Feld einordnet

speedy gehört zu den Anbietern, die die E-Rechnung bewusst aus der Software heraushalten und dem Steuerberater überlassen. Das ist eine legitime Aufteilung, solange dir klar ist, dass du die Buchhaltungs-Ebene selbst besetzen musst. Wickelst du die E-Rechnung ohnehin über den Steuerberater oder ein eigenes Buchhaltungstool ab, ist das kein Nachteil, sondern nur eine Aufgabenteilung. Wer dagegen erwartet, dass die Kasse den Rechnungseingang gleich miterledigt, sollte diesen Punkt vor der Entscheidung klären. Andere Kassensysteme im Cluster gehen hier unterschiedlich vor, ein Blick auf die jeweilige Dokumentation lohnt sich.

Häufige Fragen

Hat speedy eine E-Rechnungs-Funktion?

Auf der Website ist keine dokumentiert. Empfang und Versand löst du über ein separates Buchhaltungstool.

Was kann die DATEV-Schnittstelle von speedy?

Sie exportiert einen Buchungsstapel per DATEV-ASCII-Import (CSV/Excel) für den Steuerberater. Sie ist nicht zertifiziert und bindet kein DATEV Unternehmen online an.

Ist „Lieferung auf Rechnung“ eine E-Rechnung?

Nein. Das ist ein Verkauf auf offene Rechnung mit Unterschrift am Bildschirm, kein strukturierter Datensatz nach EN 16931.

Kann ich mit speedy schon heute XRechnungen empfangen?


Nicht über speedy selbst. Auf keiner Seite des Anbieters ist ein Rechnungseingangs-Modul dokumentiert, und es gibt null Treffer für XRechnung, ZUGFeRD oder PEPPOL. Den Empfang und die GoBD-konforme Archivierung löst du über ein separates Buchhaltungstool wie DATEV Unternehmen online, lexoffice oder sevDesk.

Welche Formate versendet speedy als E-Rechnung?


Keine strukturierten Formate. Die einzige rechnungsnahe POS-Funktion ist „Lieferung auf Rechnung“ mit Bildschirmunterschrift, also ein Verkauf auf offene Rechnung ohne XML-Output nach EN 16931. Strukturierte Ausgangsrechnungen in XRechnung oder ZUGFeRD erzeugst du über die Buchhaltungssoftware, nicht über die Kasse.

Was kostet die E-Rechnung bei speedy zusätzlich?


speedy verlangt kein Aufgeld für eine E-Rechnungs-Funktion, weil es keine gibt. Die Kosten entstehen bei dem separaten Buchhaltungstool, das du für Empfang, Archivierung und ab 2027 den Versand einsetzt. Was dieses Tool kostet, hängt vom Anbieter ab und ist unabhängig von deinem speedy-Tarif.
Kassen-Spezialist, E-Rechnung extern

speedy kasse

ab 19,00 €
speedy konzentriert sich auf die Kasse; E-Rechnung ist kein Thema der Software. Dafür brauchst du eine zweite Lösung.

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