Kartenzahlung Kosten für Händler: EC-Gebühren im Vergleich
Von:
Christian Jansen
Letztes Update 14.05.2026
Kartenzahlung gehört 2026 zum Standard. Die wenigsten Kunden tragen noch genug Bargeld für größere Einkäufe mit sich. Aber was kostet es dich als Händler, wenn jemand mit EC-Karte, Kreditkarte oder Smartphone bezahlt? Die Gebühren variieren je nach Kartentyp, Anbieter und Abrechnungsmodell erheblich. Wir schlüsseln auf, was auf dich zukommt und wo du sparen kannst.
Was kostet Kartenzahlung für Händler?
Jede Kartenzahlung kostet dich eine Gebühr. Wie hoch die ausfällt, hängt von drei Faktoren ab: dem Kartentyp (Girocard, Visa, Mastercard, Amex), dem Abrechnungsmodell deines Zahlungsdienstleisters und dem monatlichen Transaktionsvolumen.
Die Spanne ist groß. Bei einer Girocard-Zahlung über 50 EUR zahlst du zwischen 0,10 und 0,15 EUR Gebühr. Bei einer Amex-Kreditkarte können es 0,75 bis 0,95 EUR für dieselbe Summe sein. Aufs Monat hochgerechnet macht das einen Unterschied von mehreren hundert Euro.
Grundsätzlich gibt es zwei Modelle. Flat-Rate-Anbieter wie SumUp oder Zettle berechnen einen festen Prozentsatz auf jede Transaktion, egal welche Karte. Klassische Zahlungsdienstleister wie PAYONE staffeln die Gebühren nach Kartentyp, verlangen dafür aber oft eine monatliche Grundgebühr.
Welches Modell günstiger ist, hängt von deinem Umsatz ab. Bei wenigen Kartenzahlungen im Monat fahren Flat-Rate-Anbieter oft besser, weil keine Fixkosten anfallen. Ab etwa 5.000 EUR Kartenumsatz pro Monat lohnt sich ein klassischer Anbieter mit niedrigeren Transaktionsgebühren.
ETRON
ETRON Pay bewirbt einen Einheitstarif von 0,99 % + 0,09 EUR über alle Kartenmarken (Girocard, Visa, Mastercard, Apple und Google Pay). Direkt ins Kassensystem integriert: kein zweiter Vertrag, kein zweites Terminal. Konkrete Disagios werden im individuellen Vertriebsangebot kalkuliert.
EC-Karte: Gebühren pro Transaktion
Die Girocard (im Volksmund „EC-Karte“) ist in Deutschland das günstigste Kartenzahlungsmittel für Händler. Die EU hat die Interchange-Fee für Debitkarten auf maximal 0,2 % vom Umsatz gedeckelt. Dazu kommen die Aufschläge deines Zahlungsdienstleisters.
In der Praxis zahlst du für eine Girocard-Transaktion zwischen 0,20 % und 0,30 % vom Umsatz. Bei PAYONE im Classic-Tarif sind es 0,26 %, bei SumUp oder Zettle pauschal 1,39 % (hier wird nicht nach Kartentyp unterschieden).
Für die meisten Einzelhändler und Gastronomen ist die Girocard der häufigste Kartentyp. Rund 60 bis 80 % aller Kartenzahlungen laufen darüber. Deshalb lohnt es sich, bei der Wahl des Zahlungsanbieters besonders auf die Girocard-Konditionen zu achten.
Kreditkarte: Gebühren und Aufschläge
Kreditkarten kosten dich als Händler deutlich mehr als Girocard-Zahlungen. Die EU deckelt die Interchange-Fee für Kreditkarten bei 0,3 %. Dazu kommen die Aufschläge des Zahlungsdienstleisters, Netzwerkgebühren und je nach Anbieter weitere Posten.
| Kartentyp | Typische Gebühr | Hinweis |
|---|---|---|
| Girocard (Debit) | 0,20 – 0,30 % | Günstigster Kartentyp |
| Visa/MC Debit | 0,75 – 1,0 % | Immer häufiger im Umlauf |
| Visa/MC Kredit | 0,75 – 1,5 % | Je nach Anbieter und Tarif |
| American Express | 1,5 – 1,9 % | Höchste Gebühren, weniger Nutzer |
Ein Punkt, den viele Händler übersehen: Visa und Mastercard geben immer mehr Debitkarten statt Kreditkarten aus. Eine Visa Debit sieht für den Kunden aus wie eine Kreditkarte, kostet dich aber 0,75 bis 1,0 % statt 1,5 %. Der Trend arbeitet zu deinen Gunsten.
Ob du American Express akzeptieren willst, ist eine Abwägung. Die Gebühren liegen bei 1,5 bis 1,9 %. Dafür erreichst du eine Zielgruppe mit im Schnitt höheren Warenkörben. Für ein Café mit 3,50 EUR Durchschnittsbon lohnt sich Amex kaum. Für ein Möbelgeschäft mit 500 EUR Durchschnittsbon kann es sich rechnen.
Kontaktlos und Mobile Payment: Zusatzkosten?
Kontaktloses Bezahlen per NFC, Apple Pay oder Google Pay kostet dich keinen Cent extra. Die Transaktion läuft über dasselbe Kartennetzwerk wie eine normale Kartenzahlung. Ob dein Kunde die Karte einsteckt oder sein Smartphone an das Terminal hält, macht bei den Gebühren keinen Unterschied.
Einziger Punkt: Dein Kartenlesegerät muss NFC unterstützen. Alle aktuellen Geräte von SumUp, Zettle, PAYONE und den in Kassensysteme integrierten Terminals können das. Wenn du noch ein älteres Gerät ohne NFC nutzt, lohnt sich der Wechsel allein wegen der schnelleren Abwicklung.
Kontaktlose Zahlungen sind außerdem schneller. Eine kontaktlose Zahlung dauert 2 bis 3 Sekunden, eine Chip-Zahlung mit PIN 10 bis 15 Sekunden. An einer vollen Kasse summiert sich das.
Kartenlesegerät: Kauf vs. Miete
Beim Terminal hast du zwei Optionen: einmal kaufen oder monatlich mieten. Beide Modelle haben ihre Berechtigung, je nach Geschäftstyp.
Kauf: Mobile Kartenleser wie der SumUp Solo Lite (44 EUR netto) oder der PayPal Reader (ab 29 EUR netto für Neukunden, Folgegeräte 79 EUR) sind die günstigen Einstiegsmodelle. Die Geräte gehören dir, keine monatlichen Kosten. Dafür sind die Transaktionsgebühren mit 1,39 % relativ hoch. Für Marktstände, Pop-up-Stores oder Dienstleister mit wenigen Kartenzahlungen ist das die richtige Wahl.
Profi-Terminals von Verifone oder Ingenico kosten beim Kauf bis zu 500 EUR. Dafür gibt es integrierte Drucker, größere Displays und robuste Technik für den Dauerbetrieb.
Miete: Stationäre Terminals von CCV oder Verifone kannst du für 6 bis 14 EUR pro Monat mieten. Geht das Gerät kaputt, bekommst du ein Ersatzgerät. Dazu kommen oft niedrigere Transaktionsgebühren als bei Flat-Rate-Anbietern. Mietverträge laufen allerdings meist 24 bis 60 Monate. Prüfe die Laufzeit, bevor du unterschreibst.
Die dritte Option: Ein Kassensystem mit integrierter Kartenzahlung. Dann brauchst du kein separates Terminal, weil die Zahlung direkt über die Kasse abgewickelt wird. Das spart Hardware-Kosten und vereinfacht die Buchhaltung.
Kartenzahlung im Kassensystem: Integriert vs. separater Anbieter
Der klassische Weg: Kassensystem und daneben ein separates Kartenterminal. Der Kassierer tippt den Betrag zweimal ein, einmal in die Kasse und einmal ins Terminal. Das funktioniert, ist aber fehleranfällig und langsam.
Der moderne Weg: Die Kartenzahlung ist direkt ins Kassensystem integriert. Der Betrag wird automatisch ans Terminal übertragen, die Transaktion erscheint sofort im Kassenbericht. Kein doppeltes Tippen, keine Zahlendreher.
Mehrere Kassensystemanbieter haben eigene Zahlungslösungen entwickelt. Die Gebühren im Vergleich:
| Anbieter | Girocard | Visa/MC Kredit | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| ETRON Pay | 0,99 % + 0,09 EUR | 0,99 % + 0,09 EUR | Einheitstarif alle Karten |
| ready2order readyPay | 1,23 % | 1,23 % | Flat-Rate, keine Grundgebühr |
| Vectron SMART Pay | 1,29 % | 1,29 % (1,9 % Amex) | Smart4Pay-Tarif (Software 34,90 EUR/Mo, Terminal inkl.) |
| SumUp / Zettle | 1,39 % | 1,39 % | Kein Kassensystem, nur Terminal |
| PAYONE Classic | 0,26 % | 1,49 % | Grundgebühr, separate Integration |
Was bedeutet das konkret? Rechenbeispiel mit 10.000 EUR Kartenumsatz pro Monat (70 % Girocard, 30 % Kredit):
| Anbieter | Kosten/Monat | Inkl. Fixkosten |
|---|---|---|
| PAYONE Classic | ca. 62 EUR | + Grundgebühr |
| ETRON Pay | ca. 108 EUR | Keine Zusatzkosten |
| ready2order readyPay | 123 EUR | Keine Zusatzkosten |
| SumUp / Zettle | 139 EUR | Keine Zusatzkosten |
| Vectron SMART Pay | 129 EUR | + 34,90 EUR Smart4Pay-Software = 164 EUR |
ETRON Pay bewirbt einen Einheitstarif von ca. 0,99 % + 0,09 EUR über alle Kartentypen. Konkrete Disagios verhandelt ETRON individuell mit dem Händler im Vertragsangebot. Bei ready2order zahlst du etwas mehr, bekommst dafür ein besonders einfaches Setup ohne separate Hardware.
Der Vorteil integrierter Lösungen geht über die reinen Gebühren hinaus. Wenn Kartenzahlung und Kasse aus einer Hand kommen, sparst du dir den zweiten Vertrag, den zweiten Ansprechpartner und die manuelle Abstimmung der Tagesabschlüsse.
Kartenleser-Anbieter im Überblick
Diese Anbieter bieten Kartenlesegeräte für Händler an:
- alle Branchen
- moderne Kartenleser für alle bargeld- und kontaktlosen Zahlungen
- verschiedene Komplettpakete zum Fest- oder Flexpreis
- Online-Kundenportal mit Reportings
- alle Branchen
- gute Auswahl von Kartenlesegeräten
- tendenziell günstig bei hohen Umsätzen
- sehr ausgeprägter Service
- alle Branchen
- verschiedene Kartenlesegeräte, mobil sowie stationär
- alle Branchen
- speziell für kleine Unternehmen
- viele Endgeräte
- 24/7 Support
- alle Branchen
- stilische, kleine Hardware
- geringe Kosten
- empfehlenswert besonders für kleine Geschäfte
FAQ
Was kostet Kartenzahlung mit EC-Karte für Händler?
Kostet kontaktloses Bezahlen extra?
Lohnt sich ein Kartenlesegerät zum Kaufen oder Mieten?
Was ist günstiger: separates Terminal oder integrierte Kartenzahlung?
Muss ich als Händler Kreditkarten akzeptieren?
Quellen
- girocard.eu – Offizielle Informationen zum Girocard-System und Interchange-Gebühren
- EU-Verordnung 2015/751 – Interchange-Entgelte für kartengebundene Zahlungsvorgänge (Interchange Fee Regulation)
Alle Anbieter und Tarife im Detail findest du in unserem Kassensystem Kosten Vergleich 2026. Passende Artikel zu diesem Thema: Kassensystem Kosten Gastronomie und Kassensystem Kosten Einzelhandel.
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