Kassensystem Hardware: Drucker, Kartenleser, Tablet im Preischeck
Von:
Christian Jansen
Letztes Update 14.05.2026
Du hast dich für ein Kassensystem entschieden, die Software passt, der Tarif stimmt. Jetzt kommt die Frage: Welche Hardware brauchst du eigentlich? Tablet, Bondrucker, Kartenleser, Kassenlade. Die Einzelpreise sehen harmlos aus, aber zusammen läppert es sich. Wir zeigen dir, was Kassensystem Hardware 2026 kostet und wo du sparen kannst, ohne an der falschen Stelle zu kürzen.
Kassensystem Hardware Kosten: Das Wichtigste
- Minimale Ausstattung (Tablet + Kartenleser): ab ca. 130 EUR einmalig
- Typisches Setup (Tablet, Drucker, Kartenleser, Kassenlade): 500 bis 1.200 EUR
- All-in-One-Terminals: 800 bis 1.500 EUR, dafür alles aus einer Hand
- Kartenleser ab 29 EUR (PayPal Reader Erstgerät) bis 279 EUR (ready2order readyMini)
- Komplettsets von SumUp oder POSSUM liegen bei 475 bis 1.400 EUR (SumUp Kasse 474,81 EUR inkl. USt., POSSUM-Geräte 999 bis 1.399 EUR)
Welche Hardware braucht ein Kassensystem?
Das hängt von deinem Geschäft ab. Ein Café mit zehn Plätzen braucht weniger als ein Einzelhändler mit 500 Artikeln und Laufkundschaft. Aber es gibt einen Kern, der fast immer gleich ist.
Pflicht für jeden Betrieb:
- Tablet oder Terminal als Kasse
- Kartenlesegerät für EC- und Kreditkartenzahlung
Sehr empfohlen:
- Bondrucker für Kassenbons und Tagesabschlüsse
- Kassenschublade für Bargeld
Je nach Branche zusätzlich:
- Barcode-Scanner (Einzelhandel)
- Kitchen Display System (Gastronomie)
- Kundendisplay
Du musst nicht alles auf einmal kaufen. Starte mit Tablet und Kartenleser, den Rest rüstest du nach. Die meisten Kassensysteme sind modular aufgebaut.
Tablet/Terminal: iPad vs. Android vs. Spezialgerät
Die Kasse läuft auf einem Bildschirm. Ob du ein iPad nimmst oder ein fertiges Terminal vom Anbieter kaufst, macht preislich einen großen Unterschied.
iPad (Standard oder Air): 379 bis 549 EUR. Zuverlässig, schnelles Display, guter Wiederverkaufswert. Die meisten Kassensysteme wie ready2order, SumUp oder Tillhub haben optimierte iPad-Apps. Nachteil: Apple-Preise, und du brauchst zusätzlich einen Tablet-Ständer (30 bis 80 EUR).
Android-Tablets: 100 bis 400 EUR, je nach Qualität. Im Einstiegsbereich (100 bis 250 EUR) bekommst du Geräte von Samsung oder Lenovo, die für eine Kassen-App ausreichen. Mittelklasse-Tablets (250 bis 400 EUR) bieten mehr Speicher und bessere Displays. Android ist die günstigere Wahl, aber nicht jede Kassen-App läuft auf jedem Gerät gleich gut. Prüf vorher die Kompatibilitätsliste deines Anbieters.
All-in-One-Terminals: 800 bis 1.500 EUR. Diese Geräte kombinieren Bildschirm, Drucker und teilweise Kartenleser in einem Gehäuse. Sieht professioneller aus, ist robuster und spart Kabelsalat. Aber du bist an den Anbieter gebunden. Wenn du wechselst, kannst du das Terminal oft nicht mitnehmen.
Windows-basierte Terminals: 400 bis 900 EUR. Eher im stationären Einzelhandel verbreitet, wo Desktop-Software wie ETRON läuft. Weniger relevant, wenn du ein cloudbasiertes System nutzt.
Für die meisten Betriebe ist ein Android-Tablet der beste Einstieg. Du sparst gegenüber dem iPad 200 bis 300 EUR und hast trotzdem ein verlässliches Gerät. Das iPad lohnt sich, wenn du auf lange Software-Updates und ein einheitliches Apple-Ökosystem Wert legst.
Bondrucker: Preise und Empfehlungen
Ohne Bondrucker geht es in vielen Branchen nicht. Seit der Belegausgabepflicht musst du jedem Kunden einen Bon anbieten. Digital geht zwar auch, aber gerade in der Gastro und im Einzelhandel erwarten Kunden den gedruckten Beleg.
| Modell | Preis (ca.) | Besonderheiten |
|---|---|---|
| No-Name USB-Drucker | 40 – 80 EUR | Günstig, aber oft Treiberprobleme |
| Epson TM-T20III | 120 – 150 EUR | Solider Einstieg, breite Kompatibilität |
| Epson TM-T88VII | 135 – 250 EUR | Industriestandard, schnell, leise |
| Star mC-Print3 | 300 – 380 EUR | Bluetooth + WLAN, Apple-zertifiziert |
Der Epson TM-T20III ist das Arbeitstier unter den Bondruckern. Für 120 bis 150 EUR bekommst du ein Gerät, das mit fast jeder Kassensoftware funktioniert. USB, Thermodruck, zuverlässig. Für die meisten kleinen Betriebe reicht das.
Wer kabellos drucken will (zum Beispiel vom iPad), braucht Bluetooth oder WLAN. Da landet man schnell beim Star mC-Print3 für 300 bis 380 EUR. Teuer, aber die kabellose Verbindung spart Ärger bei der Installation.
Von den No-Name-Druckern unter 80 EUR rate ich ab. Die funktionieren oft nur mit bestimmten Systemen, der Support ist schlecht, und nach einem Jahr streikt die Mechanik. Die 70 EUR Aufpreis zum Epson holen sich durch weniger Frust schnell wieder rein.
Kartenlesegerät: Kosten und Optionen
Kartenzahlung ist Standard. Über 60 % der Kunden zahlen inzwischen mit Karte oder Smartphone. Ein Kartenleser kostet überraschend wenig in der Anschaffung. Die eigentlichen Kosten stecken in den Transaktionsgebühren.
| Gerät | Kaufpreis (inkl. USt.) | Gebühren pro Zahlung |
|---|---|---|
| PayPal Reader (Zettle) | 29 EUR Erstgerät / 79 EUR Folgegerät (netto) | via PayPal-Tarif (nicht in unserer Faktenquelle gepflegt) |
| SumUp Solo Lite mit Ladestation | 52,36 EUR (44 EUR netto) | 1,39 % im Standard-Tarif (Zahlungen umsatzbasiert) |
| ready2order readyMini | 279 EUR | 1,23 % readyPay (zzgl. einmalig 99 EUR Aktivierungsgebühr für das Kassensystem-Abo) |
Den günstigsten Einstieg liefert der PayPal Reader (Nachfolger des Zettle Reader 2): das Erstgerät kostet Neukunden 29 EUR netto, Folgegeräte 79 EUR netto. Die Disagio-Konditionen pflegt PayPal/Zettle aktuell außerhalb unserer Source of Truth, vergleiche sie vor der Wahl direkt im PayPal-Geschäftskonto.
SumUp bietet mit Solo Lite plus Ladestation für 52,36 EUR inkl. USt. (44 EUR netto) eine smartphone-gekoppelte Variante. Die 1,39 % im Standard-Tarif sind höher als bei Profi-Acquirern; ab etwa 3.500 EUR Kartenumsatz pro Monat lohnt sich das Abo „Zahlungen Plus“ (19 EUR/Monat), das das Disagio für Debit- und Standard-Kreditkarten auf 0,79 % senkt. Amex und Premium-Karten bleiben in jedem Tarif bei 1,39 %.
ready2order bietet mit dem readyMini ein eigenes Terminal für 279 EUR. Alles kommt aus einer Hand, Kasse und Kartenzahlung sind direkt über readyPay (1,23 % flat) integriert. Beachte die einmalige Aktivierungsgebühr von 99 EUR für das Kassensystem-Abo, die nichts mit der Hardware-Investition zu tun hat.
Speedy bietet die Kartenzahlung mit speedy pay als Software-Modul in den BASIC- und PREMIUM-Tarifen ohne Aufpreis. Hardware (Kartenleser oder Terminal) wird über Partner bezogen, das Disagio läuft über den jeweils gewählten Acquirer.
Einen detaillierten Vergleich der Transaktionsgebühren findest du in unserem Ratgeber zu Kartenzahlung Kosten für Händler.
Kassenschublade, Scanner, KDS: Zusatz-Hardware
Neben den drei Kerngeräten gibt es Hardware, die je nach Branche dazukommt.
Kassenschublade: 57 bis 179 EUR. Einstiegsmodelle für 57 bis 65 EUR tun ihren Dienst in kleinen Betrieben. Wer eine robustere Lade mit Metallschienen und Münzsortierung braucht, landet bei 65 bis 100 EUR. Premium-Laden mit elektrischem Öffnungsmechanismus kosten 130 bis 179 EUR. Für die meisten reicht die Mittelklasse.
Barcode-Scanner: 27 bis 250 EUR. Einfache CCD-Scanner mit USB-Kabel gibt es ab 27 EUR, die lesen 1D-Barcodes zuverlässig. Für 2D-Codes (QR-Codes, GS1 DataMatrix) brauchst du ein Lasergerät ab 50 EUR. Bluetooth-Scanner für kabelloses Arbeiten kosten 79 bis 249 EUR. Im Einzelhandel mit mehr als 100 Artikeln ist ein Scanner kein Luxus, sondern spart dir täglich Zeit.
Kitchen Display System (KDS): Relevant für die Gastronomie. Statt Bon-Zettel an der Küchentheke zeigt ein Bildschirm die Bestellungen digital an. Die einfachste Lösung: Ein Android-Tablet für 150 bis 300 EUR mit der KDS-App deines Kassensystems. Dedizierte KDS-Displays kosten 300 bis 500 EUR, robuste Edelstahl-Varianten für Profiküchen 800 bis 1.200 EUR. Dazu kommen Softwarekosten von 25 bis 40 USD pro Monat und Bildschirm.
Komplettpaket vs. Einzelkauf
Du hast zwei Wege: Alles einzeln zusammenstellen oder ein fertiges Paket vom Anbieter kaufen.
Einzelkauf: Du wählst jede Komponente selbst. Das ist günstiger, wenn du bereits ein Tablet hast oder bestimmte Hardware bevorzugst. Ein selbst zusammengestelltes Setup mit Android-Tablet (200 EUR), Epson-Drucker (140 EUR), PayPal Reader (29 EUR) und Kassenlade (70 EUR) kostet rund 440 EUR. Dafür bist du selbst für die Kompatibilität verantwortlich.
Komplettsets der Anbieter:
| Anbieter | Modell | Preis | Inhalt |
|---|---|---|---|
| SumUp | Kasse (Basisgerät) | 474,81 EUR inkl. USt. (399 EUR netto) | Touchscreen + Kundenbildschirm; Bondrucker, Kassenlade und Scanner separat |
| POSSUM | POSSUM10 All-in-One | 999 EUR | Display, Bondrucker, Kundendisplay, Hardware-TSE mit 5 Jahren Laufzeit |
| POSSUM | POSSUM16 G2DS | 1.399 EUR | Großes Touchscreen-Display, sonst Ausstattung wie POSSUM10 |
Komplettsets kosten mehr als der Einzelkauf, aber du bekommst garantierte Kompatibilität, einen Ansprechpartner und oft bessere Garantiekonditionen. Wer wenig Technik-Erfahrung hat, spart mit einem Komplettpaket Zeit und Nerven.
Unser Tipp: Rechne beide Varianten durch. Wenn die Differenz unter 150 EUR liegt, nimm das Komplettset. Der Komfort ist es wert.
Hardware-Pakete im Vergleich
ready2order
FAQ
Was kostet ein komplettes Kassensystem mit Hardware?
Für ein typisches Setup mit Tablet, Bondrucker, Kartenleser und Kassenlade zahlst du zwischen 500 und 1.200 EUR einmalig. Dazu kommen monatliche Softwarekosten von 20 bis 60 EUR. Im ersten Jahr landest du bei 740 bis 1.920 EUR insgesamt.
Kann ich mein eigenes iPad oder Tablet als Kasse nutzen?
Ja, die meisten cloudbasierten Kassensysteme wie ready2order, SumUp oder Tillhub laufen auf handelsüblichen Tablets. Du brauchst kein spezielles Gerät. Prüf vorher die Mindestanforderungen (Betriebssystem-Version, Bildschirmgröße) in der Kompatibilitätsliste deines Anbieters.
Lohnt sich ein All-in-One-Terminal?
Für Betriebe mit hohem Kundenaufkommen ja. All-in-One-Geräte (800 bis 1.500 EUR) sind robuster, sehen professioneller aus und sparen Kabelsalat. Für kleine Betriebe mit weniger als 50 Kunden am Tag reicht ein Tablet-Setup für die Hälfte des Preises.
Brauche ich einen Bondrucker?
In Deutschland gilt die Belegausgabepflicht. Du musst jedem Kunden einen Beleg anbieten. Das geht auch digital per E-Mail oder QR-Code, aber viele Kunden erwarten einen gedruckten Bon. Für die meisten Betriebe ist ein Bondrucker (ab 120 EUR) sinnvoll.
Kassensystem Hardware mieten oder kaufen?
Kaufen ist langfristig günstiger. Mietmodelle (oft 30 bis 60 EUR/Monat für Hardware) rechnen sich nur, wenn du die hohe Anfangsinvestition vermeiden willst oder das System erst testen möchtest. Nach 18 bis 24 Monaten hast du beim Kauf den Break-even erreicht. Einen ausführlichen Vergleich findest du in unserem Ratgeber Kassensystem mieten oder kaufen.
Quellen
- Epson Bondrucker Produktseite: epson.de/products/sd/pos-receipt-printers
- SumUp POS Hardware-Pakete: sumup.com/de-de/kassensystem
- Zettle by PayPal Kartenleser: zettle.com/de/kartenleser
Alle Anbieter im Überblick findest du in unserem Kassensystem Kostenvergleich 2026.
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