Kassensystem Bar & Club: Die besten Anbieter im Vergleich (2026)
Von:
Christian Jansen
Letztes Update 30.04.2026
Freitag, 23:00 Uhr, die Bar ist voll. 20 Gäste drängen sich an der Theke, dein zweiter Barkeeper ruft „Noch zwei Mojitos!“ quer durch den Raum, und am hinteren Ende sitzt seit zwei Stunden eine Gruppe, die auf einer einzigen Rechnung weiterbestellt. Du willst wissen, welches Kassensystem das aushält, ohne dich bei jedem Gin Tonic drei Klicks zu kosten.
Bars und Clubs haben andere Anforderungen als Restaurants. Keine Tischverwaltung, keine Gangsteuerung, dafür Schnellbonierung im 3-Sekunden-Takt, offene Rechnungen für Stammgäste, Happy-Hour-Preise, Trinkgeld-Pooling und ein Tagesabschluss, der nach Mitternacht passieren muss. Die meisten Vergleichsartikel werfen Restaurant- und Bar-Kassensysteme in einen Topf, weshalb du am Ende oft die falsche Wahl triffst.
Dieser Artikel ergänzt unseren Gastronomie-Kassensysteme im Überblick. Hier geht es konkret um Bars, Kneipen, Cocktailbars, Nachtclubs und Diskotheken. Du bekommst die fünf relevantesten Anbieter mit ehrlicher Bar-Tauglichkeit, den einzigen direkten Tab-Vergleich, den du im deutschsprachigen Netz findest, zwei Vollkosten-Szenarien (kleine Bar vs. Club) und klare Antworten auf die Fragen, die kein Wettbewerber beantwortet.
Vorweg die unbequeme Wahrheit: Keiner der fünf Hauptanbieter in Deutschland hat einen echten „Bar-Tab-Modus“ wie US-Systeme. Alle lösen das Thema mit Umwegen. Welche Umwege gut funktionieren und welche nerven, liest du weiter unten.
Entscheide in 60 Sekunden
Wichtigste Frage: Wo sitzt deine Bar?
- Keller oder schwaches WLAN: POSSUM (100 % offline, lokale Datenbank, kein Ausfall bei Netzpannen).
- Stabiles Netz, bis 100 Gäste: ready2order (iPad-basiert, monatlich kündbar, schnelle Schnellbon-Matrix).
- Stammgast-Bindung und Happy Hour: Gastronovi (Loyalty und Happy-Hour-Zeitsteuerung nativ, braucht gutes Internet).
- Hotel-Bar oder mehrere Venues: Lightspeed (einziger mit Tab-Workflow aus internationalem Standard, Premium-Preis).
Was ein Bar- und Club-Kassensystem können muss
Eine Bar ist kein Restaurant. Du kassierst direkt an der Theke, dein Personal läuft keine Gänge ab, und der typische Gast bestellt nicht einmal, sondern sechs- oder achtmal im Laufe des Abends. Daraus ergeben sich zehn Anforderungen, die ein Bar-Kassensystem beherrschen muss. Fehlt auch nur eine, merkst du das spätestens am ersten vollen Freitag.
Schnellbonierung in 3 bis 5 Sekunden
Das Kernthema. An der Theke hast du keine Zeit, dich durch Menüs zu klicken. Eine Bestellung muss in drei bis fünf Sekunden durch sein: Produkt antippen, ggf. Variante wählen, Zahlung abschließen, nächster Gast. Das funktioniert nur, wenn dein Kassensystem einen echten Direktkassier-Modus hat, ohne Zwangs-Tischauswahl.
Viele Systeme sind primär für Restaurants gebaut und verlangen im Standard eine Tischnummer oder eine Kellner-Zuordnung pro Bestellung. In der Bar ist das ein Showstopper. Vor dem Kauf explizit fragen: „Kann das System in einen reinen Schnellkassen-Modus geschaltet werden, bei dem keine Tisch- oder Partei-Zuordnung nötig ist?“
Tabs und offene Rechnungen: die große Lücke
Das wichtigste Bar-Feature und gleichzeitig die größte Schwachstelle fast aller Anbieter im DACH-Markt. Der Ablauf ist einfach: Ein Gast kommt rein, bestellt den ganzen Abend auf „seinen Namen“, zahlt am Ende alles zusammen. In den USA heißt das „Bar Tab“ und ist in jedem POS-System Standard. In Deutschland nennt es sich „Anschreiben“, „offene Rechnung“ oder „Zahlung auf Ziel“.
Die unbequeme Wahrheit: Kein deutscher Hauptanbieter hat einen dedizierten Bar-Tab-Modus mit einem intuitiven Tab-Overview-Screen. Die fünf großen Anbieter lösen das mit Workarounds, und die Unterschiede sind erheblich. Wie, das zeigen wir weiter unten im direkten Tab-Vergleich.
Hohe Gleichzeitigkeit (Peak-Hour-Last)
Kurz vor Mitternacht kassieren drei Barkeeper gleichzeitig auf drei verschiedenen Terminals, und die Thekenschlange wird nicht kürzer. Dein Kassensystem muss genau dann performen, wenn es am meisten zu tun hat. Anforderungen: mehrere Kassenplätze auf derselben Datenbank, kein gegenseitiges Blockieren, Reaktionszeit unter einer Sekunde.
Lokal installierte Systeme (POSSUM, Vectron) haben hier einen strukturellen Vorteil. Die Datenbank läuft auf lokaler Hardware, keine Latenz durch Internet. Cloud-Systeme (ready2order, Gastronovi, Lightspeed) hängen von stabiler Serverseite ab und zeigen laut Branchenforen genau in den Peak-Zeiten erhöhte Fehlerraten. Freitag 23 Uhr ist eben nicht nur bei dir Peak.
RFID- und Chipkartensysteme: die Club-Nische
Größere Clubs, Festivals und Veranstaltungen setzen zunehmend auf Cashless-Wristbands oder Chipkarten. Der Gast lädt beim Einlass eine Karte mit Guthaben auf und zahlt den ganzen Abend kontaktlos. Restguthaben gibt es am Ende zurück oder verfällt (das musst du vorher klar kommunizieren, Verbraucherrecht).
Wichtig zu wissen: Die regulären Kassensysteme (ready2order, POSSUM, Lightspeed, Gastronovi, Vectron) haben keine native RFID-Unterstützung. Wer Chipkarten will, braucht entweder einen Spezialisten wie OPC cardsystems oder DiKAS, oder eine individuelle Schnittstellenintegration. Das ist eigenes Projekt mit 4 bis 8 Wochen Vorlaufzeit, nicht Plug and Play.
Happy Hour und zeitbasierte Preise
Alle fünf Hauptanbieter können zeitbasierte Sonderpreise, aber das Feature heißt bei jedem anders. Bei ready2order sind es Preisregeln mit Zeitfenster, bei Gastronovi separate Happy-Hour-Menüs mit Tageszeitsteuerung, bei Lightspeed das Promotions-Modul. Im Verkaufsgespräch konkret fragen: „Kann ich für jeden Montag von 18 bis 20 Uhr automatisch alle Bierpreise um 1 € reduzieren lassen, ohne dass ich am Tag selbst etwas umstellen muss?“
Flaschen- und Spirituosen-Schwundkontrolle
Einer der größten unsichtbaren Kostenblöcke in Bars. Branchenüblich sind 5 bis 20 % Schwund bei Spirituosen, durch Free-Pouring, Eigenkonsum des Personals und klassischen Diebstahl. Bei einem Monatseinkauf von 3.000 € sind das schnell 600 € Verlust.
Kassensystem-seitige Kontrolle geht über eine Warenwirtschafts-Anbindung. Gastronovi hat das als Modul (129 €/Monat), Lightspeed als Add-on, POSSUM optional. Wer es ernst meint, kombiniert ein günstiges Kassensystem mit einem dedizierten Schwundschutz wie Barcontrol (kalibrierte Ausgießer mit elektromagnetischer Aktivierung, jeder Ausschank wird automatisch erfasst). Herstellerangabe: bis zu 20 % Schwund-Reduktion.
Trinkgeld-Handling und Pool-Abrechnung
In deutschen Bars sind 10 bis 15 % Trinkgeld Standard. Steuerlich heikel: Wenn der Gast dem Barkeeper direkt Trinkgeld gibt, ist das nach § 3 Nr. 51 EStG steuer- und sozialversicherungsfrei. Wenn der Arbeitgeber die Verteilung steuert, wird Trinkgeld zu Arbeitslohn und damit steuerpflichtig. Dazwischen liegt der klassische Barkeeper-Pool (alle werfen rein, Team verteilt selbst): weiter steuerfrei.
Kassensystem-Anforderung: Trinkgeld muss als eigener Zahlweg ohne Umsatzsteuer-Ausweis angelegt werden. Bei Kartenzahlung braucht es eine TIP-Schaltfläche direkt am Kartenlesegerät, damit der Betrag getrennt vom Umsatz auf der Tagesabrechnung erscheint. Das Finanzamt prüft laut Heimpel seit 2024 verstärkt, ob Trinkgeld sauber ausgewiesen ist. Wer es als regulären Umsatz bucht, zahlt Umsatzsteuer auf Geld, das dem Personal gehört.
Tagesabschluss nach Mitternacht
Klassische Stolperfalle in der Nachtgastronomie. Deine Bar schließt um 4:00 Uhr morgens. Wann macht dein Kassensystem den Z-Bon?
Rechtslage: § 146 Abs. 1 AO verlangt tägliche Kassenerfassung, aber der „Geschäftstag“ endet mit Betriebsschluss, nicht mit dem Kalendertag. Der Tagesabschluss darf also auch um 4:30 Uhr laufen, solange er vor dem nächsten Öffnungstag und zeitnah erfolgt. Kritisch wird es, wenn dein System einen automatischen Tagesabschluss um 23:59 Uhr erzwingt. Dann landen die Samstagnacht-Umsätze plötzlich auf dem Sonntag, und dein Steuerberater sortiert am Monatsende Chaos.
Vor dem Kauf prüfen: „Kann ich den Tagesabschluss-Zeitpunkt frei konfigurieren oder den automatischen Schluss komplett deaktivieren?“ Wenn nein: Finger weg für Nachtgastro.
Kartenzahlung mit NFC und Tip-Funktion
Bar-Gäste erwarten Tap-to-Pay in unter drei Sekunden. Eine Kartenzahlung, die 30 Sekunden dauert, zerstört den Thekenfluss. Was du brauchst: ein integriertes Kartenlesegerät mit NFC, möglichst fest an der Kasse angebunden. Externe Bluetooth-Lesegeräte wie SumUp Air oder Zettle verlieren in lauten Kellerlocations regelmäßig die Verbindung, und dann steht dein Barkeeper mit Gast und Karte im Nichts.
Die Tip-Abfrage sollte direkt auf dem Kartenleser passieren, nicht auf dem Kassendisplay. POSSUM (Transaktionsgebühr gestaffelt: 0,65 % im SILVER-Paket ab 10.000 € Kartenumsatz, 0,59 % im GOLD ab 25.000 €) und Vectron (1,29 %) liefern integrierte Zahlterminals, Lightspeed und ready2order arbeiten mit eigenen Payment-Lösungen (readyPay bei 1,23 %).
Backup-Konzept bei Peak-Last-Ausfall
Was passiert, wenn Freitag um 23:30 Uhr die Hauptkasse abschmiert? In der Bediengastronomie darf das nicht zum Stillstand führen. Drei Best-Practice-Optionen:
Erstens: Lokal installiertes System (POSSUM, Vectron) mit eigener Datenbank. WLAN- oder Internet-Ausfall ist egal, du kassierst weiter. Zweitens: Cloud-System plus LTE-Backup-Router (LANCOM, Teltonika, 50 bis 100 €/Monat) als Mobilfunk-Fallback. Drittens: zweites Tablet als Hot-Standby mit identischer Konfiguration (bei ready2order ein zweites readyGo mit eigener SIM-Karte, etwa 15 bis 20 €/Monat extra).
Als absoluter Notfall: Strichliste von Hand und nachträgliche Buchung am nächsten Tag. Steuerlich erlaubt, solange lückenlos dokumentiert. Aber das willst du nicht öfter als einmal erleben.
Top 3 Kassensysteme für Bar und Club: Unsere Empfehlungen
Drei Systeme empfehlen wir für Bars und Clubs, je nach Betriebsgröße und technischem Anspruch. Die Reihenfolge orientiert sich daran, welche Bar mit welchem System in der Praxis am besten fährt.
Platz 1: ready2order. Einziger Hauptanbieter mit dedizierter Bar-Landingpage. Günstiger iPad-basierter Einstieg (35,90 € Standard plus 15,90 € TSE), monatlich kündbar, schnelles Schnellbon-Interface mit frei konfigurierbarer Produktmatrix. „Zahlung auf Ziel“ als Tab-Lösung funktioniert solide, wenn du mit dem Workaround leben kannst. Für Cocktailbars, Weinbars und Kneipen unter 100 Gästen der praxistauglichste Einstieg.
ready2order
ready2order ist die einzige iPad-Kasse mit eigener Bar-Landingpage. Monatlich kündbar, schnelles Thekeninterface und „Zahlung auf Ziel
Platz 2: POSSUM. Das zuverlässigste All-in-One-System für Bars und kleinere Clubs, speziell wenn dein Laden in einem Keller sitzt oder das WLAN unzuverlässig ist. 100 % offline-fähig, kein Netzausfall stoppt den Betrieb. Integriertes EC-Cash mit gestaffelter Transaktionsgebühr (0,65 % im SILVER-Paket ab 10.000 € Kartenumsatz, 0,59 % im GOLD ab 25.000 €). Bei einem Club mit 60.000 € Kartenumsatz pro Monat greift GOLD und du sparst gegenüber Lightspeed rund 6.552 € pro Jahr allein durch die niedrigeren Kartengebühren. Jahresabo ab 39 €/Monat, 365-Tage-Support auch nachts.
POSSUM
POSSUM ist der Offline-Champion: 100 % Betrieb auch ohne WLAN, gestaffelte Transaktionsgebühr (0,65 bis 0,59 % Debit ab 10.000 € Kartenumsatz) und robuste All-in-One-Hardware, die Getränkeverschüttung an der Theke übersteht. Jahresabo ab 39 €/Monat plus einmaliger Hardware-Kauf.
Platz 3: Gastronovi. Die richtige Wahl, wenn Stammgast-Bindung für deine Bar wichtig ist. Loyalty-Modul mit Kundenkarten, Happy-Hour-Menüs mit Zeitsteuerung und Barkeeper-Zeiterfassung für die steuersaubere Trinkgeld-Pool-Abrechnung. Teurer als POSSUM oder ready2order (ab 59 €/Monat plus 14 € TSE), dafür das vollständigste Ökosystem. Braucht aber stabiles Internet, daher nicht die erste Wahl für Keller-Clubs.
Gastronovi
Gastronovi punktet mit Loyalty-Modul, nativen Happy-Hour-Menüs mit Zeitsteuerung und Barkeeper-Zeiterfassung für den Trinkgeld-Pool. Ab 59 €/Monat plus Module. Braucht gutes Internet.
Lightspeed taucht in der Detailbewertung unten auf, bekommt aber keinen Top-3-Platz für Bars. Grund: Lightspeed ist funktional stark (einziger Anbieter mit echtem Tab-System laut internationalem Marketing), in der DACH-Preisklasse aber für die meisten Bars Overkill, und die Cloud-Abhängigkeit ist in Keller-Locations riskant. Für Premium-Hotel-Bars mit mehreren Venues trotzdem einen Blick wert.
Die 5 Anbieter im Detail (Stand 2026)
Hier bekommst du zu jedem System die Fakten, die du für eine Bar- oder Club-Entscheidung brauchst. Alle Preise Stand April 2026, direkt von den Anbieter-Webseiten recherchiert.
Deutsches All-in-One-System der Heimpel GmbH, spezialisiert auf Gastronomie und Handel. Hardware und Software aus einer Hand, lokale Architektur, integrierte Kartenzahlung, 100 % Offline-Fähigkeit. Rund 300 Bewertungen, Ø 4,85 Sterne auf ProvenExpert. Stärken für Bars: stabile Thekenhardware, integrierter Drucker, kein Medienbruch, 365-Tage-Support auch nachts.
Preise (Stand April 2026)
Für eine Bar mit einer Hauptkasse und einem Mobilgerät landest du bei etwa 58 €/Monat Software plus rund 1.150 € einmaliger Hardware (POSSUM10 + POSSUM5 Lite Verbund). Die Transaktionsgebühr ist am Kartenumsatz gestaffelt: Eine 15.000-€-Bar landet im SILVER-Paket bei rund 99 €/Monat (Mindestservicegebühr greift), ein Club mit 60.000 € Kartenumsatz im GOLD-Paket bei 354 €/Monat.
Bar-Tab-Lösung: Über Tischnummer-Simulation oder offene Rechnungsverwaltung. Kein dedizierter Tab-Button, aber solide umgesetzt.
Vorteile
- 100 % offline-fähig (Keller-Clubs unproblematisch)
- Gestaffelte Transaktionsgebühr: 0,65 % SILVER (ab 10.000 € Kartenumsatz), 0,59 % GOLD (ab 25.000 €)
- Robuste All-in-One-Hardware für Thekeneinsatz
- 365-Tage-Support, erreichbar auch nachts
- Integriertes EC-Cash-Terminal, keine Bluetooth-Probleme
Nachteile
- Kein dedizierter Bar-Tab-Modus
- Keine native RFID/Chipkarten-Unterstützung
- Interface klassischer als moderne iPad-Systeme
- Hardware-Preise nur auf Anfrage
- Wenig Marketing für Bar/Club-Zielgruppe
- Mindestservicegebühr ab SILVER (99 € beziehungsweise 199 €) greift bei schwächerem Kartenumsatz
Die sicherste Wahl für Bars mit hohem Kartenumsatz und für Keller-Clubs mit schwierigem WLAN. Die Kombination aus Offline-Stabilität und der am Umsatz gestaffelten Kartengebühr (ab SILVER 0,65 %, ab GOLD 0,59 %) rechnet sich bei größeren Clubs jährlich vierstellig gegenüber Cloud-Konkurrenten mit pauschal 1,23 % oder mehr.
Österreichischer Cloud-Anbieter, seit 2015 am Markt, über 16.000 Betriebe in DACH. Einziger Hauptanbieter mit dedizierter Landingpage für Bars und Nachtclubs. Positioniert sich aktiv als Bar-Lösung. Ø 4,1 Sterne aus mehr als 2.500 Bewertungen. Stärken für Bars: günstiger Einstieg, monatlich kündbar, iPad-Interface mit schneller Produktmatrix.
Preise (Stand April 2026)
Für eine reine Thekenbar ohne Gastro-Paket landest du bei 51,80 €/Monat Software plus TSE, mit Hardware-Investition rund 1.667 € einmalig. Für Bars, die auch Essen anbieten oder eine kleine Tischfläche haben, ergibt das Gastro-Paket Sinn (dann 75,70 €/Monat).
Bar-Tab-Lösung: „Zahlung auf Ziel“. Positionen werden an eine offene Rechnung gebucht, die Rechnung bleibt offen, am Abend wird sie als bezahlt markiert. Aufrufbar über die „Rechnungen“-Kachel mit Filter auf offen oder bezahlt. Technisch tragfähig, aber nicht als Bar-Tab vermarktet, und die Liste ist nicht so übersichtlich wie ein echter Tab-Overview.
Harte Grenze: Nur ein Drucker kann gleichzeitig genutzt werden. Für eine Bar mit Theke plus VIP-Bereich mit separatem Bondrucker ist das ein Showstopper.
Vorteile
- Einzige iPad-Kasse mit eigener Bar-Landingpage
- Günstigster Einstieg: 51,80 €/Monat für reine Thekenbar
- Monatlich kündbar, ideal für saisonale Konzepte
- Schnelles Schnellbon-Interface, konfigurierbare Produktmatrix
- Mehr als 2.500 gute Bewertungen
Nachteile
- Nur ein Drucker parallel (Problem bei Theke + VIP)
- Offline-Betrieb nur mit SIM-Fallback, kritisch in Kellern
- „Zahlung auf Ziel
Die richtige Wahl für Cocktailbars, Weinbars, Kneipen und kleinere Bars bis etwa 100 Gäste mit stabilem WLAN. Für Keller-Clubs oder Bars mit getrennten Bondrucker-Bereichen schau dir POSSUM oder Vectron an.
orderbird PRO und MINI
iPad-basiertes Kassensystem aus Berlin, starke Gastronomie-Ausrichtung. Kein eigener KSV-Testbericht verfügbar, daher ohne interne Verlinkung. Zwei Varianten: PRO ab 35 €/Monat (Jahrestarif, voller Funktionsumfang) und MINI ab 21,65 €/Monat (Einstiegspaket, TSE in Hardware integriert, Hardware einmalig 200 bis 399 €).
Bar-Tab-Lösung: Partei-Zuordnung an Tischen. Ein Gast wird einer „Partei“ am Tisch zugeordnet, Bestellungen kumulieren, Zwischenrechnung möglich, finale Abrechnung am Abend. Als Tab-Workaround funktioniert das ordentlich, fühlt sich aber nach Umweg an.
Der „Schwarmmodus“ erlaubt einen rudimentären Offline-Betrieb ohne Internet, ist aber keine echte Offline-Lösung wie bei POSSUM oder Vectron. Stärken für Bars: saubere iPad-Bedienung, schnelles Onboarding, MINI-Variante ideal für kleine Cocktailbar oder Weinbar mit einem Terminal.
Schwächen: Bei Peak-Last mit mehreren Barkeepern und mehreren Terminals gibt es Berichte über Verzögerungen. Club-spezifische Features fehlen komplett. Kein RFID. Für Cocktail- und Weinbars mit überschaubarem Publikum eine legitime Wahl, für Clubs nicht geeignet.
Deutsches Unternehmen, seit 2010, modulares Gastrosystem. Eigene Bar-Positionierung mit Happy-Hour-Menüs, Kundenkarten und Barkeeper-Zeiterfassung. Ø 4,1 Sterne auf trusted.de.
Preise (Stand April 2026)
Einstieg bei 73 €/Monat für Kasse plus TSE. Mit Zeiterfassung und Warenwirtschaft landest du schnell bei 220 €/Monat. Das ist keine Billiglösung, dafür bekommst du das vollständigste Ökosystem und hervorragende Girocard-Konditionen über Gastronovi Pay.
Bar-Tab-Lösung: Über Tischnummernzuordnung oder offene Rechnungsverwaltung. Kein dedizierter Tab-Modus, aber gut in die Rechnungsübersicht integriert.
Stärken für Clubs: Happy-Hour-Menüs mit Zeitsteuerung sind nativ unterstützt (nicht nur als Preisregel). Loyalty-Modul mit Kundenkarten ist relevant für Stammgast-Bindung in Clubs, die auf Wiederkehr setzen. Die Zeiterfassung für Barkeeper hilft dir bei der steuersauberen Dokumentation des Trinkgeld-Pools.
Vorteile
- Native Happy-Hour-Menüs mit Tageszeitsteuerung
- Loyalty/Kundenkarten-Modul für Stammgast-Bindung
- Barkeeper-Zeiterfassung für Trinkgeld-Pool-Dokumentation
- Günstigste Girocard-Gebühren (0,04–0,10 %)
- Warenwirtschafts-Modul für Schwundkontrolle (129 €/Monat)
Nachteile
- Teurer als POSSUM/ready2order bei Vollausbau
- Support kostenpflichtig (1,65–4,10 €/Min), fatal bei Nacht-Ausfällen
- Mindestkündigungsfrist 3 Monate
- Keine RFID-native Unterstützung
- Cloud-abhängig, Keller-Locations riskant
Die sinnvolle Wahl für Bars und Lounges, die auf Stammgast-Bindung und Loyalty setzen, und für Clubs, die ihre Happy Hours zeitlich exakt planen. Nicht das günstigste, aber funktional das breiteste System. Der Support-Kostensatz ist der größte Wermutstropfen: Wenn um 2 Uhr nachts etwas abschmiert, wird jede Minute teuer.
Deutscher Traditionsanbieter, seit 1990, Hauptsitz Münster, rund 65.000 POS-Standorte in Europa. Historisch der Platzhirsch in deutschen Clubs und Diskotheken, viele ältere Clubs laufen bis heute auf Vectron-Systemen. Stärke: proprietäres Funknetz, lokale Datenbank, maximale Zuverlässigkeit auch bei Peak-Last.
Wichtiger Hinweis: Im Juni 2024 hat der US-Zahlungsdienstleister Shift4 die Mehrheit an Vectron übernommen (74 % der Aktien, rund 59 Mio. Dollar). Das Delisting läuft. Langfristig will Shift4 die Payment-Services an eigene Konditionen binden. Wer jetzt einen mehrjährigen Vertrag unterschreibt, sollte Payment-Klauseln genau lesen.
Preise VECTRON SMART (Stand April 2026)
Bar-Tab-Lösung: Tischnummer-Simulation mit offener Rechnung. Historisch gewachsen, funktioniert in Club-Umgebungen stabil, bedient sich aber umständlicher als moderne iPad-Lösungen. Kein echter Tab-Overview-Screen.
Stärken für Clubs: Beste Offline-Stabilität im Test, proprietäres Funknetz auch in lauten Keller-Locations zuverlässig, Hardware inklusive Sofort-Austausch bei Defekt. Ein Club mit zwei Sub-Bars, Garderobe und Eingangskasse lässt sich konsolidiert über einen Tagesabschluss abbilden.
Vorteile
- Beste Offline-Stabilität und Peak-Last-Performance
- Proprietäres Funknetz, zuverlässig auch in lauten Keller-Clubs
- Hardware im Mietpreis, Sofort-Austausch bei Defekt
- Stark skalierbar für große Clubs mit mehreren Bars
- Historische Club-Referenzen, bewährte Reife
Nachteile
- Konfiguration komplex, braucht Vectron-Partner vor Ort
- Weniger selbsterklärend als iPad-Systeme
- Preisstruktur nur nach Beratungsgespräch klar
- Shift4-Übernahme: Payment-Konditionen langfristig unklar
- Für kleine Cocktailbars überdimensioniert
Die richtige Wahl für größere Clubs, Diskotheken mit mehreren Bars und Hotel-Bars im gehobenen Segment. Wer eine kleine Bar führt, bekommt bei ready2order oder POSSUM ein schlankeres und günstigeres Paket.
Lightspeed Restaurant (die ehrliche Einordnung)
Kanadischer POS-Konzern, international stark, in Deutschland vor allem im Premium-Segment. Dedizierte Bar-POS-Seite (international mit echtem Tab-System beworben, „Tabs allow seamlessly tracking guest charges“).
Tarife Basic 89 €, Core 159 €, Pro 249 €/Monat. Funktional bei Multi-Venue und Hotel-Bars stark, mit KDS, Tableside-App und OpenTable-Integration als Add-ons. Transaktionsgebühr über Lightspeed Payments individuell, realistisch 1,5 %.
Für DACH-Bars in der Regel Overkill. Der günstigste Tarif startet bei 89 € ohne Bar-Spezialisierung, reine Cloud-Lösung, in Keller-Clubs riskant, und die Tab-Funktion ist zwar da, aber die US-typische Oberfläche passt nicht zu den Abläufen in deutschen Bars. Einzige sinnvolle Anwendung in Deutschland: Premium-Hotel-Bars mit mehreren Venues, die Lightspeed eh schon nutzen.
Tab-System-Vergleich: Wie die 5 Anbieter offene Rechnungen lösen
Der zentrale Teil dieses Artikels. Wie gesagt: Keiner der fünf Hauptanbieter hat einen echten „Bar Tab“-Button wie US-Systeme Toast, Square oder Lightspeed US. Alle lösen es mit Workarounds. Hier die direkte Gegenüberstellung.
| Anbieter | Tab-Feature | Wie es funktioniert | Limitation |
|---|---|---|---|
| ready2order | „Zahlung auf Ziel“ | Positionen werden auf eine offene Rechnung gebucht, Rechnung bleibt offen, am Abend als bezahlt markiert. Aufrufbar über „Rechnungen“-Kachel mit Filter offen/bezahlt. | Kein Tab-Overview-Screen. Liste wächst mit allen Rechnungen des Tages, unübersichtlich bei vielen parallelen Gästen. |
| orderbird PRO | Partei-Zuordnung am Tisch | Gast wird einer „Partei“ an einem Bar-Tisch zugeordnet, Bestellungen kumulieren in der Partei, Zwischenrechnung möglich, finale Abrechnung beim Verlassen. | Erfordert Tisch-/Partei-Struktur. Kein reiner Namens-Tab ohne Tischbezug. |
| POSSUM | Tischnummer-Simulation | Dem Gast wird eine virtuelle Tischnummer zugewiesen (z.B. Theken-Platz oder Name als Alias), Bestellungen laufen auf die Tischnummer auf, offene Rechnung bleibt gespeichert. | Nicht als Bar-Tab beworben, Barkeeper müssen Tischnummern-Zuweisung im Kopf behalten. |
| Gastronovi | Tischnummern-/Rechnungsverwaltung | Kombination aus Tischzuweisung und offener Rechnung. Kundenkarten-Modul erlaubt Zuordnung zu Stammgast-Profil, Bestellungen landen auf dem Kartenkonto. | Echter Tab-Workflow nur mit Loyalty-Modul. Im Basis-Setup Tischnummern-Umweg wie POSSUM. |
| Vectron | Tischnummer-Simulation mit Tischsplit | Tischnummer als Container für Gast-Bestellungen, Tischsplit für individuelle Abrechnung einzelner Gäste möglich. | Bedient sich umständlicher als iPad-Systeme, braucht geschultes Personal. |
Was heißt das für dich? Wenn du einen hohen Tab-Anteil hast (Pub-Betrieb, Craft-Beer-Bar mit Stammgästen, Cocktailbar mit klassischem Abend-Verhalten), ist keine der Lösungen perfekt. Die pragmatischste Umsetzung bieten ready2order (einfach zu bedienen, aber unübersichtlich bei vielen Tabs) und orderbird (saubere Partei-Logik, aber Tischbezug nötig). POSSUM, Gastronovi und Vectron sind eher für Bars geeignet, in denen Tabs die Ausnahme sind.
Praktischer Hinweis: Im Verkaufsgespräch konkret demonstrieren lassen. Sag dem Berater: „Zeig mir, wie ich fünf Gäste an der Theke parallel als Tab führe, zwischendurch neue Bestellungen dazu buche und am Ende jeden einzeln abkassiere.“ Wenn die Demo länger als fünf Minuten dauert, ist das System nicht bar-tauglich.
Was kostet ein Kassensystem für Bar und Club wirklich?
Die reine Softwaremiete ist nur ein Teil der Rechnung. Realistisch zahlst du pro Monat Software, TSE, Hardware (einmalig oder im Mietpreis) und vor allem Transaktionsgebühren bei Kartenzahlung. Letztere tauchen in vielen Vergleichsportalen kaum auf, sind aber in Bars und Clubs der größte Einzelkostenblock.
Szenario A: Kleine Bar (40 Plätze, 2 Barkeeper, 1 Theken-Kasse)
Typisches Setup: eine Hauptkasse an der Theke, ein mobiles Gerät für den zweiten Barkeeper, ein Bondrucker für Gastbons, Kartenlesegerät integriert. Monatsumsatz etwa 25.000 € mit 60 % Kartenanteil, also 15.000 € Kartenumsatz.
| Position | Kosten |
|---|---|
| POSSUM Software (Haupt + Mobilgerät) | 58 €/Monat |
| Hardware POSSUM10 + POSSUM5 Lite (Verbund) | ca. 1.150 € einmalig |
| POSSUM SILVER Kartengebühr auf 15.000 € (99 € Mindestservicegebühr) | 99,00 €/Monat |
| TCO 1. Jahr | ca. 3.034 € |
Zum Vergleich mit ready2order: Software + TSE 51,80 €/Monat, Hardware readyMax 2 + readyGo + Aktivierung rund 1.667 €, Transaktionsgebühr 1,23 % auf 15.000 € = 184,50 €/Monat. TCO 1. Jahr: etwa 4.503 €. Die Differenz von rund 1.469 € pro Jahr kommt fast komplett aus den unterschiedlichen Kartengebühren.
Szenario B: Club / Diskothek (300 Plätze, 4 Barkeeper, 2 Sub-Bars, Garderobe)
Typisches Setup: zwei Hauptkassen (eine pro Sub-Bar), drei mobile Geräte für VIP-Service, eine Garderobe-Kasse, eine Eingangs-Kasse für Eintrittsgeld. Monatsumsatz 100.000 €, Kartenanteil 60 %, also 60.000 € Kartenumsatz.
| Position | Kosten |
|---|---|
| POSSUM Software (2 Haupt + 3 Mobil + 1 Garderobe) | 174 €/Monat |
| Hardware-Paket (2x POSSUM16 G2DS, 3x POSSUM5 Lite, 1x Garderobe-Terminal) | ca. 3.500 € einmalig |
| POSSUM GOLD Kartengebühr auf 60.000 € (0,59 %) | 354 €/Monat |
| TCO 1. Jahr (exkl. RFID) | ca. 9.836 € |
Wenn du zusätzlich ein RFID-Chipkartensystem willst (OPC cardsystems oder DiKAS), rechne mit weiteren 200 bis 400 €/Monat und 2.000 bis 5.000 € einmaliger Hardware-Investition. Dann landest du im Vollausbau bei 13.000 bis 16.000 € TCO im ersten Jahr.
Der unterschätzte Kostenfaktor: Transaktionsgebühren bei hohem Kartenumsatz
Bei einem Club mit 60.000 € Kartenumsatz pro Monat sieht der Kartengebühren-Vergleich so aus:
- POSSUM GOLD (0,59 %, ab 25.000 € Kartenumsatz): 354 €/Monat = 4.248 €/Jahr
- ready2order bei 1,23 %: 738 €/Monat = 8.856 €/Jahr
- Vectron bei 1,29 %: 774 €/Monat = 9.288 €/Jahr
- Lightspeed Payments bei ca. 1,5 %: 900 €/Monat = 10.800 €/Jahr
Die Differenz zwischen POSSUM GOLD und Lightspeed beträgt 546 €/Monat, also 6.552 €/Jahr. Nur durch die Kartengebühren, ohne dass ein einziges zusätzliches Feature zwischen den Systemen liegt. Bei Clubs mit hohem Kartenanteil ist das der mit Abstand wichtigste Einzelfaktor in der TCO-Rechnung.
Bei einer kleinen Bar mit 15.000 € Kartenumsatz pro Monat greift POSSUM SILVER (99 € Mindestservicegebühr statt 0,65 %): Der Effekt schrumpft, bleibt aber relevant: POSSUM SILVER spart gegenüber Lightspeed etwa 1.512 €/Jahr. Unterhalb von 10.000 € Kartenumsatz pro Monat liegst du noch im PRO-Paket (0,79 % + 6 € Monatsgebühr), und der Unterschied wird akademischer.
Checkliste: Das muss dein Bar- und Club-Kassensystem können
Das muss dein Bar- und Club-Kassensystem können
Nimm diese Liste mit zum nächsten Demo-Termin. Wenn der Anbieter bei mehr als zwei Punkten zögert oder überraschende Aufpreise nennt, such weiter.
- Direktkassier-Modus ohne Zwangs-Tischauswahl und ohne Zwangs-Kellner-Zuordnung
- Schnellbonierung in unter 5 Sekunden pro Bestellung, Produktmatrix frei konfigurierbar
- Tab-Lösung (offene Rechnung – Partei-Zuordnung oder Tischnummer-Simulation) mit übersichtlicher Ansicht aller offenen Tabs
- Mindestens drei Kassenplätze parallel auf derselben Datenbank ohne gegenseitige Blockaden
- Zwei getrennte Bondrucker parallel nutzbar (Theke und VIP-Bereich oder Sub-Bar)
- Happy Hour mit Zeitsteuerung – programmierbar für jeden Wochentag
- Trinkgeld als eigener Zahlweg ohne USt.-Ausweis – TIP-Abfrage direkt am Kartenlesegerät
- Tagesabschluss-Zeitpunkt frei konfigurierbar (nicht nur 23:59 Uhr)
- Integriertes NFC-Kartenterminal (kein Bluetooth-Lesegerät in lauten Clubs)
- Offline-Modus oder LTE-Fallback – damit Peak-Abende nicht an Internetproblemen scheitern
- Warenwirtschaft oder Schwundkontrolle (nativ oder über Barcontrol-Integration) für Spirituosen-Inventar
- TSE integriert oder transparent bepreist – nicht versteckt im Kleingedruckten
Regulatorik 2026 für Bar und Club
Die generellen Vorschriften (TSE-Pflicht, DSFinV-K, Kassenmeldepflicht) haben wir im Gastronomie-Kassensysteme im Überblick ausführlich behandelt. Hier die bar- und club-spezifischen Punkte, die kein Wettbewerber in seinen Artikeln sauber adressiert.
Tagesabschluss nach Mitternacht, steuerlich sauber
§ 146 Abs. 1 AO verlangt tägliche Kassenerfassung. Der „Geschäftstag“ endet aber mit Betriebsschluss, nicht mit dem Kalendertag. Eine Bar, die bis 4:00 Uhr morgens offen hat, darf ihren Z-Bon also um 4:30 Uhr machen, solange er vor dem nächsten Öffnungstag erfolgt und zeitnah ist.
Praxisproblem: Viele Kassensysteme haben einen automatischen Tagesabschluss um 23:59 Uhr voreingestellt. Folge: Deine Samstagnacht-Umsätze von 23:59 bis 4:00 Uhr landen buchungstechnisch auf „Sonntag“. Dein Steuerberater sortiert am Monatsende Chaos, und bei einer Betriebsprüfung fällt die Unstimmigkeit auf. Lösung: Tagesabschluss manuell konfigurieren, typisch auf 5:00 oder 6:00 Uhr morgens, oder den automatischen Abschluss komplett deaktivieren und manuell nach Betriebsschluss auslösen.
Trinkgeld-Steuerfalle
Direktes Barkeeper-Trinkgeld ist nach § 3 Nr. 51 EStG steuer- und sozialversicherungsfrei. Das gilt auch für den klassischen Barkeeper-Pool, bei dem das Team die Verteilung selbst regelt. Sobald der Arbeitgeber die Verteilung steuert, wird es zu Arbeitslohn und damit steuerpflichtig.
Kassensystem-Pflicht: Trinkgeld muss als eigener Zahlweg ohne USt.-Ausweis angelegt sein. Wenn du Trinkgeld als regulären Umsatz buchst, zahlst du 19 % Umsatzsteuer auf Geld, das steuerlich dem Personal gehört. Das Finanzamt prüft laut Heimpel seit 2024 verstärkt. Prüf vor dem Einrichten: Gibt es einen expliziten Trinkgeld-Zahlweg im System, der nicht in die USt.-Abrechnung einfließt?
MwSt 2026: Reine Bars praktisch nicht betroffen
Seit 01.01.2026 gilt die neue Dauerregelung in der Gastronomie: Speisen 7 %, Getränke weiter 19 %. Für reine Bars und Nachtclubs, die primär Getränke verkaufen, ändert sich praktisch nichts. Der einzige Anwendungsfall ist die Bar, die auch Essen anbietet (Bar-Food, Snacks, Tapas). Dann muss dein Kassensystem den korrekten Steuersatz je Produktgruppe abbilden. Alle modernen Systeme können das technisch, der Fehler passiert in der Konfiguration.
Spezialfall Club-Event mit Buffet und Getränke-Flatrate: Hier muss der Getränkeanteil (19 %) vom Speisenanteil (7 %) getrennt werden. Die Finanzverwaltung akzeptiert eine pauschale Aufteilung von 30 % Getränkeanteil am Gesamtpreis, wenn die genaue Aufteilung nicht darstellbar ist.
TSE-Pflicht und Kassenmeldepflicht
Unverändert auch für Bars und Clubs: TSE-Pflicht seit 2020 nach § 146a AO, Belegausgabepflicht bei jedem Kassiervorgang, DSFinV-K-Export für Betriebsprüfungen, Kassenmeldepflicht seit 01.01.2025. Wer eine Kasse vor dem 01.07.2025 angeschafft hat, hätte sie bis 31.07.2025 melden müssen. Kassen ab 01.07.2025 müssen innerhalb eines Monats nach Anschaffung gemeldet werden, ebenso die Außerbetriebnahme. Die Meldung läuft über ELSTER oder ERiC.
Geplant für 2027: allgemeine Registrierkassenpflicht für Betriebe ab 100.000 € Jahresumsatz. Stand April 2026 noch nicht verabschiedet, aber der Gesetzentwurf wird im Verlauf 2026 erwartet. Praktisch betrifft das fast jede Bar und jeden Club. Wer noch mit handgeschriebenen Bons arbeitet, sollte nicht auf 2027 warten.
Jugendschutz und Alkoholabgabe
Das Jugendschutzgesetz regelt die Abgabe: Bier, Wein und Schaumwein ab 16, Spirituosen und Alkopops ab 18. Kein Standard-Kassensystem hat eine integrierte Altersverifikation, das ist Personal-Pflicht. Einige RFID-Spezialsysteme wie OPC cardsystems ermöglichen eine Altersverifikation beim Check-in (Ausweis-Scan, Alter auf Karte hinterlegt). Für große Clubs mit Einlasskontrolle ein Argument für RFID.
Häufige Fragen zum Kassensystem für Bar und Club
Brauche ich ein spezielles Kassensystem für Nachtgastronomie?
Ja, aber keine separate Produktkategorie, sondern ein System, das bar-spezifische Anforderungen erfüllt: Schnellbonierung ohne Zwangs-Tischauswahl, Tab-Funktion für offene Rechnungen, Tagesabschluss nach Mitternacht konfigurierbar, Trinkgeld-Zahlweg ohne USt., Offline-Fähigkeit oder LTE-Fallback. Die meisten regulären Gastro-Kassensysteme können das, aber die Konfiguration ist bar-spezifisch. POSSUM und Vectron sind wegen der Offline-Stabilität besonders geeignet, ready2order wegen der eigenen Bar-Landingpage und des günstigen Einstiegs.
Wie funktionieren Tabs in bestehenden Kassensystemen?
Keiner der fünf Hauptanbieter in Deutschland hat einen dedizierten Bar-Tab-Button wie US-Systeme. ready2order nutzt „Zahlung auf Ziel“ (offene Rechnung, später als bezahlt markiert), orderbird eine Partei-Zuordnung am Tisch, POSSUM und Vectron simulieren das über Tischnummern, Gastronovi kombiniert Tischnummern mit dem Loyalty-Modul. Pragmatisch funktioniert das, aber die Bedienbarkeit reicht nicht an US-Systeme heran. Wer einen hohen Tab-Anteil hat, sollte sich im Verkaufsgespräch fünf parallele Tabs live vorführen lassen.
Was kostet ein Chipkarten-System für Clubs?
RFID-Chipkartensysteme laufen nicht in den regulären Kassensystemen, sondern sind Speziallösungen von Anbietern wie OPC cardsystems, DiKAS oder Gastrosoft Event Add-On. Richtpreise aus der Marktkenntnis: 200 bis 400 €/Monat für Software, 2.000 bis 5.000 € einmalige Hardware-Investition (Check-in-Terminal, mobile Terminals, Kartenlesegeräte). Für einen Club im Vollausbau kann das bis 1.500 €/Monat gehen. Implementierungszeit realistisch 4 bis 8 Wochen. Wirtschaftlich sinnvoll ab etwa 200 Gästen pro Abend oder bei Events mit hohem Cashless-Druck.
Tagesabschluss nach Mitternacht, was muss ich beachten?
Der Geschäftstag endet mit Betriebsschluss, nicht mit dem Kalendertag. Eine Bar, die bis 4:00 Uhr offen ist, macht den Z-Bon legal um 4:30 Uhr. Wichtig: Dein Kassensystem darf keinen automatischen Tagesabschluss um 23:59 Uhr erzwingen, sonst landen die Nacht-Umsätze buchungstechnisch auf dem falschen Tag. Beim Kauf explizit fragen, ob der Tagesabschluss-Zeitpunkt frei konfigurierbar ist oder der automatische Abschluss deaktiviert werden kann. Wenn nein: ungeeignet für Nachtgastronomie.
Kassensystem Bar ohne Internet, geht das?
Ja, mit lokal installierten Systemen. POSSUM und Vectron haben lokale Datenbanken und laufen bei Internetausfall zu 100 % weiter. Synchronisiert wird, sobald die Verbindung zurück ist. Cloud-Systeme wie ready2order, Gastronovi und Lightspeed sind auf Internet angewiesen. Für Keller-Clubs oder Locations mit unzuverlässigem WLAN ist ein lokales System oder ein LTE-Backup-Router (50 bis 100 €/Monat) Pflicht. Alternative: zweites Gerät mit eigener SIM-Karte als Hot-Standby.
Wie viel kostet ein Kassensystem für eine kleine Bar pro Monat?
Für eine Bar mit 40 Plätzen, zwei Barkeepern und einer Theken-Kasse liegst du bei den drei Topsystemen zwischen 50 und 100 €/Monat reine Software- und TSE-Kosten plus einmalige Hardware von 1.150 bis 2.500 €. Dazu kommen Kartengebühren je nach Umsatz. Bei 15.000 € Kartenumsatz pro Monat sind das 99 € bei POSSUM SILVER (0,65 %, 99 € Mindestservicegebühr) oder 184 € bei ready2order (1,23 %). Im ersten Jahr landest du bei POSSUM mit etwa 3.034 € TCO, bei ready2order mit rund 4.503 €.
Funktioniert Trinkgeld-Pooling im Kassensystem steuersauber?
Ja, wenn du den Pool korrekt anlegst. Trinkgeld muss als eigener Zahlweg ohne USt.-Ausweis im System eingerichtet sein. Wenn Barkeeper das Team-Trinkgeld selbst verteilen, bleibt es steuerfrei nach § 3 Nr. 51 EStG. Sobald der Arbeitgeber die Verteilung steuert, wird daraus Arbeitslohn. Für die Dokumentation des Pools hilft eine Zeiterfassung (Gastronovi 19 €/Monat, POSSUM basisintegriert), weil du dann den Poolanteil pro Barkeeper nach Schichtstunden dokumentieren kannst. Wichtig für das Finanzamt: lückenlose Aufzeichnung der Pool-Beträge und Verteilung.
Wie viel Schwund ist in einer Bar normal und kann die Kasse helfen?
Branchenüblich sind 5 bis 20 % Schwund bei Spirituosen, durch Free-Pouring, Eigenkonsum und Diebstahl. Bei 3.000 € Monats-Wareneinkauf sind das 150 bis 600 € Verlust pro Monat. Kassensystem-seitig hilft ein Warenwirtschafts-Modul (Gastronovi 129 €/Monat, Lightspeed als Add-on), das Soll (laut Kassenbuchung) und Ist (laut Inventur) vergleicht. Für ernsthafte Schwundkontrolle in Clubs empfiehlt sich zusätzlich ein dediziertes System wie Barcontrol: kalibrierte Ausgießer mit elektromagnetischer Aktivierung, jeder Ausschank wird automatisch erfasst. Herstellerangabe bis 20 % Schwund-Reduktion. Integrierbar in die meisten Kassensysteme.
Fazit und nächster Schritt
Vier Empfehlungen, je nach Profil deiner Bar oder deines Clubs.
Cocktailbar, Weinbar oder Craft-Beer-Laden bis 100 Gäste: ready2order. Günstigster Einstieg mit 51,80 €/Monat, monatlich kündbar, schnelles iPad-Interface, „Zahlung auf Ziel“ als brauchbare Tab-Lösung. Voraussetzung: stabiles WLAN und ein Bondrucker reicht dir.
Klassische Kneipe oder Pub mit hohem Tab-Anteil und unzuverlässigem Internet: POSSUM. Offline-Stabilität, am Umsatz gestaffelte Transaktionsgebühr (0,65 bis 0,59 % Debit ab 10.000 € Kartenumsatz), robuste Thekenhardware und 365-Tage-Support, der auch nachts erreichbar ist. Jahresabo ab 39 €/Monat, Hardware einmalig.
Club oder Diskothek mit mehreren Bars, Garderobe und hohem Kartenumsatz: POSSUM oder Vectron. Bei Kartenumsatz über 25.000 € pro Monat greift das POSSUM GOLD-Paket (0,59 % Debit, 199 € Mindestservicegebühr), und die Rechnung gegenüber jedem Cloud-Konkurrenten wird vierstellig pro Jahr zugunsten von POSSUM. Vectron ist wegen der historischen Club-Referenzen und der proprietären Funknetz-Stabilität die Alternative, wenn du Multi-Bar-Komplexität mit einem lokalen Partner absichern willst. Bei Vollausbau mit RFID landest du mit OPC cardsystems oder DiKAS als Ergänzung.
Lounge oder Bar mit Stammgast-Fokus und Happy-Hour-Programm: Gastronovi. Loyalty-Modul, native Happy-Hour-Menüs mit Zeitsteuerung, Barkeeper-Zeiterfassung für den Trinkgeld-Pool. Ab 73 €/Monat mit TSE, bei Vollausbau 200 bis 250 €/Monat. Nicht das günstigste, aber funktional das breiteste.
Den vollständigen Überblick über alle Gastro-Kassensysteme findest du in unserem Gastronomie-Kassensysteme im Überblick. Einen Vergleich zur klassischen Bediengastronomie liefert unser Ratgeber Kassensystem Restaurant, der dir zeigt, wie sich Restaurant- und Bar-Anforderungen konkret unterscheiden.
Quellen
- ready2order Bar-Kassensystem (abgerufen 2026-04-21)
- ready2order Support: Offene Rechnungen als bezahlt markieren (abgerufen 2026-04-21)
- OPC cardsystems Club-RFID (abgerufen 2026-04-21)
- DiKAS Disco-Modus (abgerufen 2026-04-21)
- Barcontrol Spirituosen-Schwundkontrolle (abgerufen 2026-04-21)
- Heimpel: Trinkgeld Arbeitnehmer/Arbeitgeber (abgerufen 2026-04-21)
- Faze Magazin: Cashless-Systeme Clubbing 2026 (abgerufen 2026-04-21)
- MwSt Gastronomie 2026 (abgerufen 2026-04-21)
Andere Gastro-Betriebstypen im Vergleich
Jeder Gastro-Betrieb hat seine eigenen Anforderungen. Hier findest du die spezialisierten Vergleiche für die anderen Betriebstypen:
- Kassensystem Restaurant
- Kassensystem Café
- Kassensystem Foodtruck
- Kassensystem Imbiss
- Kassensystem Bäckerei
Den Gesamtüberblick mit allen Anbietern und Kosten-Szenarien findest du im Gastronomie-Hub.
Welcher Anbieter passt zu dir?
Lies den Testbericht oder teste den Anbieter direkt.