Kassensystem Foodtruck: Die besten Anbieter im Vergleich (2026)
Von:
Christian Jansen
Letztes Update 30.04.2026
Samstagnachmittag, Stadtfest. Vor deinem Foodtruck steht die Schlange um die Ecke, aus der Fritteuse raucht die dritte Ladung Pommes, und genau jetzt friert dein Tablet ein. Kein Netz. Der nächste Gast hat schon gezahlt, der Bon kommt nicht, die Karte ist durchgezogen und du weißt nicht, ob das Geld drauf ist.
Auf Festivals, Weihnachtsmärkten und Wochenmärkten ist das der Regelfall, nicht die Ausnahme. 10.000 Besucher überlasten jedes Mobilfunknetz, WLAN gibt es nicht, und wer als Foodtruck-Betreiber mit einem reinen Cloud-System arbeitet, riskiert das an jedem zweiten Wochenende.
Dieser Artikel ergänzt unseren Gastronomie-Kassensysteme im Überblick. Klassische Restaurants haben wir hier nicht im Fokus, die findest du im Ratgeber zum Restaurant-Kassensystem. Hier geht es um mobile Gastro: Foodtruck, Imbisswagen, Markt- und Festivalstand. Du bekommst die fünf Anbieter mit echten Preisen im April 2026, eine Kostenrechnung über ein Jahr, die die Transaktionsgebühren ehrlich mitrechnet, und eine Regulatorik-Sektion zur oft übersehenen Standortprotokoll-Pflicht.
Keine Superlative, keine frei erfundenen Sterne. Wenn Lightspeed für einen klassischen Foodtruck die falsche Wahl ist, sag ich das so. Wenn ready2order durch die Cloud-TSE ein echtes Restrisiko mitbringt, steht das auch drin.
Entscheide in 60 Sekunden
Wichtigste Frage: Wie oft arbeitest du komplett offline?
- Festivals und Märkte, stundenlang ohne Netz: POSSUM5 Lite (100 % offline, Hardware-TSE, gestaffelte Kartengebühr).
- Wechselnde Standorte, normales Mobilfunknetz: ready2order readyGo (8 Stunden Akku, SIM-Karte integriert, monatlich kündbar).
- Betrieb aus Fahrzeugbatterie (12 V oder 24 V): Speedy (einziges System mit KFZ-Ladegerät, Android auf Sunmi-Hardware).
- Geringer Kartenumsatz, günstiger Einstieg: orderbird MINI (kompakt, Hardware-TSE inklusive, schmales Funktionsset).
Was ein Foodtruck-Kassensystem können muss
Ein Foodtruck ist kein Restaurant mit Rädern. Du hast keinen stabilen Stromanschluss, kein verlässliches Internet, ein Ausgabefenster, zwei Hände hinter dem Tresen und 30 hungrige Leute davor. Daraus ergeben sich sieben Anforderungen, die dein System beherrschen muss. Wenn auch nur eine davon fehlt, merkst du das am ersten Festivaltag.
Offline-Fähigkeit ist kein Komfort-Feature, sondern Pflicht
Das ist die wichtigste Eigenschaft, und sie wird im Marketing fast jedes Anbieters verwischt. Technisch gibt es zwei sehr unterschiedliche Ansätze.
Lokale Architektur: Die Datenbank läuft auf deinem Gerät, alle Kassenfunktionen funktionieren ohne Internet. Das ist die kompromisslose Variante. POSSUM und Vectron arbeiten so.
Cloud-Architektur mit Offline-Puffer: Die Kasse speichert Vorgänge lokal zwischen, synchronisiert später, wenn das Netz wieder da ist. Bei Internetausfall geht die TSE in den Notbetrieb, und auf dem Bon steht ein Ausfall-Vermerk. Legal ist das zulässig. Wenn es aber stundenlang passiert, fällt das bei der Betriebsprüfung auf. ready2order, orderbird MINI und Speedy arbeiten so.
Für einen Foodtruck heißt die Empfehlung: lokale Architektur bevorzugen, oder ein System mit nachweislich gutem Offline-Puffer plus SIM-Karte als Backup. Reine Cloud-Systeme wie Lightspeed oder Gastronovi solltest du nicht einsetzen, auch wenn die eigene Foodtruck-Landingpage haben.
Akku für einen ganzen Event-Tag
Aufbau um 10 Uhr, Abbau um 22 Uhr, zwischendurch keine Steckdose. Dein Gerät muss 8 bis 10 Stunden durchhalten. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht: ready2order ist der einzige Anbieter, der einen konkreten Stundenwert publiziert (8 Stunden für den readyGo). Alle anderen sind vage.
Praktische Werte aus der Recherche: readyGo 8 Stunden, Vectron POS MobilePro III bis 10 Stunden, Sunmi-Hardware (bei Speedy) je nach Modell 6 bis 10 Stunden, orderbird MINI „ganztägig“ ohne konkreten Wert, POSSUM5 Lite ebenfalls ohne öffentliche Angabe.
Ein integrierter Bondrucker zieht richtig Strom. Geräte mit eingebautem Drucker (readyGo, orderbird MINI, POSSUM5 Lite) sind effizienter als Kombinationen mit externen Bluetooth-Druckern. Plan entweder eine 20.000-mAh-Powerbank ein (30 bis 50 Euro) oder ein 12V-Autoladegerät an der Fahrzeugbatterie, wenn dein Truck im Leerlauf steht. Speedy ist der einzige Anbieter mit offiziellem 12V/24V-Adapter.
Kompakte Hardware, die wetterfest ist
Hinter dem Tresen sind 60 cm Platz. Kein 15-Zoll-Monitor, kein Kassentisch. Du brauchst ein All-in-One-Handheld oder ein kompaktes Tablet mit integriertem Kartenleser. Geeignet sind readyGo, orderbird MINI, POSSUM5 Lite, die kompakten Sunmi-Geräte bei Speedy.
Wetterfestigkeit ist das zweite Thema. Fettdampf, Regen, Staub von Marktwegen, Spritzwasser beim Abspülen. Vectron POS MobilePro III ist IP-zertifiziert wasserdicht, alles andere ist spritzwassergeschützt oder braucht eine Schutzhülle. Displayschutzfolien reduzieren Fettrückstände auf Touchscreens erheblich.
Hardware-TSE oder Cloud-TSE: für Foodtrucks ein echter Unterschied
Jeder Kassenvorgang muss durch eine TSE (Technische Sicherheitseinrichtung) signiert werden. Zwei Varianten sind zugelassen, und die Eignung für Foodtrucks ist grundverschieden.
Hardware-TSE: Signatur läuft lokal auf dem Gerät, kein Internet nötig. Fest integriert bei POSSUM5 Lite und Vectron POS M4 Pay. Das Zertifikat läuft 5 Jahre, danach Austausch für 50 bis 100 Euro.
Cloud-TSE: Signatur läuft über einen Drittanbieter-Server. Bei Internetausfall wechselt das System in den Notbetrieb. ready2order, Gastronovi, Speedy und Kassandro arbeiten so. Monatskosten: 14 bis 16 Euro.
Für einen Foodtruck, der regelmäßig auf Festivals oder abgelegenen Märkten steht, ist Hardware-TSE die sicherere Wahl. Bei Cloud-TSE gehört eine LTE-SIM-Karte zwingend dazu, am besten integriert wie beim readyGo oder orderbird MINI.
Rechne außerdem auf fünf Jahre: Cloud-TSE 15,90 Euro pro Monat sind 954 Euro in fünf Jahren. Eine USB-TSE oder in Hardware integrierte TSE ist auf diese Laufzeit deutlich günstiger.
Mobile Kartenzahlung mit niedriger Gebühr
Kontaktlose Zahlung erwartet heute jeder Gast, auch am Foodtruck. Die Gebühr pro Transaktion ist entscheidend, denn sie summiert sich bei hohem Kartenumsatz schnell zum größten Einzelposten deiner Kostenrechnung.
Die Spreizung ist enorm:
- POSSUM: gestaffelt nach Kartenumsatz, für typische Foodtruck-Umsätze um 7.000 € greift PRO (0,79 %, 6 € Monatsgebühr)
- ready2order (readyPay): 1,23 Prozent
- Vectron (POS M4 Pay): 1,29 Prozent
- SumUp Solo: 1,39 Prozent
- orderbird MINI: 1,75 Prozent
Bei 7.000 Euro Kartenumsatz im Monat (typischer kleiner Foodtruck mit zwei Event-Tagen pro Woche) greift bei POSSUM das PRO-Paket. Das sind zwischen 61 Euro (POSSUM PRO: 55,30 € Transaktion + 6 € Monatsgebühr) und 122 Euro (orderbird MINI) pro Monat. Rechne das auf ein Jahr hoch und du verstehst, warum ich später im Kosten-Kapitel so viel Platz dafür aufwende.
Schnelle Bestellaufnahme gegen die Schlange
Auf Festivals hast du 30 Sekunden pro Gast, nicht mehr. Große Schaltflächen, wenige Klicks bis zur Zahlung, keine Tischverwaltung, keine komplizierte Navigation. Foodtrucks sind immer „außer Haus“, ein Tischplan ist Overhead.
Systeme mit einfacher Kassieroberfläche (ready2order, orderbird MINI, Speedy, POSSUM5 Lite) schlagen hier komplexe Restaurant-Plattformen wie Gastronovi oder Lightspeed um Längen. Bon-Kommentare („ohne Zwiebeln“, „extra scharf“) müssen am Gerät eingegeben werden können, Abholbons mit Nummernsystem sind bei hohem Durchsatz goldwert.
Standortprotokoll-Pflicht: der Punkt, den fast keiner kennt
Wenn du deinen Foodtruck mehrere Male pro Woche an verschiedenen Einsatzorten betreibst, hast du ein Problem, das in keinem Anbieter-Marketing auftaucht. Die Kassenmeldepflicht nach § 146a Abs. 4 AO verlangt, dass dein Kassensystem einer Betriebsstätte zugeordnet ist. Bei einem fest installierten Restaurant ist das trivial, der Geschäftssitz ist die Betriebsstätte.
Bei einem Foodtruck wird es komplizierter. Jeder dauerhafte Wechsel des Einsatzorts gilt als Betriebsstättenwechsel und ist meldepflichtig. Frist seit 01.07.2025: 30 Tage nach dem Standortwechsel. Bußgeld bei Verstößen: bis zu 25.000 Euro.
Praktisch heißt das: Führ ein Protokoll mit Datum, Einsatzort, Veranstaltung und Seriennummer deines Kassensystems. Eine einfache Tabelle oder Notiz-App reicht. Einige Anbieter wie POSSUM unterstützen die ELSTER-Meldung über XML-Export. Die meisten anderen überlassen dir oder deinem Steuerberater die Meldung.
Viele Foodtruck-Betreiber wissen das nicht. Wer regelmäßig auf fünf verschiedenen Wochenmärkten und drei Festivals im Jahr steht, sammelt schnell Standortwechsel, die nie gemeldet wurden. Bei einer Betriebsprüfung kann das teuer werden.
Mehrere Events sauber auseinanderhalten
Freitagabend Wochenmarkt, Samstag Festival, Dienstag Firmen-Catering. Drei verschiedene Umsatzorte, alle am gleichen Kassengerät. Für die Buchhaltung und gegenüber dem Eventveranstalter (der manchmal Umsatzbeteiligung verlangt) brauchst du saubere Trennung.
Kein System bietet das nativ als „Event-Tag“-Parameter. Der Workaround funktioniert aber überall. Tagesabschluss vor dem Standortwechsel erzwingen, Datum und Uhrzeit als Trennmerkmal nutzen. Ready2order, POSSUM und Speedy liefern CSV- oder DATEV-Exporte, die du in Excel nach Zeitraum filtern kannst.
Top 3 Kassensysteme für Foodtrucks: unsere Empfehlungen
Drei Anbieter empfehlen wir ausdrücklich für den Foodtruck-Betrieb. Die Reihenfolge richtet sich nach dem Gesamtpaket aus Offline-Stabilität, Hardware-Eignung und Transaktionskosten, nicht nach der Größe des Marketing-Budgets.
Platz 1: ready2order (readyGo). Das einzige System mit öffentlich dokumentierter Akku-Laufzeit (8 Stunden) und integrierter SIM-Karte. Monatlich kündbar, günstigstes Einstiegspaket, starke Foodtruck-Verbreitung in der DACH-Region. Cloud-TSE ist das Restrisiko bei stundenlangem Netzausfall, dafür kompensiert readyGo das mit SIM-Karte und solidem Offline-Puffer.
ready2order
readyGo ist der All-in-One-Handheld mit 8 Stunden Akku, integrierter LTE-SIM-Karte und 1,23 Prozent Transaktionsgebühr. Monatlich kündbar, kein Risiko beim Einstieg, ideal für Foodtrucks mit wechselnden Einsatzorten.
Platz 2: POSSUM (POSSUM5 Lite). Das einzige System im Test mit 100-prozentiger Offline-Architektur, Hardware-TSE und einer am Kartenumsatz gestaffelten Transaktionsgebühr. Kompaktes Handheld mit integriertem Bondrucker, EC-Cash und NFC. Hardware einmalig 149 Euro, Software ab 15 bis 19 Euro pro Monat als Verbundgerät. Persönliche Einrichtung und 365-Tage-Support sind inklusive. Der richtige Zweig für Foodtrucks, die regelmäßig komplett ohne Netz arbeiten (Festivals, abgelegene Märkte).
POSSUM
POSSUM5 Lite ist das einzige Handheld mit 100 Prozent Offline-Betrieb und Hardware-TSE. Die Transaktionsgebühr ist am Kartenumsatz gestaffelt (0,79 Prozent im PRO-Paket ab 3.000 € Kartenumsatz bis 0,59 Prozent im GOLD ab 25.000 €), persönliche Einrichtung und 365-Tage-Support inklusive.
Platz 3: Speedy (kasse-speedy). Die Android-Lösung auf Sunmi-Hardware, der einzige Anbieter mit 12V/24V-Autoladegerät-Option. Perfekt für Foodtrucks mit Fahrzeugbatterie-Betrieb. 100-prozentiger Offline-Modus laut Hersteller, Cloud-TSE, Preise über Händler.
speedy kasse
Speedy auf Sunmi-Hardware mit 12V- und 24V-Autoladegerät ist die einzige Lösung, die direkt an der Fahrzeugbatterie läuft. Android-basiert, 100 Prozent offline, flexibler als iPad-Systeme.
orderbird MINI landet knapp hinter den Top 3, Vectron ist für einfache Foodtruck-Setups überdimensioniert. Beide kommen im Detail-Kapitel ausführlich vor.
Die 5 Anbieter im Detail (Stand 2026)
Alle Preise sind Stand April 2026 und direkt bei den Anbietern recherchiert. Wo eine Information nicht öffentlich verfügbar ist, steht das so in der Bewertung.
Heimpel GmbH aus Waldshut-Tiengen, 95 Jahre Firmengeschichte, deutsches All-in-One-System mit starkem Gastro-Fokus. Das POSSUM5 Lite ist explizit für Foodtrucks und Marktstände konzipiert: ein kompaktes Handheld mit integriertem Bondrucker, EC-Cash-Terminal und Hardware-TSE.
Preise
Für einen klassischen Ein-Truck-Betreiber als einziges Gerät: 39 Euro Hauptgerät-Lizenz plus 149 Euro Hardware einmalig. Wer das POSSUM5 Lite als Mobilkasse neben einer stationären Hauptkasse nutzt (zum Beispiel im Restaurant mit mobiler Event-Variante), zahlt nur 15 bis 19 Euro pro Monat zusätzlich.
Foodtruck-Fit:
100 Prozent offline, Hardware-TSE fest eingebaut, integrierter Bondrucker, EC-Cash und NFC (Apple Pay, Google Pay). Akkubetrieb ist vorhanden, der genaue Stundenwert aber nicht öffentlich dokumentiert. Heimpel empfiehlt ausdrücklich eine Powerbank als Backup, das Gerät ist also nicht für eine 12-Stunden-Dauerschicht ohne Strom ausgelegt. Dafür ist die Hardware mit 149 Euro der günstigste Einstieg im Test.
Vorteile
- Gestaffelte Transaktionsgebühr: 0,79 % PRO (ab 3.000 € Kartenumsatz) bis 0,59 % GOLD (ab 25.000 €)
- 100 % Offline-Fähigkeit durch lokale Datenbank
- Hardware-TSE fest integriert, keine Monatsgebühr
- Günstigster Hardware-Einstieg: 149 Euro
- Persönliche Einrichtung und 365-Tage-Support inklusive
Nachteile
- Akku-Laufzeit nicht öffentlich dokumentiert (Powerbank empfohlen)
- Als einziges Gerät: Hauptgeräte-Lizenz 39 Euro/Monat nötig
- Kein dedizierter Standort-Parameter in der Software
- Ab SILVER greift eine Mindestservicegebühr (99 € beziehungsweise 199 €) zusätzlich
Für einen Foodtruck mit regelmäßigen Festival-Einsätzen oder schlechter Netzlage am häufigen Einsatzort ist POSSUM5 Lite die beste Wahl. Die gestaffelte Transaktionsgebühr (0,79 Prozent im PRO-Paket bei typischen Foodtruck-Umsätzen) schlägt bei hohem Kartenumsatz Cloud-Anbieter mit pauschal 1,23 bis 1,75 Prozent klar. Mit einer 20.000-mAh-Powerbank (30 bis 50 Euro) bist du auch bei 12-Stunden-Events auf der sicheren Seite.
Österreichischer Anbieter, seit 2015, über 16.000 Betriebe in DACH. Der readyGo ist das Foodtruck-Flaggschiff: All-in-One-Handheld mit integrierter LTE-SIM-Karte, Kartenterminal, Bondrucker, Barcodescanner und 8 Stunden Akku. Als einziger Anbieter im Test publiziert ready2order einen konkreten Stundenwert, was die Kaufentscheidung deutlich einfacher macht.
Preise
Monatlich kommst du auf 51,80 Euro ohne optionale Extras. Mit Abholbons (ideal für Foodtruck-Schlangenmanagement) sind es 59,70 Euro. Das ist der günstigste Gesamt-Monatspreis unter allen All-in-One-Handhelds.
Foodtruck-Fit:
Starke Foodtruck-Eignung: 8 Stunden Akku sind dokumentiert, die integrierte SIM-Karte löst das Netzproblem auf Märkten ohne extra Hotspot. Cloud-TSE ist das Restrisiko. Bei stundenlangem Internetausfall auf einem Festival wechselt die TSE in den Notbetrieb, das ist legal, aber bei häufigem Auftreten auffällig. SumUp Air als Backup-Kartenleser ist kompatibel.
Vorteile
- Einziger Anbieter mit publiziertem 8h-Akku
- Integrierte LTE-SIM-Karte (unbegrenzt DE)
- Günstigster Gesamt-Monatspreis im Test (51,80 Euro)
- Abholbon-Funktion ideal für Foodtruck-Schlange
- Monatlich kündbar
Nachteile
- Cloud-TSE statt Hardware-TSE (Risiko bei Totalausfall)
- Support-Qualität laut Nutzerberichten schwankend
- Nur ein Drucker parallel nutzbar (unkritisch für 1-Ausgabefenster-Truck)
- Transaktionsgebühr 1,23 % deutlich über POSSUM
Die richtige Wahl für Foodtruck-Einsteiger und Betreiber, die monatlich kündbar bleiben wollen. 8 Stunden Akku und integrierte SIM sind im Praxisbetrieb viel wert. Wer hohen Kartenumsatz hat (über 7.000 Euro pro Monat), sollte POSSUM gegenrechnen, die Transaktionsgebühr macht den Unterschied schnell wett.
Android-basierte Kassensoftware von ACRON, läuft auf Sunmi- und iMin-Hardware. Explizit für Märkte, Foodtrucks und Reisegewerbe ausgerichtet. Einzigartig: Strom kann über Akku, 220V-Netzteil oder 12V/24V-Autoladegerät kommen. Wer seinen Truck im Leerlauf stehen hat und die Batterie anzapfen kann, braucht keine Powerbank mehr.
Preise
Die fehlende Preistransparenz ist das größte Minus. Speedy vertreibt über Händler wie ACRON oder kassen24.de, Listenpreise gibt es nicht öffentlich. Plan einen konkreten Händler-Termin ein, bevor du rechnest.
Foodtruck-Fit:
100 Prozent offline für alle Kassenfunktionen laut Hersteller, Cloud-TSE als Schwachpunkt bei Totalausfall. Android-Hardware ist günstig und weit verbreitet, Ersatz ist bei Defekt binnen Tagen besorgt. Bluetooth-Drucker-Option macht die Lösung maximal flexibel. Die 12V/24V-Strom-Option ist unter den fünf Anbietern einzigartig und für Truck-Betreiber mit Fahrzeugbatterie ein echter Mehrwert.
Vorteile
- Einziger Anbieter mit 12V/24V-Autoladegerät (Fahrzeugbatterie)
- 100 % offline für alle Kassenfunktionen
- Günstige, weit verbreitete Sunmi-Hardware
- Bluetooth-Drucker-Option für maximale Flexibilität
- Trinkgeld-Funktion bei Kartenzahlung integriert
Nachteile
- Preise nicht transparent auf Website (Händler-Vertrieb)
- Weniger bekannt als POSSUM, ready2order, orderbird
- Cloud-TSE statt Hardware-TSE
- Support läuft über Händler, Qualität je nach Händler verschieden
Die richtige Wahl für Foodtruck-Betreiber, die den Truck als Stromquelle nutzen wollen oder schon Android-affin sind. Das 12V-Autoladegerät hat sonst kein Anbieter im Test. Auf ein Händler-Gespräch musst du dich für die Preisverhandlung einstellen, Listenpreise gibt es nicht.
orderbird MINI
Deutsches Unternehmen, seit 2011, iPad-basierte Kassensysteme. Der MINI ist das mobile Flaggschiff: kompaktes All-in-One-Handheld mit integrierter SIM-Karte, Bondrucker, Kartenterminal, Barcodescanner. Starke Community-Präsenz in der deutschen Foodtruck-Szene.
Preise:
| Position | Kosten |
|---|---|
| orderbird MINI Hardware (einmalig) | 399 Euro |
| Lizenzgebühr (Jahrestarif) | ab 22 Euro/Monat |
| TSE | in Hardware integriert (kein Aufpreis) |
| SIM-Karte (DE unbegrenzt) | integriert (kein Aufpreis) |
| Transaktionsgebühr | 1,75 % |
Der günstigste Monats-Lizenzpreis im ganzen Test, TSE plus SIM inklusive. Die Kehrseite: 1,75 Prozent Transaktionsgebühr ist der höchste Wert im Vergleich.
Foodtruck-Fit:
Hardware-TSE integriert, SIM-Karte integriert, sehr kompakte und robuste Hardware. „Ganztägiger Akku“ laut Hersteller, aber ohne konkrete Stundenangabe. Die hohe Transaktionsgebühr frisst den günstigen Lizenzpreis schnell wieder auf. Wer 5.000 Euro Kartenumsatz im Monat hat, zahlt bei orderbird 87,50 Euro Transaktionsgebühr, bei POSSUM im PRO-Paket rund 45,50 Euro (0,79 Prozent + 6 Euro Monatsgebühr). Ein Jahr davon sind rund 504 Euro Differenz.
Pro/Contra orderbird MINI:
Vorteile: Hardware-TSE integriert (kein Aufpreis), SIM-Karte integriert (kein Aufpreis), günstigster Lizenzpreis im Test (22 Euro/Monat), starke deutsche Foodtruck-Community, sehr kompakte und robuste Hardware.
Nachteile: Höchste Transaktionsgebühr im Test (1,75 %), Akku-Laufzeit nicht publiziert, iOS-basiert (für Android-Affine ein Minus), Support-Qualität in Stoßzeiten schwankend laut Nutzerberichten.
Fazit orderbird MINI: Günstig für Betreiber mit niedrigem Kartenumsatz (unter 3.000 Euro pro Monat) oder hohem Baranteil. Für Foodtrucks mit viel Kartenzahlung wird die 1,75-Prozent-Gebühr zum größten Kostenblock. Die integrierte Hardware-TSE und SIM sind technisch stark, wirtschaftlich aber nicht der beste Deal.
Vectron POS M4 Pay
Deutscher Traditionsanbieter seit 1990, Hauptsitz Münster, rund 65.000 POS-Standorte in Europa. Der POS M4 Pay aus der SMART-Linie ist ein mobiles Kassensystem mit integriertem Payment. Der POS MobilePro III (Premiumlinie) ist wasserdicht und hat 10 Stunden Akku, ist aber eher für Event-Catering-Profis dimensioniert.
Preise VECTRON SMART:
| Position | Kosten |
|---|---|
| POS M4 Pay (mobil, mit Payment) | 29,90 Euro/Monat |
| Payment-Gateway-Pauschale | 34,90 Euro/Monat |
| Hardware | im Mietpreis enthalten |
| Hardware-Versicherung (Sofort-Austausch) | inklusive |
| TSE | in Hardware integriert |
| Transaktionsgebühr | 1,29 % |
Gesamt-Monatspreis: 64,80 Euro. Die Payment-Gateway-Pauschale (34,90 Euro) ist dabei ein echter Knackpunkt. Die zahlst du auch, wenn du ein Jahr lang keine einzige Kartenzahlung hattest. Für einen saisonalen Foodtruck, der nur 4 Monate im Jahr läuft, ist das bares Geld verschwendet.
Foodtruck-Fit:
Lokale Architektur, sehr gute Offline-Stabilität. Hardware-TSE integriert. POS MobilePro III ist mit 10 Stunden Akku und IP-Zertifizierung das beste Outdoor-Gerät im Test, der POS M4 Pay dagegen ist weniger robust. Hardware-Austausch bei Defekt ist im Mietpreis inklusive. Für komplexe Foodtruck-Setups (Catering-Unternehmen mit mehreren Trucks, Event-Gastronomie-Profis) eine starke Lösung, für den klassischen Ein-Truck-Betreiber überdimensioniert und teuer.
Hinweis: Seit Juni 2024 hat der US-Zahlungsdienstleister Shift4 die Mehrheit an Vectron übernommen. Langfristig plant Shift4, die Payment-Services an eigene Konditionen zu binden. Wer jetzt mehrjährige Verträge abschließt, sollte Payment-Klauseln genau prüfen.
Vorteile
- Hardware-TSE integriert
- Lokale Architektur, sehr gute Offline-Stabilität
- Hardware im Mietpreis inklusive (Sofort-Austausch)
- POS MobilePro III mit 10h Akku und IP-Zertifizierung
- Lokales Partner-Netz für persönliche Betreuung
Nachteile
- Payment-Gateway-Pauschale 34,90 Euro/Monat auch bei Nichtnutzung
- Gesamt-Monatspreis 64,80 Euro teurer als ready2order oder POSSUM
- Für einfachen 1-Ausgabefenster-Truck überdimensioniert
- Kein Self-Service-Onboarding, lokaler Partner nötig
- Shift4-Übernahme: langfristige Payment-Konditionen unklar
Fazit Vectron: Richtig für Catering-Unternehmen mit mehreren Trucks oder Event-Gastro-Profis, die Hardware-Austausch-Service wertschätzen. Für den klassischen Ein-Truck-Betreiber ist das System überdimensioniert und durch die Payment-Gateway-Pauschale teuer.
Was wir für Foodtrucks nicht empfehlen
Zwei Anbieter tauchen in Google-Ergebnissen für „Kassensystem Foodtruck“ auf, sind aber die falsche Wahl:
Gastronovi: Cloud-abhängige Restaurant-Plattform. Offline-Modus existiert, aber nicht für Festival-Dauerbetrieb ausgelegt. Support ist kostenpflichtig (1,65 bis 4,10 Euro pro Minute), was bei einem Notfall-Anruf vom Festivalplatz praktisch nicht funktioniert. Mit 73 Euro pro Monat plus hohem Offline-Risiko die falsche Wahl.
Lightspeed: Trotz eigener Foodtruck-Landingpage strukturell eine Cloud-Lösung. „Offline-capable“ im Marketing, in der Praxis deutlich eingeschränkt. Ab 89 Euro pro Monat, für einen klassischen Foodtruck nicht rechtfertigbar. Wer Restaurant und Foodtruck als Kombi-Betrieb führt, kann Lightspeed nutzen, als Standalone-Lösung für Foodtruck gibt es bessere Alternativen.
Was kostet ein Kassensystem für einen Foodtruck wirklich?
Die Softwaremiete ist nur ein Teil der Rechnung. Realistisch zahlst du pro Monat Software, TSE, Hardware (verteilt über die Nutzungsdauer) und die Transaktionsgebühr bei Kartenzahlung. Besonders die letzte Position wird von den meisten Vergleichsartikeln weggelassen, ist bei einem Foodtruck mit hohem Kartenanteil aber der größte Kostenblock.
Unsere Annahme
Ein Foodtruck mit 1 Ausgabefenster, 2 Event-Tagen pro Woche. 10.000 Euro Monatsumsatz, davon 70 Prozent Kartenzahlung (7.000 Euro Kartenumsatz pro Monat). Ein mobiles All-in-One-Gerät, keine stationäre Hauptkasse.
Szenario A: Budget-Einstieg mit orderbird MINI
| Position | Kosten |
|---|---|
| orderbird MINI Hardware (einmalig) | 399 Euro |
| Lizenzgebühr (Jahrestarif) | 22 Euro/Monat |
| TSE | inklusive |
| Transaktionsgebühr 1,75 % auf 7.000 Euro | 122,50 Euro/Monat |
| Summe 1. Jahr | ca. 2.133 Euro |
Vorteile: Niedrigster Lizenzpreis, Hardware-TSE und SIM inklusive. Nachteile: Die Transaktionsgebühr macht 69 Prozent der Jahreskosten aus.
Szenario B: Mittelklasse mit ready2order readyGo
| Position | Kosten |
|---|---|
| readyGo Hardware (einmalig) | 369 Euro |
| SumUp Air als Backup-Kartenleser | 25 Euro einmalig |
| Basis-Abo + TSE-Paket | 51,80 Euro/Monat |
| Transaktionsgebühr 1,23 % auf 7.000 Euro | 86,10 Euro/Monat |
| Summe 1. Jahr | ca. 2.049 Euro |
Vorteile: 8h Akku dokumentiert, SIM-Karte integriert, monatlich kündbar. Nachteile: Cloud-TSE als Restrisiko bei Internet-Totalausfall.
Szenario C: Premium mit POSSUM5 Lite
| Position | Kosten |
|---|---|
| POSSUM5 Lite Hardware (einmalig) | 149 Euro |
| Powerbank 20.000 mAh (einmalig) | ca. 60 Euro |
| Hauptgerät-Lizenz (einziges Gerät) | 39 Euro/Monat |
| TSE | inklusive (Hardware-TSE) |
| POSSUM PRO (0,79 % + 6 € Monatsgebühr) auf 7.000 Euro | 61,30 Euro/Monat |
| Summe 1. Jahr | ca. 1.413 Euro |
Vorteile: Niedrigste Jahresgesamtkosten, Hardware-TSE (100 Prozent offline), gestaffelte Transaktionsgebühr (bei 7.000 Euro Kartenumsatz greift PRO mit 0,79 Prozent), persönliche Einrichtung inklusive. Nachteile: Powerbank als Backup nötig, Akku-Laufzeit nicht dokumentiert.
Transaktionsgebühren sind der größte Hebel
Schau dir nur die Transaktionsgebühren über ein Jahr an, bei 7.000 Euro Kartenumsatz pro Monat:
- POSSUM PRO (0,79 %, 6 € Monatsgebühr): 61,30 Euro/Monat = 736 Euro/Jahr
- ready2order bei 1,23 Prozent: 86,10 Euro/Monat = 1.033 Euro/Jahr
- orderbird MINI bei 1,75 Prozent: 122,50 Euro/Monat = 1.470 Euro/Jahr
Die Differenz zwischen POSSUM PRO und orderbird MINI sind rund 734 Euro pro Jahr, nur durch die unterschiedliche Kartengebühr plus Paketgebühr. Das deckt bereits einen großen Teil des Hardware-Kaufs eines Foodtruck-Setups. Bei 15.000 Euro Kartenumsatz greift bei POSSUM das SILVER-Paket (0,65 Prozent, 99 Euro Mindestservicegebühr) und der Jahresabstand zu orderbird wächst auf rund 1.960 Euro. Bei 30.000 Euro Kartenumsatz greift GOLD (0,59 Prozent, 199 Euro Mindestservicegebühr) und der Abstand liegt bei knapp 3.900 Euro pro Jahr.
Schätz deinen Kartenumsatz also ehrlich ein, bevor du dich für ein System entscheidest. Ein niedriger Lizenzpreis bedeutet nichts, wenn die Transaktionsgebühr das Dreifache frisst.
Checkliste: Das muss dein Foodtruck-Kassensystem können
Das muss dein Foodtruck-Kassensystem können
Nimm diese Liste zum nächsten Anbieter-Gespräch mit. Wenn der Verkäufer bei mehr als zwei Punkten zögert, such weiter.
- 100 Prozent offline oder nachweislich stabiler Offline-Puffer plus LTE-SIM-Karte
- Akku für mindestens 8 Stunden Event-Betrieb ohne Steckdose
- Hardware-TSE bevorzugt – bei Cloud-TSE zwingend SIM-Backup
- Kompaktes All-in-One-Handheld (Bondrucker – Kartenleser integriert)
- Wetterfest oder mit Schutzhülle alltagsrobust
- Mobile Kartenzahlung integriert mit ausgewiesener Transaktionsgebühr
- Schnelle Bestellaufnahme – große Schaltflächen, wenige Klicks
- Bon-Kommentare und Abholbons mit Nummernsystem möglich
- DSFinV-K-Export für den Steuerberater
- Standortprotokoll-tauglich (Datum – Einsatzort, Seriennummer im Export)
- Niedrige Transaktionsgebühr unter 1 – 5 Prozent (besser: unter 1 Prozent)
- Monatlich kündbar oder klarer Saisontarif für Saisonbetriebe
Regulatorik 2026: Was du als Foodtruck-Betreiber wissen musst
Die Kassenregulatorik ist für Foodtrucks strenger als viele glauben. Drei Themen solltest du kennen, bevor der Prüfer kommt.
Standortprotokoll-Pflicht für mobile Kassen
Das ist der Punkt, den so gut wie kein Wettbewerber-Artikel erwähnt. Die Kassenmeldepflicht nach § 146a Abs. 4 AO verlangt, dass dein Kassensystem einer Betriebsstätte zugeordnet ist. Bei einem fest stehenden Restaurant ist das trivial. Bei einem mobilen Betrieb wird es komplex.
Seit 01.07.2025 gilt: Jeder dauerhafte Wechsel des Einsatzorts (Betriebsstätte) ist dem Finanzamt innerhalb von 30 Tagen zu melden. Bußgeld bei Verstößen: 2.500 bis 25.000 Euro.
Die praktische Umsetzung: Führ ein Protokoll mit Datum, Einsatzort, Veranstaltung und Seriennummer deiner Kasse. Eine einfache Tabelle oder Notiz-App reicht völlig. Melde dauerhafte Standortwechsel über ELSTER beziehungsweise ERiC-Schnittstelle oder lass das deinen Steuerberater machen. Einige Anbieter wie POSSUM unterstützen die Meldung über einen XML-Export.
Wer seinen Truck nur gelegentlich auf einzelnen Events betreibt (zum Beispiel zweimal im Jahr auf einem Wochenmarkt), muss nicht jeden Event melden. Die Faustregel: Wenn ein Standort regelmäßig oder dauerhaft genutzt wird, gilt er als Betriebsstätte und ist meldepflichtig.
Steuersatz-Vereinfachung ab 01.01.2026
Seit Jahresanfang 2026 gilt: Alle Speisen werden pauschal mit 7 Prozent Mehrwertsteuer besteuert, unabhängig ob Vor-Ort-Verzehr oder Außer-Haus. Die bisherige „Außer-Haus-Taste“ für 7 Prozent auf Take-away-Speisen entfällt.
Getränke bleiben bei 19 Prozent, mit den bekannten Ausnahmen (Milch, Milchmischgetränke mit mindestens 75 Prozent Milchanteil, Leitungswasser zum Mitnehmen: 7 Prozent).
Für Foodtrucks ist das eine Erleichterung. Die früher oft unklare Abgrenzung (Sitzgelegenheiten? Stehverzehr?) entfällt. Aber: Viele Kassensysteme müssen noch konfiguriert werden. Wenn in deiner Kasse noch der alte Steuerschlüssel mit 19 Prozent für Vor-Ort-Speisen aktiv ist, haftest du steuerrechtlich für zu viel ausgewiesene Umsatzsteuer.
Prüf, welchen Steuersatz deine Kasse auf Speisen anwendet. Die meisten Anbieter haben automatisch umgestellt, aber nicht alle. Ein Testbon mit einer Pizza oder einem Burger zeigt dir, ob die Konfiguration stimmt.
TSE-Pflicht auch für Foodtrucks
Die TSE-Pflicht nach § 146a AO und KassenSichV gilt seit 2020 für alle elektronischen Kassensysteme in Deutschland, auch für Foodtrucks und mobile Registrierkassen. Wer glaubt, Mobilgeräte seien ausgenommen, irrt. Betroffen sind alle Systeme, die Bons ausstellen, auch Tablet-Apps und mobile Kartenleser-Systeme.
Die TSE protokolliert jeden Kassenvorgang manipulationssicher mit Zeitstempel, Signaturzähler und Prüfwert. Hardware-TSE ist bei POSSUM, Vectron und orderbird MINI fest eingebaut (5-Jahres-Zertifikat). Cloud-TSE läuft bei ready2order, Speedy, Gastronovi als monatliche SaaS-Gebühr (14 bis 16 Euro).
Bei Cloud-TSE auf Festivals: Bei Internet-Totalausfall wechselt das System in den Notbetrieb, auf dem Bon erscheint ein Ausfall-Vermerk. Legal zulässig, bei häufigem Auftreten aber bei der Betriebsprüfung auffällig. Hardware-TSE ist hier die sicherere Option.
Kassenmeldepflicht und geplante Registrierkassenpflicht 2027
Die allgemeine Kassenmeldepflicht gilt seit 01.01.2025. Kassen vor 01.07.2025 angeschafft: Meldung bis 31.07.2025 war Pflicht. Kassen ab 01.07.2025: innerhalb eines Monats zu melden. Auch Außerbetriebnahme ist meldepflichtig.
Für 2027 plant der Koalitionsvertrag eine allgemeine Registrierkassenpflicht für Betriebe ab 100.000 Euro Jahresumsatz. Status April 2026: noch nicht verabschiedet, der Gesetzentwurf wird im Verlauf 2026 erwartet. Wer als Foodtruck über der Grenze liegt und noch ohne elektronische Kasse arbeitet, sollte jetzt handeln. Die Umstellung mit Schulung und Steuerabstimmung braucht realistisch drei Monate.
Häufige Fragen zum Foodtruck-Kassensystem
Neben den hier vorgestellten Foodtruck-Anbietern gibt es weitere Systeme für die Gastronomie. Die folgende Übersicht zeigt alle bewerteten Anbieter auf kassensystemevergleich.de:
- Gastronomie
- Einzelhandel
- Dienstleistungen
- schnelle Einrichtung, leichte Bedienung
- speziell für KMU
- viele Statistiken, Warenwirtschaft, CRM etc.
- alle Branchen
- zahlreiche Module & Analyse-/ Reportmöglichkeiten
- Anbieter richtet Kasse ein
- Anbieter schult den Unternehmer
- stationäre und mobile All-in-One Systeme (Zahlung, Drucker, Kundendisplay)
- Gastronomie
- Einzelhandel
- Dienstleistungen
- Android-basiert, leichte Bedienung
- viele Tools: CRM, Reporting etc.
- Module für zahlreiche Anwendungsfälle
- Gastronomie
- Hotel
- Einzelhandel
- robuste Touchscreenkassen
- ausgereifte Software
- Hard- und Software aus einer Hand
- Gastronomie
- Einzelhandel
- Dienstleistungen
- leichte Bedienung, iOS & Andoid
- Fokus auf KMU & Großunternehmen
- zahlreiche Module: Datev-Export, Gutscheinverwaltung, Warenwirtschaft, Online-Shop, Berichte
Welches Kassensystem ist am besten für einen Foodtruck geeignet?
Für einen klassischen Ein-Truck-Betreiber mit regelmäßigen Festival-Einsätzen ist POSSUM5 Lite die beste Wahl: 100 Prozent offline, Hardware-TSE, gestaffelte Transaktionsgebühr (0,79 Prozent im PRO-Paket bei typischen Foodtruck-Umsätzen). Wer monatlich kündbar bleiben will und integrierte SIM-Karte schätzt, ist bei ready2order readyGo gut aufgehoben. Speedy mit 12V-Autoladegerät passt für Betreiber, die den Truck als Stromquelle nutzen. Lightspeed und Gastronovi empfehlen wir nicht, beide sind zu cloud-abhängig für Foodtruck-Einsätze.
Kassensystem Foodtruck ohne Internet, funktioniert das auf Festivals?
Ja, aber nur mit dem richtigen System. POSSUM5 Lite und Vectron arbeiten mit lokaler Architektur und laufen zu 100 Prozent offline. ready2order, orderbird MINI und Speedy haben Cloud-TSE, der Kassenbetrieb läuft mit Offline-Puffer weiter, die TSE wechselt aber in den Notbetrieb (auf Bon dokumentiert). Lightspeed und Gastronovi sind zu stark cloud-abhängig und nicht für Festival-Einsätze geeignet. Praxistipp: LTE-SIM-Karte ist bei jedem Cloud-System zwingend, integriert beim readyGo und orderbird MINI.
Welche mobile Kasse hält 8 Stunden ohne Steckdose?
ready2order readyGo ist der einzige Anbieter, der einen konkreten Stundenwert publiziert: bis zu 8 Stunden Akku-Laufzeit. Vectron POS MobilePro III schafft bis zu 10 Stunden, ist aber deutlich teurer. orderbird MINI wirbt mit „ganztägigem Akku“ ohne Stundenwert. POSSUM5 Lite und Speedy haben Akkubetrieb, aber keine öffentliche Angabe. Praxistipp: Mit einer 20.000-mAh-Powerbank (30 bis 50 Euro) verdoppelst du bei allen Geräten die Laufzeit.
Was kostet ein Kassensystem für einen Foodtruck pro Monat?
Die Spannbreite ist groß. orderbird MINI startet bei 22 Euro Lizenz pro Monat, hat aber 1,75 Prozent Transaktionsgebühr. ready2order liegt bei 51,80 Euro pro Monat inklusive TSE. POSSUM5 Lite kostet 39 Euro Software-Lizenz plus Transaktionsgebühr (im typischen Foodtruck-Segment das PRO-Paket: 0,79 Prozent + 6 Euro Monatsgebühr). Inklusive Kartengebühren bei 7.000 Euro Kartenumsatz im Monat: POSSUM ca. 100 Euro, ready2order ca. 138 Euro, orderbird MINI ca. 145 Euro insgesamt. Rechne über ein Jahr, nicht über einen Monat, dann siehst du die echten Kosten.
Brauche ich als Foodtruck-Betreiber eine TSE-Kasse?
Ja, die TSE-Pflicht nach § 146a AO gilt seit 2020 für alle elektronischen Kassensysteme in Deutschland, auch für Foodtrucks, Imbisswagen und Marktstände. Wer elektronische Bons ausstellt, braucht eine TSE. Ausgenommen sind nur reine Bargeld-Betriebe ohne elektronische Kasse, was in der Praxis kaum noch vorkommt. Hardware-TSE (bei POSSUM, Vectron, orderbird MINI in der Hardware integriert) ist für Foodtrucks stabiler als Cloud-TSE, weil sie unabhängig vom Internet funktioniert.
Muss ich jeden Standort bei mobiler Kasse beim Finanzamt melden?
Nur dauerhafte Standortwechsel sind meldepflichtig, nicht jeder einzelne Event-Einsatz. Die Frist seit 01.07.2025: 30 Tage nach dem Wechsel. Wenn dein Truck regelmäßig auf einem bestimmten Wochenmarkt steht oder du einen neuen festen Einsatzort dazu nimmst, gilt das als Betriebsstättenwechsel. Einzelne Festival- oder Cateringeinsätze sind keine neuen Betriebsstätten. Bußgeld bei Verstößen: 2.500 bis 25.000 Euro. Praktisch: Ein einfaches Protokoll mit Datum, Ort und Veranstaltung reicht als Nachweis bei der Betriebsprüfung.
Hardware-TSE oder Cloud-TSE für Foodtruck, was ist besser?
Für Foodtrucks empfehlen wir klar Hardware-TSE. Sie läuft lokal auf dem Gerät, ohne Internet, ohne Cloud-Abhängigkeit, ohne Monatsgebühr. Fest integriert bei POSSUM5 Lite, Vectron POS M4 Pay und orderbird MINI. Zertifikat läuft 5 Jahre, danach Austausch für 50 bis 100 Euro. Cloud-TSE (ready2order 15,90 Euro pro Monat, Gastronovi 14 Euro) kostet auf 5 Jahre gerechnet 840 bis 954 Euro, fällt bei Internet-Totalausfall in den Notbetrieb und verursacht Ausfall-Vermerke auf Bons. Für stationäre Restaurants kein Problem, für Foodtrucks ein echtes Risiko.
Foodtruck-Kasse und Mehrwertsteuer, 7 oder 19 Prozent?
Seit 01.01.2026 gilt: Alle Speisen pauschal 7 Prozent, unabhängig ob Vor-Ort-Verzehr oder Take-away. Die frühere Außer-Haus-Regelung entfällt. Getränke bleiben bei 19 Prozent, Ausnahmen sind Milch, Milchmischgetränke (ab 75 Prozent Milchanteil) und Leitungswasser zum Mitnehmen mit 7 Prozent. Alkohol ist immer 19 Prozent. Prüf deine Kassenkonfiguration: Wenn dein System noch den alten Steuerschlüssel mit 19 Prozent für Vor-Ort-Speisen anwendet, haftest du für zu viel ausgewiesene Umsatzsteuer.
Fazit und nächster Schritt
Je nach Foodtruck-Profil drei verschiedene Empfehlungen.
Wer regelmäßig auf Festivals und Märkten mit schlechter Netzlage steht und hohen Kartenumsatz hat, kommt mit POSSUM5 Lite am günstigsten weg. Hardware-TSE, 100 Prozent offline, gestaffelte Transaktionsgebühr (0,79 Prozent im PRO-Paket ab 3.000 € Kartenumsatz). Jahresgesamtkosten bei 7.000 Euro Kartenumsatz pro Monat: rund 1.413 Euro. Mit Powerbank als Backup das robusteste Setup im Test.
Wer wechselnde Einsatzorte hat und monatlich kündbar bleiben will, ist bei ready2order readyGo gut aufgestellt. 8 Stunden Akku dokumentiert, integrierte SIM-Karte löst das Netzproblem auf den meisten Märkten. Cloud-TSE ist das Restrisiko, wer aber meistens in Städten oder gut versorgten Gegenden steht, kommt damit gut klar.
Wer den Truck als Stromquelle nutzen will oder Android-affin ist: Speedy auf Sunmi-Hardware. Das 12V/24V-Autoladegerät hat kein anderer Anbieter im Test, 100 Prozent offline, flexible Hardware. Preisverhandlung läuft über den Händler.
Den vollständigen Überblick über alle Gastro-Kassensysteme, inklusive Restaurant-, Café- und Bar-Spezialthemen, findest du in unserem Gastronomie-Kassensysteme im Überblick. Dort vergleichst du alle Anbieter direkt, lässt Konditionen an deine Situation anpassen und startest den Fact-Check für deinen konkreten Foodtruck-Betrieb.
Andere Gastro-Betriebstypen im Vergleich
Jeder Gastro-Betrieb hat seine eigenen Anforderungen. Hier findest du die spezialisierten Vergleiche für die anderen Betriebstypen:
- Kassensystem Restaurant
- Kassensystem Café
- Kassensystem Bar
- Kassensystem Imbiss
- Kassensystem Bäckerei
Den Gesamtüberblick mit allen Anbietern und Kosten-Szenarien findest du im Gastronomie-Hub.
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