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Kartenzahlung – alles, was Händler 2020 darüber wissen müssen: Vorteile, Kosten, Terminals, Anbieter & Zahlverfahren

Kassensystemevergleich.de | letztes Update: 15.07.2020

Welche Vorteile hat Kartenzahlung?

Die wachsende Nachfrage und die Erwartungshaltung deiner Kunden sind gute Gründe, Kartenzahlungen zu akzeptieren. Vielleicht sogar die wichtigsten. Aber es gibt noch sehr viel mehr:

  • Einnahmen: Kunden geben mit der Karte freizügiger Geld aus als bar – impulsive Spontankäufe statt Limit im Portemonnaie
  • Bargeldkosten: weniger zu transportieren, weniger Einzahlungsgebühren
  • Fehler: Du reduzierst den fehlerbehafteten Umgang mit Bargeld, kein Geldzählen beim Kassieren, keine Wechselgeldausgabe
  • Zeitersparnis: mit Bargeld hantieren raubt Zeit
  • Sicherheit: Überfälle auf dein Geschäft werden uninteressanter und Unterschlagungen fallen schneller auf
  • Falschgeld: Das Risiko, an Falschgeld zu geraten sinkt.
  • Kundenbindung: Bietest du dazu das Aufladen von Prepaidkarten an, erhältst du Provisionen und tust zusätzlich etwas für die Kundenbindung
  • Image: Bessere Außenwahrnehmung durch moderne Bezahlsysteme

Bargeld als beliebtestes Zahlungsmittel geschlagen

Eine Studie des EHI Retail Insitute zeigt, dass Kunden in deutschen Ladengeschäften seit 2018 überwiegend mit Karte bezahlen. Der Vorsprung war 2018 mit 48,6 Prozent des Gesamtumsatzes versus 48,3 noch knapp. In 2019 und insbesondere in 2020 (COVOD-19) hat der Vorsprung sich noch weiter ausgebaut. Der Trend ist allgemein, nicht nur Digital Natives erwarten unbare Zahlmethoden.

Und der Handel zieht mit: Die Zahl der installierten Terminals erhöhte sich im Jahr 2019 um 3,7 Prozent auf über 871.000 aktive. Davon bieten etwa 86 Prozent Distanz-Zahlungen. Gerade die kontaktlose Kartenzahlung boomt.

Was kostet mich die Kartenzahlung?

Kartenzahlung ist mittlerweile relativ günstig. Einer regulierenden Gesetzgebung und starkem Wettbewerb zwischen den Anbietern sei Dank.

Dennoch ist es nicht ganz einfach, das richtige Angebot zu finden.

Einige Preismodelle schlüsseln dir alle Einzelleistungen auf und geben dir viele Wahlmöglichkeiten, andere sind dagegen übersichtlicher durch einfache Pauschalen.

Ob über Pauschalen abgegolten oder über Einzelleistungen berechnet: Alle Kartenzahlungsangebote setzen sich im Hintergrund aus vier Posten zusammen:

  • Karten: Akzeptanzverträge der Herausgeber
  • Zahlungsverfahren: PIN, Unterschrift, kontaktlos – doch PIN ist nicht gleich PIN, jede Karte legt im weiteren Netzverlauf eigene Prozeduren zurück, Zahlungsverfahren genannt.
  • Netzbetrieb: Der Betreiber richtet dein System ein, bindet es an und steuert die Zahlungseingänge.
  • Terminal: Grundsätzlich kannst du Lesegeräte verschiedenster Ausstattungsklassen entweder kaufen oder mieten.

Folgende Posten können – müssen aber nicht – auf dich zukommen:

Einmalige Kosten für Anschaffung und Einrichtung

  • Einrichtungspauschale: 20 bis 30 Euro, berechnet nicht jeder Anbieter separat
  • Kauf des Terminals: 30 bis 100 Euro, voll ausgestattete Geräte bis zu 700 Euro
  • hast oder benötigst du einen kompatiblen Bondrucker (einige hundert Euro), hast du einen Internetanschluss?

Laufende Kosten des Betriebs

1. Fixkosten (monatlich)

  • Miete Kartenleser: 5 bis 15 Euro (laufzeitabhängig)
  • Grundgebühr: 5 bis 10 Euro (laufzeitabhängig, beinhaltet beispielsweise Netz, Service & Support, Ausfallersatz, Einzahlung aufs Geschäftskonto)

Bisweilen ist alles zu einer pauschalen Grundgebühr zusammengefasst, manches als Zusatzleistung aufgeführt.

2. Transaktionsgebundene Kosten

  • Transaktionsgebühr: 7 bis 12 Cent (fürs Netz, fällt bei jedem Zahlvorgang und Kassenschnitt an, gestaffelt nach Anzahl der Transaktionen)
  • „EC-Kartengebühren“: meist 0,23 bis 0,30 Prozent des Zahlbetrages (girocard) sowie Autorisierungsentgelte weiterer Debitkarten, bei Modellen ohne Vertrag und Grundgebühr oft pauschal 0,90 bis 1,00 Prozent
  • Kreditkarten-Disagio: 1 bis 3 Prozent des Zahlbetrages (abhängig vom Kartenanbieter, Firmenkreditkarten zusätzlich 1,2 bis 1,3 Prozent)

Transaktions- und Kartengebühren können auch zu einer einzigen, dann nur umsatzabhängigen Gebühr vereint sein, eine für Debit-, eine zweite für Kreditkarten.

3. Zusatzkosten für Extraleistungen

Zwischen 1 und 5 Euro monatlich, je nach Anbieter als Fix- oder Transaktionsgebühr, zum Beispiel für

  • zentrales Clearing, Kontobündelung: Zahlvorgänge eines Tages gehen, nach Kassenschnitt oder Abschluss, als eine Sammel-Überweisung an die Bank und nicht einzeln (direktes Clearing) – spart Überweisungsgebühren
  • turnusmäßige Lieferungen von Transaktionslisten, Übersichten, Berichten – erleichtert Buchführung, Steuererklärung etc.
  • Freischalten weiterer Zahlungsarten

Auch solche Services sind oft in Pauschalen oder Gebühren inkludiert.

Beispielrechnung

Annahme: Du hast je 5 girocard-Zahlungen (EC-Karte) á 20 Euro an 5 Wochentagen, also 100 Transaktionen und 2.000 Euro Umsatz im 20-Tage-Monat.

– Vertrag mit Mietgerät –

Monatliche Kosten: 7 Euro Transaktionsgebühren plus 4,60 bis 6 Euro Kartengebühren, hinzu kommen noch die Fixkosten in Höhe von 10 bis 30 Euro. In Summe kämst du auf 21,60 bis 43 Euro für 2.000 Euro Verkäufe. Das macht 1,1 bis 2,2 Prozent des Umsatzes.

Angenommen die erzielst du die 2.000 Euro durch nur 10 Käufe zu je 200 Euro, zahlst du nur höhere Transaktionsgebühren, 10 mal maximal 12 Cent gleich 1,20 Euro, der Rest ist identisch. Und schon bist du bei 15,80 bis 37,20 Euro oder 0,8 bis 1,9 Prozent des Umsatzes.

Es gilt also, je höher die Warenkörbe desto günstiger ist die Akzeptanz von Kartenzahlungen.

Ein typischer Anbieter für dieses Vertragsmodell sind die Bezahlexperten.

Tipp: Konstante Grundkosten und günstige Gebühren für Zahlvorgänge zahlen sich aus bei:

  • regelmäßigen Kartenzahlungen über 100 pro Monat
  • höheren Zahlbeträgen

– Vertrag mit Kaufgerät –

Hier ist die Rechnung sehr einfach. Die Kartenzahlung kostet 0,9 bis 1,0 Prozent vom Umsatz – in unserem Beispiel von 2.000 Euro, also 18 bis 20 Euro je Monat. Und das ganz gleich, wie sich die 2.000 Euro aufteilen. Das Kaufgerät (ca. 30 bis 60 Euro) musst du fairerweise bei diesem Vergleich noch mit einbeziehen.

Typische Anbieter für dieses Modell sind iZettle und Sumup.

Tipp: Weil du nur bei Kartennutzung Kosten in Form höherer Abschläge hast, fährst du hiermit tendenziell günstiger bei

  • eher wenigen Kartenzahlern,
  • überwiegenden Kleinbeträgen,
  • saisonaler/sporadischer Nutzung (Wochenmarkt, fliegender Handel)

Spiele für deinen konkreten Fall einige Rechenexempel durch und schaue, welche Leistungen du tatsächlich brauchst.

Welche Anbieter für die Kartenterminals gibt es?

Du kannst ganz traditionell bei deiner Hausbank ein Lesegerät ordern, dafür benötigst du dann ein eigenes Händlerkonto.

Viele Banken betreiben eigens Kartenlesershops mit eher undurchsichtigen Branchenlösungen und ewig langer Vertragsbindung (60 Monate): Sparkassen über Partner BS Payone, Volks- und Raiffeisenbanken, Postbank, Deutsche Bank & Co. Wenn du gute Kontakte dort hast, kannst du eventuell günstige Konditionen aushandeln. Die Verträge sind recht kompliziert, der ganze Prozess eher langwierig.

In den letzten Jahren haben sich einige bankenunabhängige Anbieter etabliert. Sie sind sehr flexibler, kommen ohne langfristige Verträge und teils ohne Grundgebühren aus: schön, wenn du transparente und agile Lösungen schätzt.

Die einen sind primär Händlerbanken mit Kartenlizenzen (Acquirer), die anderen Terminalhersteller, Netzbetreiber oder reine Vermittler.

Welche gängigen Kartenzahlungs-Terminals gibt es?

Die Zeiten, in denen klobige Terminals über Strom- und Telefonkabel anzuschließen waren, sind so gut wie vorbei, Internetanschluss ist ein Muss.

Aktuelle Terminals können Hybridkarten (Chip plus Magnetstreifen) und NFC-Chips lesen, haben mindestens ein PIN-Pad, nehmen übers Touchdisplay Unterschriften an, manche drucken auch, bieten verschiedene Kommunikationswege, Schnittstellen und große Datensicherheit.

Stationäre (Countertop) Varianten kannst du ab 30 Euro günstig erstehen, Top-Modelle mit allen Funktionen können aber auch 700 Euro kosten. Sie alle sind durch Stromkabel ortsgebunden und ideal als Gerät neben der Kasse. Über W-LAN oder ein zweites Kabel zum LAN-Anschluss deiner Kasse oder des Routers stellst du die Online-Verbindung her.

Portable Terminals mit Akkus kommen über Kurzdistanzen (W-LAN oder Bluetooth) auch mal vom Tisch nach draußen mit.

Dann gibt es handliche mobile Terminals (40 bis 80 Euro) mit Akku, die als Partner dein Smartphone oder Tablet mit zugehöriger App brauchen. Wenn du also selbst mobil bist und vor Ort kassieren möchtest, fährst du damit gut. Zum Ausdrucken von Belegen benötigst du allerdings einen separaten Drucker.

Völlig eigenständige mobile Zahlkartenlesegeräte mit SIM-Karte (2G, GPRS, UMTS oder 4G) sind die echten Alleskönner, kosten aber auch bis zu 700 Euro. Integrierte oder optionale Andock-Drucker sind natürlich optimal, wenn du dein komplettes Zahlterminal überall hin zum Kunden mitnehmen und stets gewappnet sein willst: Auf dem Markt, der Messe, im Pop-up-Shop oder Foodtruck.

Hier ein beispielhafter Überblick über verbreitete Terminals:

iZettle Reader 2 und SumUp Air sind preiswerte flexible Mobilsysteme, über Bluetooth mit der App auf deinem Handy oder Tablet verbunden, können fast alle Karten lesen (iZettle etwas mehr), egal ob eingesteckt, durchgezogen oder angelegt und ihre Akkus halten gut durch (iZettle: 8 Stunden, SumUp: 500 Zahlungen). Mit den optionalen Ladestationen sind sie auch stationär einsetzbar. Zum Drucken von Bons oder Berichten gibt es kabelgebundene oder sogar mobile Bluetooth-Printer, die über die jeweilige App angesteuert werden.
Kartenlesegerät von iZettle im Bild

SumUp 3G ist ein autonom-mobiles Kartenterminal mit UMTS-SIM-Karte ohne Datenbegrenzung, nimmt viele übliche Karten und Zahlarten an. Optional dazu: SumUp Bondrucker als Ladestation.

Ingenico Desk/3500 (Vorversion: iCT220) zählt als stationäre Lösung zu den preisgünstigsten und doch schnellen Allroundern. Mit integriertem Drucker, PIN-Pad, Ethernet- (TCP/IP) und Modem-Verbindung oder ISDN sowie höchster Sicherheit durch PCI PTS v.4.

Ingenico Desk/5000: Zusatzanwendungen und NFC.

Ingenico Move/3500 (vormals iWL250), portabel per W-LAN/Bluetooth oder mobil: Mobilfunk 2G bis 4G, mit eSIM oder Mobilfunkkarte. Unterstützt alle etablierten Zahlverfahren inklusive NFC.

Ingenico Move/5000 hat noch umfangreichere Funktionen.

Das Verifone V200c kommt als günstiges und einfach zu bedienendes DSL-Tischgerät mit Kassenschnittstelle, schnellem Drucker und Prozessor, großem Speicher und kann unter anderem auch NFC.

Verifone H5000 ist Nachfolger des stationären Artema Hybrid (Bestseller im deutschen Einzelhandel), mit optionalem leistungsfähigem Drucker, LAN/ISDN, DSL oder weiteren Analog-Schnittstellen. Touchdisplay-Unterschriftenfunktion, schneller Hybridkarten- und Kontaktlosleser erfüllen alle Zahlwünsche. Er kostet rund 700 Euro.

Verifone V400m bezeichnet der Hersteller gern als kleinstes komplettes mobiles Zahlterminal der Welt. Es verständigt sich via W-LAN, Bluetooth oder mit SIM-Karte über LTE (4G), druckt Bons, zeichnet Unterschriften auf und unterstützt alle geläufigen Zahlarten, auch kontaktlos.

Wie erweitere ich um Kreditkartenakzeptanzen?

Viele Anbieter packen gleich eine Auswahl von Kreditkarten ins Bundle mit einheitlicher Gebühr, andere überlassen dir kostenlos die Einzelwahl von Zahl- und Kartenarten aus ihrem Portfolio. So kannst du zum Beispiel mit einem reinen EC-System / girocard-System beginnen und nach und nach aufstocken.

Kreditkarten sind zwar generell teurer für dich bei tatsächlichem Gebrauch (1 bis 3 Prozent vom Umsatz), kosten dich aber nichts, solange niemand damit bei dir zahlt. Möchtest du also bestimmte Kundengruppen bedienen und ihre Karten annehmen, kannst du sie einfach freischalten lassen – in der Regel ohne Aufschaltungskosten.

Entscheide nach deiner Klientel, erfrage die konkreten Abschläge und wähle deinen Mix.

Übrigens darfst du seit 2018 von deinen Kunden keine Gebühr für Kreditkartenzahlungen verlangen, ebenso wenig wie für jede andere Zahlweise.

Wie finde ich den passenden Anbieter, worauf ist zu achten?

Auf der Suche nach deiner passenden Lösung entscheidest du dich am besten zunächst, ob du dich vertraglich fest binden oder beweglich bleiben möchtest, also tendenziell zwischen Bank und unabhängigem Anbieter.

Dann ist wichtig, welche Art Terminal du brauchst, denn jeder Anbieter hat ein anderes Sortiment. Banken bieten eine Vielzahl und empfehlen dir typische Branchenlösungen. Bezahlexperten als Beispiel haben eine feine Auswahl weniger, aber sehr leistungsfähiger Geräte für viele Zwecke. Der größere Dienstleister Concardis ist breiter aufgestellt.

SumUp wie iZettle haben ein bis zwei eigene Bluetooth-Leser zur App, passend zu ihren Kassenlösungen, und bieten sie nur zum Kauf, nicht zur Miete.

Auch bei CCV kaufst oder mietest du bei einem Hersteller und langjährigen Payment-Dienstleister mit individuellen Konditionen.

Und damit wären wir bei den Betriebskonditionen. Es lohnt sich, genau hinzuschauen und in Ruhe zu kalkulieren. Werde hellhörig bei allzu attraktiven Konditionen in der Werbung wie traumhaft günstige Grundgebühren oder hohe Rabatte. Suche sogleich in kleingedruckten Fußnoten, in Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder im Vertrag nach versteckten Zusatzkosten.

Achte insbesondere auf:

  • Hohe Fixkosten bei langer Vertragsbindung (z. B. 60 Monate)
  • hohe Transaktionskosten trotz Grundgebühr: Ein Modell ohne fixe Grundgebühren ist mit höheren Transaktions- und Kartengebühren verbunden, für den kleinen Laden aber oft die günstigste Variante: SumUp oder iZettle, ähnlich auch Concardis Optipay. Dann folgen Anbieter wie Bezahlexperten, die auch kleine bis mittlere Geschäfte günstig und fair betreuen. Da gilt es, konkret nachzurechnen, wie wir im Kostenabschnitt gezeigt haben.
  • Mindestumsätze, Transaktionslimits zusätzlich zu denen des Kartenherausgebers
  • gesonderte Gebühren für Updates, Austauschservice oder Kündigung (nach Vertragsablauf wohlgemerkt!): Pauschalen schließen nicht immer alle Selbstverständlichkeiten mit ein. So solltest du auch prüfen, wie und ob du bei einem Defekt abgesichert bist. Ist ein Austauschservice inkludiert oder zahlst du dafür separat?
  • Schaltung externer Werbung auf deinem Kundendisplay: Solche Vertragsklauseln gibt es tatsächlich.
  • Auslaufmodelle oder gebrauchte Lesegeräte aus abgelaufenen Verträgen: Veraltete Hardware kann schnell Kopfschmerzen bereiten, wenn sie den aktuellen Anforderungen der deutschen Kreditwirtschaft nicht mehr entsprechen.

Kartenlesegeräte im Vergleich

Hintergrund: Welche Karten und Zahlungsweisen gibt es?

Zu den Karten für Zahlungszwecke zählen Debit- und Kreditkarten. Debitkarten können mehre Funktionalitäten und Zahlverfahren unterstützen, die du zumindest erkennen solltest, deshalb erläutern wir die häufigsten hier genauer.

Die Zahlweisen bei Kreditkarten sind vom Ablauf recht einheitlich, auch wenn jedes Unternehmen sein eigenes System hat.

Jedes Zahlverfahren verursacht jedenfalls in der Kombination mit Karten andere Gebühren.

Debitkarten: Kunde zahlt jetzt, vielfältige Zahlweisen

Die Belastung des angebundenen Giro- oder ‑Guthabenkontos des Kunden erfolgt kurzfristig, daher auch die Bezeichnung Pay Now Cards. Und auch du kannst innerhalb von ein bis zwei Werktagen mit der Gutschrift rechnen.

1. girocard (früher EC Cash, „EC-Karte“) ist die in Deutschland am weitesten verbreitete Zahlkarte (2019: 30,1 Prozent). Kunden begleichen mit der girocard immer mehr Bezahlvorgänge zu immer geringeren Beträgen – 2019 durchschnittlich 46,86 Euro.

Das Logo der Girocard im Bild

Das gleichnamige Zahlverfahren ist das Zahlen mit PIN-Eingabe nach Einstecken der Karte – und die sicherste Variante für girocards: Das System überprüft direkt in Echtzeit die Kontodeckung und reserviert den Zahlbetrag für dich.

2. girocard-kontaktlos heißt das zugehörige NFC-Zahlverfahren, mit dem fast alle girocards mittlerweile ausgestattet sind. Zu NFC (Nahfeldkommunikation) kannst du weiter unten Näheres nachlesen.

3. GeldKarte mit Prepaid-Guthaben auf dem Chip, oft auf einer Debitkarte, ist als Kartengeldbörse die sichere Zahlmethode des girocard-Systems für Kleinstbeträge. Sie braucht keine Kundenlegitimation und lässt sich auch kontaktlos (girogo) auslesen, wird allerdings nicht häufig genutzt.

4. Maestro: Zahlverfahren und internationale Debitkarte von Mastercard, die in über 100 Ländern gebräuchlich ist. Mit ihr zahlt man über Maestro-PIN oder kontaktlos via PayPass-NFC.

5. VPay ist eine europäische Debitfunktion und Zahlmethode auf Kredikarten von VISA. Dieses Chip-System wickelt Transaktionen über PIN oder payWave-NFC ab.

6. ELV (Elektronisches Lastschriftverfahren) erfolgt als SEPA-Lastschrift über die Kundenunterschrift. Der Kunde gibt damit seine Einwilligung zum Einzug des Betrages. ELV funktioniert mit jeder girocard und ist als Offline– Zahlmethode die einzige ohne Deckungsprüfung und mit Widerrufmöglichkeit. Es besteht daher für dich ein Risiko, auf deiner Rechnung sitzen zu bleiben. Dafür fallen bei dieser Zahlmethode keine Gebühren an.

7. OLV (Online-Lastschriftverfahren) ist ein Lastschriftverfahren mit Unterschrift, jedoch sicherer als ELV, denn der Provider prüft online die Kartendeckung und fungiert je nach Version entweder als Factor, kauft also die Forderung gegen Gebühr an, oder checkt anhand einer eigenen Sperrliste die Karte auf Diebstahl oder offene Rücklastschriften.

Kreditkarten: Kunde zahlt später

Dem Kartennutzer wird der Betrag erst später belastet (Pay Later Cards), was für dich als Händler aber keine Bedeutung hat: Du erhältst deinen Umsatz garantiert, in wenigen Werktagen, spätestens jedoch in wöchentlichem oder monatlichem Turnus, und gibst dafür Anteile ab: Wie viel das ist, erfrage bei den Anbietern deiner engeren Wahl, denn jeder wird dir andere Disagios berechnen.

In Deutschland führen Kreditkarten noch ein Schattendasein (6,9 Prozent 2018), nehmen aber klar an Bedeutung zu. Achte daher auf Nachfragen deiner Kunden, schau sie dir etwas genauer an oder frage sie einfach. Dann kannst du einschätzen, welche Karten du akzeptieren möchtest.

Führend in Deutschland und Europa sind die Mastercard und die VISA-Karte. Damit deckst du schon sehr viele Kunden ab.

Hast du internationale, vor allem amerikanische Kunden, lohnen sich:

  • American Express (AmEx) – relativ hohe Gebühren
  • Diners Club – erste Kreditkarte der Welt
  • Discover Card

Mit Kundschaft aus Asien:

  • JCB (Japan Credit Bureau) – gut 190 Länder
  • China Union Pay (CUP) – 42 Länder, 6 Mrd. Nutzer, CUP ist das weltweit größte Kartennetzwerk mit zahllosen Kooperationen

Exkurs 1: kontaktlose (NFC) Zahlung & Mobile Payment mit dem Smartphone

Near Field Communication (NFC, Nahfeldkommunikation) ist die funktechnische Grundlage für das neue Lieblingszahlverfahren: Zahlen durch kontaktloses Vorhalten ans „Auge“ des Lesegerätes.

Mit der deutschen girocard zahlen Verbraucher damit sogar noch kleinere Rechnungen (2019: 33,93 Euro) als mit dem Steck- oder Ziehverfahren. Im Januar 2019 noch 19,0 Prozent, machten NFC-Zahlungen im Dezember bereits über ein Drittel (35,7 Prozent) der EC-Transaktionen aus. Kontaktlos ist also zunehmend gefragt.

Und das mit gutem Grund: Das Micro-Payment-Verfahren für Kleinbeträge ist sehr sicher und super schnell. Ganz ohne PIN durften Nutzer bisher bis zu 25 Euro „im Vorbeigehen“ ausgeben, insgesamt bis zu 100 Euro am Tag. Mittlerweile wurde dieses Limit von einigen Kartenherausgebern auf 50 Euro angehoben: Mastercard zum Beispiel, girocard startete zum 15.04.2020 Piloten dazu, weitere werden folgen. Mit diesem Angebot wäre dein Geschäft mit viel Laufkundschaft voll im Trend.

Immer mehr Kunden nutzen NFC-Funktechnik gern auch zur Zahlung mit ihrem Smartphone. Sie haben es ohnehin in der Hand und halten es fix im Abstand von maximal 4 Zentimetern vors Terminal. Für dich als Händler ist der Vorgang derselbe wie das kontaktlose Zahlen mit Kreditkarte. Viele Banken unterstützen Mobile Payment bereits, direkt per eigener App oder über Zahlungsdienste: Apple Pay und Google Pay sind damit weitere Zahlverfahren. Auf die in 25 Ländern schon verfügbare App Samsung Pay warten deutsche Kunden bisher vergebens (Stand April 2020).

Möchtest du deinen Kunden Mobile Payment anbieten, lasse dir die Funktion von deinem Anbieter freischalten oder wähle ein Paket mit „NFC-Handy-Option“ beziehungsweise Apple Pay und Google Pay. NFZ-Zahlen mit Handy zieht übrigens keinen Strom, ist daher für beide Seiten akkufreundlich.

Exkurs 2: Prepaid-Handy-Karten aufladen und Provision verdienen

Lasse deine Kunden an deinem Terminal ihre Prepaid-Handys über Karten aufladen und verdiene damit zwischen einem und bis zu 24 Prozent des Ladebetrages. Es gibt zahllose Provider für noch viel mehr Handys (derzeit etwa 40 Millionen), die zu rund 30 Prozent Guthaben abtelefonieren und regelmäßig aufzutanken sind: Auch dafür ist dein Kartenlesegerät geeignet, du musst es nur dafür freischalten lassen.

Mögliche Partner sind zum einen die drei Mobilfunknetzbetreiber (und deren Töchter beziehungsweise Eigenmarken)

  • Telekom (T-Mobile, Congstar),
  • Vodafone (otelo) und
  • Telefónica (O2/E-Plus, Blau, Fonic, netzclub, Ortel)

Zum anderen gibt es die vielen reinen Provider, welche ebenfalls Prepaid-Discount-Tarife parat haben. Vermittelt werden die Provisionsmodelle auch von verschiedenen strong>Kartenzahlungsanbietern, einzeln oder im bunten Paket.

Zwei Verfahren kommen hier zur Anwendung: Das schnelle Cash&Go durch Kundeneingaben direkt am Terminal und das PIN-Printing, bei dem du einen generierten PIN-Code ausdruckst und dem Kunden zum Freischalten mitgibst.

Kartenzahlung: Häufige Fragen & Antworten

Wie ist die Kreditkartenverteilung in Deutschland?

Im Jahr 2018 gab es hierzulande

  • 18 Millionen Mastercards
  • 16 Millionen VISA-Karten
  • 3 Millionen AmEx-Karten
  • 1 Million barclaycards
  • 350.000 Diners Club Karten und
  • 5 Millionen andere

Hast du hochpreisige Produkte und zahlkräftige inländische sowie ausländische Kunden, solltest du American Express und Diners Club trotz vergleichsweise hoher Gebühren anbieten.

Wie setzen sich die Gebühren bei Kreditkarten zusammen?

Zum jeweiligen Basis-Disagio (Abschlag für Kredite und Darlehen) erheben die Herausgeber noch diverse Zuschläge, die dein Payment-Dienstleister nicht beeinflussen, aber dir mitteilen kann: auf Firmenkarten, für Transaktionen außerhalb eines definierten Wirtschaftsraumes, als ominöser „Card Scheme Development Fund“, Gebühr für Terminals ohne Kontaktlos-Funktion oder die „Acquirer Purchase Volume Fee“ von Mastercard und VISA und einige mehr.

Wie gelingt der Einstieg besonders leicht?

Die simpelsten Angebote findest du bei den Komplettpaket-Anbietern ohne Grundgebühr, Laufzeit und Mindestumsatz. Dort kaufst du ein Gerät und zahlst nur einfache Pauschal-Transaktionsgebühren. Das wären beispielsweise SumUp oder iZettle: Online registrieren, Konto erstellen, Gerät bestellen und App herunterladen. Und installiert ist der Kartenleser ebenso schnell: mit App verbinden und kassieren. Bons gibst du entweder digital über E-Mail aus oder sendest sie an einen kompatiblen Bluetooth-Drucker.

Unsere Tipps

So günstig, einfach, sicher und so gefragt war Kartenzahlung noch nie. Schon für – grob gerechnet – etwas mehr als 1 Prozent vom Kartenumsatz kannst du deinen Kunden bargeldloses Zahlen im Geschäft anbieten.

Die große Vielfalt jenseits der Hausbankenkonzepte macht für dich die Wahl allerdings nicht so einfach.

Die Posten Karten („EC“, Debit-, Kreditkarten), Zahlverfahren (PIN, Unterschrift, kontaktloses NFC), Netzbetrieb und Terminals werden von zahlreichen Marktplayern zu sehr unterschiedlichen Payment-Angeboten gemixt.

  • Als kleines Laufkundengeschäft fährst du tendenziell am besten mit den Komplett-Bundles von zum Beispiel iZettle: pauschale umsatzgebundene Gebühren, ein kleines Kauf-Terminal und eine App für dein Handy oder Tablet, bei Bedarf ein Bondrucker dazu.
  • Bezahlexperten kommen dir mit fair kalkulierten Branchenlösungen, auch für Kleine, ebenfalls sehr transparent und flexibel entgegen: fixe Grundgebühren, niedrige Transaktions- und Umsatzgebühren plus Miet- oder Kaufgerät deiner Wahl.

Kartenlesegeräte im Vergleich

Unser Tipp: ready2order
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