Schneller bei Kasse mit ready2order!
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Kassensysteme für Bäckereien: Die besten Anbieter im Vergleich (2026)

Von: Thomas Kirsche Thomas Kirsche
Letztes Update 29.04.2026

6:30 Uhr, die Theke wird aufgeschlossen. Die Ladenwaage piept sich warm, der Bondrucker hat noch den Zettel von gestern Abend drin, und die erste Kundin steht schon draußen und winkt durch die Scheibe: drei Körnerbrötchen, zweimal Schwarzbrot, ein Stück Bienenstich. Das Kassensystem hat jetzt genau eine Aufgabe: den Verkauf in unter 15 Sekunden abwickeln, die Waage anbinden, das Gewicht vom Bienenstich übernehmen, den Bon rauswerfen. Ohne Rückfragen, ohne Klickorgien, ohne Abstürze.

Und genau da trennt sich ein Bäckerei-Kassensystem vom Standard-POS. Du brauchst Bizerba- oder Mettler-Anbindung, echte Gewichtsartikel, Komponenten-Rezepturen für die belegten Brötchen, LMIV-konforme Allergeninformationen, zeitgesteuerte Abendrabatte und, sobald du mehr als eine Filiale hast, zentrale Preissteuerung. Das schaffen nicht alle Anbieter, die sich „gastronomie-tauglich“ nennen.

Dieser Artikel ergänzt unseren Gastronomie-Kassensysteme im Überblick. Hier geht es um den Sonderfall Bäckerei, nicht um Gastro allgemein. Du bekommst die zehn harten Anforderungen, die fünf relevantesten Anbieter mit echten Preisen (Stand April 2026), eine konkrete 3-Filial-Kostenrechnung und den Steuer-Vorteil, den die Mehrwertsteuer-Reform 2026 deiner Bäckerei-Café-Kombination beschert. Keine Werbefloskeln, keine ausgedachten Sterne, keine verkürzten Preise. Wo ein Anbieter eine Schwäche hat, steht sie drin.

Entscheide in 60 Sekunden

Wichtigste Frage: Wie viele Filialen betreibst du?

  • Eine Bäckerei mit Café-Bereich: ready2order (iPad, monatlich kündbar, Gastro-Paket für den Café-Teil).
  • Einzelbäckerei bis 3 Filialen, Thekengeschäft: POSSUM (robust gegen Mehlstaub, 100 % offline, gestaffelte Kartengebühr).
  • 5 oder mehr Filialen, zentrale Preissteuerung: Vectron (Marktführer bei Filialbäckern, Hardware im Mietpreis).
  • Wachsende Kette mit Warenwirtschaft und Rezepturen: Tillhub (Ingredient Tracking und Multi-Store-Management).

Was ein Bäckerei-Kassensystem können muss

Bäckereien sind kein Restaurant und kein Einzelhandel, sondern beides gleichzeitig. Morgens Theken-Rush, mittags belegte Brötchen mit Komponenten-Kalkulation, nachmittags Café-Betrieb, abends Tagesendrabatte. Dazu kommt eine Umgebung, in der Mehlstaub, Fettnebel und Zuckerglasur auf jedes Gerät einwirken. Hier sind die zehn Anforderungen, die wir in Fact-Checks und Anbieter-Demos als entscheidend identifiziert haben.

Robustheit: staubfest, fettresistent, lüfterlos

Mehlstaub setzt sich in Lüftern ab, Fett legt sich auf Bildschirme, Zuckerrückstände kleben. Lüfterlose Geräte mit Schutzklasse IP54 oder höher halten das aus. Touchscreens mit Glas-Oberfläche lassen sich mit einem feuchten Tuch abwischen, weiche Plastikfolien kleben nach wenigen Wochen. POSSUM bewirbt seine Glasoberfläche explizit für diesen Use Case, und das ist in der Praxis spürbar.

Worauf du achtest: Schutzklasse mindestens IP54, Bondrucker mit geschlossenem Papierfach, keine offenen Rillen in Tastatur oder Touchscreen.

Waagenanbindung: Bizerba oder Mettler Toledo

Das ist das wichtigste technische Unterscheidungsmerkmal gegenüber Restaurant- und Café-Systemen. Bäckereien verkaufen viele Produkte nach Gewicht, lose Pralinen, Brot nach Kilo, Quiche am Stück. Das Kassensystem muss Gewicht direkt von der Waage übernehmen, Preis automatisch berechnen (Gewicht mal Artikelpreis pro Kilo) und das Ganze auf dem Bon ausweisen. Manuelles Ablesen und Eintippen ist Fehlerquelle Nummer eins.

Die relevanten Hersteller im Bäckerei-Bereich sind Bizerba (Marktführer mit Preisauszeichnung und Etikettiersystemen) und Mettler Toledo (Präzisionswaagen, oft in Handwerksbäckereien). Vectron hat jahrzehntelange Erfahrung mit diesen Schnittstellen, Tillhub nennt Scale-Integration explizit auf der Bäckerei-Seite, POSSUM bietet EAN-Scanner und Waagen-Schnittstelle als Anschluss. Bei ready2order und orderbird ist die Anbindung eingeschränkt oder fehlt ganz. Explizit nachfragen, bevor du unterschreibst: „Könnt ihr Bizerba-Modell XY anbinden?“

Gewichtsartikel und Komponenten-Kalkulation

Ein Frühstücksbrettchen besteht aus zwei Brötchen, einem Stück Schwarzbrot und einer Portion Butter. Das Kassensystem muss Komponenten-Artikel abbilden, damit die Bestandsführung stimmt und die Allergen-Ausgabe auf dem Bon korrekt ist. Simple PLU-Listen reichen dafür nicht. Du brauchst rezeptur-basierte Artikelverwaltung, Tillhub nennt das Ingredient Tracking, Vectron hat es in seinen Bäckerei-Konfigurationen, bei ADDIPOS gehört es zum Standard.

Allergen-Kennzeichnung nach LMIV

Die EU-Lebensmittelinformationsverordnung (1169/2011) verpflichtet Bäckereien zur Information über die 14 Hauptallergene bei loser Ware. Dein Kassensystem kann dabei helfen, indem es Allergene pro Artikel und Rezeptur hinterlegt, auf Nachfrage am Display abruft und optional auf den Bon druckt. Pflicht ist zumindest der Hinweis „Fragen Sie unser Personal“, digitale Abfragen am Kassensystem sind eine valide Umsetzung.

Tillhub hat Allergenkennzeichnung mit Bondruck-Option, ADDIPOS listet Allergeninformationen explizit als Modul, Vectron bietet es in der Bäckerei-Konfiguration. Bei POSSUM und ready2order ist das kein Standard.

Chargenrückverfolgung

Bei Rückrufaktionen, etwa Mehlcharge mit Aflatoxin-Belastung, muss nachweisbar sein, welche Produkte aus welcher Charge hergestellt wurden. Ehrlich gesagt: Das ist eher ein Warenwirtschafts-Thema als ein Kassensystem-Thema. Die meisten Handwerksbäckereien unter zehn Filialen tracken Chargen in separaten Systemen. Dein Kassensystem sollte aber zumindest chargen-fähige Artikelstämme zulassen, damit eine Anbindung an eine Warenwirtschaft später möglich ist.

Multi-Filial-Steuerung

Der wichtigste Skalierungsfaktor, sobald du mehr als zwei Standorte betreibst. Preisänderung an der Zentrale, in drei Minuten in allen Filialen aktiv. Filialvergleich-Reporting. Zentrales Mitarbeiter-Management. Einheitliche TSE-Compliance. Vectron hat hier die tiefste Erfahrung: Kamps, Junge und Görtz arbeiten seit Jahren mit Vectron. Tillhub macht Multi-Store-Management in Echtzeit, ADDIPOS hat ein explizites Zentrale-/Filialmodul mit filialübergreifender Preissteuerung. ready2order ist hier nur rudimentär, POSSUM hat gar kein natives Filialmodul.

Rezeptur- und Stücklistenpflege

Eng verwandt mit der Komponenten-Kalkulation, aber eine Stufe tiefer. Wenn du weißt, dass ein Roggenbrot 400 Gramm Roggenmehl, 200 Gramm Wasser und 10 Gramm Hefe enthält, und diese Rezeptur im System hinterlegt ist, rechnet die Kasse beim Verkauf automatisch den Materialverbrauch gegen. Das entlastet die Warenwirtschaft und ermöglicht echte Bestandsführung. Tillhub und ADDIPOS können das, Vectron in erweiterten Konfigurationen.

Retouren-Handling und Tagesendrabatte

Abends werden Restposten zu 50 Prozent verkauft. Das Kassensystem muss zeitgesteuerte Preisstufen können, „ab 17 Uhr alle Brote minus 50 Prozent“, und Retouren sauber verbuchen. Steuertechnisch heikel: Retouren müssen korrekt ins Kassenbuch und den DSFinV-K-Export eingehen. Nach §3 Abs. 1b UStG ist die unentgeltliche Warenabgabe als Sachentnahme zu behandeln, Tagesendrabatte sind dagegen normale Preisminderungen mit Ausweis des korrekten Steuersatzes. Kein „Rabatt-Knopf“ auf dem Endpreis, sondern artikelgenaue Rabattierung mit korrekter Steuerbuchung.

Rush-Hour-Stabilität

Zwischen 7 und 8:30 Uhr steht die Schlange bis zur Tür. Dein System muss maximal stabil bei Dauerbetrieb sein, Mitarbeiterwechsel per kurzem PIN-Login erlauben und Schnellwahl-Belegungen für die Bestseller haben. Ein Verkaufsvorgang unter 15 Sekunden ist machbar, wenn die Oberfläche passt. Das testest du im Demo-Termin: Lass dir den Verkauf von drei Brötchen, einem Kaffee und einer Brezel zeigen. Wenn der Anbieter dafür mehr als 20 Sekunden braucht, ist das System für Bäckerei-Rush-Hour nicht gemacht.

Café-Integration für den Vor-Ort-Verzehr

Bäckereien mit Sitzbereich bedienen zwei Welten: Theken-Verkauf und Café-Betrieb. Tischverwaltung (falls Bedienung vorhanden), Getränke-Varianten (Hafermilch, Größen) und sauber getrennte Steuersätze für Speisen (7 Prozent) und Getränke (19 Prozent) sind Pflicht. Tillhub und Vectron decken beides nativ ab, ready2order braucht dafür das Gastro-Zusatzpaket, POSSUM ist primär Theken-Kasse.

Anbieter in diesem Artikel Lies die Testberichte oder schau dir die Anbieter direkt an.
ready2order (125)
Testbericht zum Anbieter
Vectron Kassensysteme (18)
Testbericht zum Anbieter

Top 3 Kassensysteme für Bäckereien: Unsere Empfehlungen

Drei Systeme bekommen von uns die klare Empfehlung, je nach Bäckerei-Profil.

Platz 1: ready2order. Der günstigste Einstieg und die beste Wahl für moderne Bäckerei-Café-Betriebe, Handwerksbäckereien mit überwiegendem Vor-Ort-Konsum und kleine Filialverbünde bis drei Standorte. iPad-basiert, monatlich kündbar, 35,90 Euro Standard plus 15,90 Euro TSE, Gastro-Zusatzpaket bei dominantem Café-Anteil. Für reine Thekenbäckereien mit komplexer Waagenanbindung schaust du dir POSSUM oder Vectron an.

01 Beste Wahl für Bäckerei-Café und kleine Filialverbünde

ready2order

ab 34,90 €

ready2order ist iPad-basiert, monatlich kündbar und der günstigste Einstieg. Passt ideal für Bäckereien mit Café-Bereich und Betriebe, die ohne feste Waagenanbindung arbeiten. Gastro-Paket ab 23,90 €/Monat extra buchbar.

Platz 2: POSSUM. Die Theken-Lösung für Einzelbäckereien und Filialbäcker bis drei Standorte, die Wert auf Robustheit und Offline-Stabilität legen. Glasoberfläche hält Mehlstaub und Zuckerglasur stand, 100 Prozent Offline-Fähigkeit, am Kartenumsatz gestaffelte Transaktionsgebühr (0,65 Prozent im SILVER-Paket ab 10.000 € Kartenumsatz, 0,59 Prozent im GOLD ab 25.000 €). POSSUM10 und POSSUM16 G2DS sind speziell für den Thekeneinsatz gebaut.

02 Beste Theken-Lösung für Einzel- und kleine Filialbäckereien

POSSUM

ab 39,00 €

POSSUM ist robust genug für Mehlstaub und Zuckerglasur, läuft zu 100 Prozent offline und bietet eine am Kartenumsatz gestaffelte Transaktionsgebühr (0,65 bis 0,59 Prozent Debit ab 10.000 € Kartenumsatz). Persönliche Einrichtung vor Ort, 365-Tage-Support.

Platz 3: Vectron. Der Filialbäckerei-Marktführer. Kamps, Junge Bäckerei und Görtz arbeiten historisch mit Vectron, über 65.000 POS-Standorte in Europa. Smart POS 7 ab 39,90 Euro pro Monat, Hardware im Mietpreis, lokale Händler für Installation und Schulung. Für Handwerksbäckereien unter drei Filialen oft überdimensioniert, für alles darüber die erste Adresse.

03 Erste Wahl für Filialbäckereien ab fünf Standorten

Vectron Kassensysteme

ab 49,90 €

Vectron hat die stärkste Filial-Architektur am Markt. Zentrale steuert alle Standorte in Echtzeit, Hardware im Mietpreis inklusive Sofort-Austausch, lokales Partnernetz für Einrichtung und Schulung. Überdimensioniert für reine Handwerksbäckereien.

Tillhub bekommt keinen Top-3-Platz, ist aber eine starke Alternative für wachsende Ketten mit Fokus auf Warenwirtschaft, Ingredient Tracking und Multi-Store-Management (Details im Anbieter-Kapitel unten). ADDIPOS bleibt ebenfalls nur in der Detailbewertung, weil zum Zeitpunkt der Recherche keine belastbaren öffentlichen Preise und Kundenbewertungen vorlagen.

Die 5 Anbieter im Detail (Stand 2026)

Hier bekommst du zu jedem der fünf relevantesten Systeme die Fakten, die du für die Entscheidung brauchst. Alle Preise sind Stand April 2026, aus Anbieter-Webseiten und Demo-Gesprächen.

POSSUM

ab 39,00 €

Deutsches All-in-One-Kassensystem der Heimpel GmbH, spezialisiert auf Gastro und Handel. POSSUM10 und POSSUM16 G2DS sind die Theken-Varianten, beide mit Glasoberfläche, lüfterlos, All-in-One-Bauweise aus Display, Drucker und EC-Cash. Die Kundenzufriedenheit ist mit 4,85 Sternen auf ProvenExpert (rund 300 Bewertungen) der höchste Wert unter allen Anbietern im Test. Seit April 2026 läuft POSSUM als Abo-Modell, der reine Einmalkauf der Software gehört der Vergangenheit an.

Preise (Stand April 2026)

Software-Abo Hauptgerät
39 €/Monat (Jahresabo) oder 49 €/Monat (monatlich)
Mobilgerät-/Verbundlizenz
15–19 €/Monat pro Gerät
DATEV-Schnittstelle
25–30 €/Monat
Hardware POSSUM10 / POSSUM16 G2DS (Richtwert)
999 € / 1.349 € einmalig (Komplettpaket inkl. TSE + Einrichtung)
TSE
in Hardware integriert (5-Jahres-Zertifikat)
Transaktionsgebühr
gestaffelt; für typische Bäckereien greift SILVER (0,65 % ab 10.000 € Kartenumsatz) oder GOLD (0,59 % ab 25.000 €). Vollstaffel im <a href="/kassensystem-gastronomie-kosten/">Kosten-Guide</a>.

Bäckerei-Fit: Die Glasoberfläche ist in der Praxis spürbar einfacher zu reinigen, EAN-Scanner und Waagen-Schnittstelle sind anschließbar (auch Bizerba, aber im Vorfeld einmal die Modell-Kompatibilität klären). 100 Prozent Offline-Fähigkeit ist für Bäckereien in Altbauten mit instabilem WLAN ein echtes Argument. Bei 30.000 Euro Kartenumsatz im Monat greift POSSUM GOLD (0,59 Prozent Debit, 199 Euro Mindestservicegebühr) und du sparst gegenüber Cloud-Anbietern mit pauschal 1,23 Prozent rund 2.040 Euro pro Jahr.

Schwäche: Kein natives Filialmanagement-Modul, für Ketten ab fünf Standorten nicht geeignet. Keine explizite Allergen-Verwaltung im Standard. Hardware-Preise nur auf Anfrage.

Vorteile

  • Glasoberfläche ideal für Bäckerei-Theken (reinigungsfreundlich)
  • 100 % Offline-Fähigkeit durch lokale Datenbank
  • Gestaffelte Transaktionsgebühr: 0,65 % SILVER (ab 10.000 € Kartenumsatz), 0,59 % GOLD (ab 25.000 €)
  • EAN-Scanner und Waagen-Schnittstelle anschließbar
  • 365-Tage-Support und persönliche Einrichtung vor Ort

Nachteile

  • Kein natives Filialmanagement-Modul
  • Keine explizite Allergen-Verwaltung im Standard
  • Hardware-Preise nur auf Anfrage
  • Für Bäckereiketten ab fünf Filialen nicht geeignet
  • Ab SILVER greift eine Mindestservicegebühr (99 € beziehungsweise 199 €)

Ideal für

Beste Wahl für Einzelbäckereien und Filialbäcker bis drei Standorte, die robuste Theken-Hardware und Offline-Stabilität brauchen. Für Multi-Filial-Steuerung fehlt das Modul, da schaust du dir Vectron oder Tillhub an.

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Tillhub

ab 29,80 €

Berliner Anbieter, seit 2015 am Markt, Hybrid-System für Einzelhandel und Gastronomie. Tillhub hat eine dedizierte Bäckerei-Positionierung, und die ist im Funktionsumfang auch belegt: Ingredient Tracking, Allergenkennzeichnung mit Bondruck, Scale-Integration, Multi-Store-Management in Echtzeit. iPad-basiert, also Hardware flexibel kombinierbar.

Preise (Stand April 2026)

Basis-Abo (inkl. TSE)
ab 29,80 €/Monat
Multi-Location / Filialmodul
individuelles Angebot
Hardware iPad
ca. 500 € einmalig pro Standort
Bondrucker
ca. 200 € einmalig
Transaktionsgebühr
auf Anfrage

Bäckerei-Fit: Rezeptur-basierte Artikelverwaltung deckt belegte Brötchen und Frühstücksbrettchen sauber ab. LMIV-Allergenkennzeichnung mit optionalem Bondruck ist ein echtes Plus, das nicht viele Anbieter bieten. To-Go-Differenzierung für die Steuerkorrektheit, wichtig für Bäckereien mit Café-Bereich. Happy Hour und zeitgesteuerter Tagesendrabatt sind eingebaut.

Schwäche: Preise für Multi-Standort sind nicht öffentlich, du brauchst eine Demo vor dem Angebot. Weniger Bewertungen aus dem Bäckerei-Segment als Vectron, die meisten Tillhub-Nutzer kommen aus Einzelhandel und Gastro. Kein eigenes Loyalty- oder Stempelkarten-Modul.

Vorteile

  • Ingredient Tracking und Rezeptur-basierte Artikelverwaltung
  • LMIV-Allergenkennzeichnung mit Bondruck-Option
  • Scale-Integration für Bizerba und Mettler
  • Multi-Store-Management in Echtzeit
  • Hybrid aus Einzelhandel und Gastronomie, ideal für Bäckerei-Café

Nachteile

  • Preise für Filialsetups nicht öffentlich, Demo-Pflicht
  • Weniger Bewertungen aus dem Bäckerei-Segment
  • Kein eigenes Loyalty-/Stempelkarten-Modul
  • Telefon-Support mit begrenzten Zeiten (Mo–Fr 8–20 Uhr)

Ideal für

Die richtige Wahl für wachsende Bäckereiketten zwischen zwei und zehn Filialen, für Bäckerei-Café-Betriebe und für Betriebe mit Fokus auf Warenwirtschaft. Für den reinen Theken-Einsatz in einer Handwerksbäckerei mit einem Standort ist POSSUM das klarere Paket.

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Vectron Kassensysteme

ab 49,90 €

Deutscher Traditionsanbieter, gegründet 1990 in Münster, rund 65.000 POS-Standorte in Europa. Marktführer im DACH-POS-Bereich, besonders stark bei Filialbäckereien: Kamps, Junge Bäckerei und Görtz haben Vectron historisch eingesetzt. Seit Juni 2024 ist der US-Zahlungsdienstleister Shift4 mit 74 Prozent der Aktien Mehrheitseigner. Langfristige Payment-Konditionen sind damit unter Shift4-Bedingungen neu verhandelbar, das solltest du bei Mehrjahres-Verträgen prüfen.

Preise VECTRON SMART (Stand April 2026)

Smart POS 7 (stationär mit Drucker)
39,90 €/Monat
Smart POS Life (stationär)
24,90 €/Monat
Smart POS M4 Pay (mobil, mit Payment)
29,90 €/Monat
Payment-Gateway-Pauschale
34,90 €/Monat
Hardware
im Mietpreis enthalten
TSE
in Hardware integriert
Transaktionsgebühr
1,29 % (Karte), 1,99 % (online)

Bäckerei-Fit: Beste Filial-Architektur am Markt, zentrale Preispflege in Echtzeit, bewährt bei Kamps, Junge, Görtz. Jahrzehntelange Erfahrung mit Bizerba-Waagen und eichgerechter Konfiguration für Gewichtsartikel. Lokales Händlernetz mit über 100 Partnern deutschlandweit für Installation, Wartung und Schulung. Hardware-Versicherung mit Sofort-Austausch bei Defekt inklusive.

Schwäche: Die Einrichtung erfordert einen lokalen Vectron-Partner, Self-Onboarding gibt es nicht. Für reine Handwerksbäckereien ohne Filialen oft überdimensioniert. Keine transparenten Online-Preise bei Sonderkonfigurationen. Shift4-Übernahme bringt Unsicherheit bei Payment-Verträgen.

Vorteile

  • Beste Filial-Architektur am Markt (Kamps, Junge, Görtz)
  • Hardware im Mietpreis inklusive Sofort-Austausch
  • Jahrzehntelange Bizerba-Erfahrung, eichgerechte Konfiguration
  • Lokales Partnernetz für persönliche Einrichtung
  • 10-Jahres-Garantie-Optionen über Händlernetz

Nachteile

  • Einrichtung nur über Vectron-Partner
  • Für Einzelbäckereien ohne Filialen überdimensioniert
  • Kein transparenter Online-Preisrechner
  • Shift4-Übernahme: Payment-Konditionen langfristig unklar

Ideal für

Die erste Adresse für Filialbäckereien ab fünf Standorten, für Industriebäckereien und für Betriebe mit komplexer Anforderung an Multi-Location und Hardware-Zuverlässigkeit. Für eine Handwerksbäckerei mit einem oder zwei Standorten ist Vectron Overkill, da reicht POSSUM oder Tillhub.

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ADDIPOS

Deutscher Nischenplayer mit expliziter Bäckerei-Positionierung. Als einziger der hier besprochenen Anbieter hat ADDIPOS einen eigenen „Bäckereigewerbe“-Bereich auf der Website (addipos.com/baeckereigewerbe/). Kein großes Unternehmen, aber langjährige Erfahrung im Bäckerei- und Handelsbereich und eine modulare Struktur, bei der du nur das zahlst, was du wirklich nutzt.

Module laut Website:

  • Basis-Kassensystem mit Gewichtsartikel-Verarbeitung
  • Zentrale-/Filialmodul: filialübergreifende Preissteuerung und Auswertungen
  • Funk-Modul: drahtlose Zahlstationen zur Thekenentlastung
  • Wechselgeld-Modul: Bedienerwechsel ohne Kassensturz
  • Gutscheinverwaltung, zentral gesteuert
  • Zeiterfassung, Personal-An- und Abmeldung an der Kasse
  • Kundenbindung und Kundendatenbank
  • Self-Ordering via QR-Code
  • KassenSichV-konform, TSE integriert

Bäckerei-Fit: Das Zentrale-/Filialmodul ist für mittelständische Bäckereiketten interessant, filialübergreifende Preissteuerung und zentrales Reporting sind Standard. Gewichtsartikel-Verarbeitung und Allergeninformationen sind als Module verfügbar. Warenwirtschafts-Schnittstelle für Inventur und Lieferscheine ist vorhanden.

Schwäche, und die ist groß: ADDIPOS hat keine öffentlichen Preise. Konfigurationspreis auf Anfrage, keine einsehbaren Kundenbewertungen auf den großen Plattformen, kleine Support-Organisation. Waagenanbindung ist auf der Website nicht explizit genannt, was für einen Bäckerei-Spezialisten ungewöhnlich ist, das solltest du im Demo-Termin gezielt abfragen. Wer auf Preistransparenz Wert legt, hat es hier schwer.

Fazit ADDIPOS: Eine legitime Option für mittelständische Bäckereiketten mit Direktvertrieb-Affinität, die einen deutschen Bäckerei-Spezialisten suchen und bereit sind, sich durch einen individuellen Angebotsprozess zu arbeiten. Für Betriebe, die schnell eine klare Preisstruktur haben wollen, sind Tillhub oder POSSUM transparenter.

ready2order

ab 34,90 €

Österreichischer Anbieter, seit 2015 am Markt, über 16.000 Betriebe in DACH. ready2order ist kein Bäckerei-System. Wer einen Betrieb mit überwiegendem Café-Umsatz hat, kann es trotzdem einsetzen. Basis ab 35,90 Euro pro Monat, Gastro-Paket mit Tischverwaltung und Gangsteuerung für 23,90 Euro extra, Cloud-TSE 15,90 Euro.

Preise (Stand April 2026)

Basis-Abo (1 Kasse)
35,90 €/Monat
Gastro-Paket (Tisch, Funk, Gang)
23,90 €/Monat
TSE (Cloud)
15,90 €/Monat
Aktivierungsgebühr
einmalig 99 €
Hardware readyMax 2
1.199 € einmalig
Transaktionsgebühr
1,23 %

Bäckerei-Fit: Schnellstes Onboarding im Test (zwei bis drei Stunden bis live), monatlich kündbar, Gastro-Paket deckt Café-Funktionen ab. iOS, Android und Windows als Plattform, du bist nicht auf iPads festgelegt.

Schwäche: Kein natives Filialsystem, Multi-Location nur rudimentär. Keine native Bizerba- oder Mettler-Waagenanbindung im Standard, das ist für reine Bäckereien ein Ausschlusskriterium. Kein Allergen-Management. Offline-Betrieb nur mit SIM-Karten-Fallback zuverlässig. Für eine Bäckerei ohne Café-Anteil ist ready2order die falsche Wahl, für eine Bäckerei mit dominantem Café-Bereich kann es passen.

Vorteile

  • Schnellstes Onboarding, zwei bis drei Stunden bis live
  • Monatlich kündbar, kein Risiko
  • Gastro-Paket deckt Café-Funktionen ab
  • iOS, Android und Windows, flexible Hardware-Wahl

Nachteile

  • Kein natives Filialsystem für Mehrstandort-Bäckereien
  • Keine native Bizerba-/Mettler-Waagenanbindung
  • Kein Allergen-Management im Standard
  • Offline-Betrieb eingeschränkt

Ideal für

Sinnvoll für den Bäckerei-Café-Grenzfall, bei dem der Café-Umsatz den Backwaren-Umsatz übertrifft. Für klassische Bäckereien mit Waagenanbindung und Filialbetrieb ungeeignet, da gibt es mit POSSUM, Tillhub und Vectron bessere Optionen.

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Was kostet ein Kassensystem für eine Bäckerei wirklich?

Die reine Softwaremiete ist nur ein Teil der Rechnung. Realistisch kommen Hardware (verteilt über die Nutzungsdauer), TSE, Waagen-Integrationskosten, lokale Einrichtung und Transaktionsgebühren bei Kartenzahlung dazu. Um einen belastbaren Vergleich zu liefern, rechnen wir ein 3-Filial-Szenario durch: Hauptbäckerei plus zwei Verkaufsfilialen, je Standort eine Thekenkasse, eine geeichte Ladenwaage (Bizerba oder Mettler, vorhanden), ein Bondrucker, eine TSE, ein Kartenleser.

Drei Kostenstufen im Vergleich

Position Budget (ready2order) Mittelklasse (Tillhub) Premium (Vectron)
Software-Abo (3 Standorte) 107,70 €/Monat ca. 130–180 €/Monat 119,70 €/Monat
Gastro-/Filialpaket 23,90 €/Monat (wenn Café) im Angebot enthalten im SMART-Tarif
TSE 3 × 15,90 = 47,70 €/Monat im Abo enthalten in Hardware integriert
Payment-Gateway 3 × 34,90 = 104,70 €/Monat
Summe laufend ca. 179 €/Monat ca. 155 €/Monat ca. 224 €/Monat
Hardware einmalig ca. 1.500 € (3 × readyMax 2 reduziert) ca. 2.400 € (iPads, Drucker, Kartenleser) 0 € (im Mietpreis)
Einrichtung einmalig 3 × 99 € = 297 € individuell, ca. 500 € 600–1.200 € (Partner)
Waagen-Konfiguration nicht nativ unterstützt ca. 150 €/Filiale 100–200 €/Filiale
Transaktionsgebühr 1,23 % auf Anfrage 1,29 %
Jahres-TCO Jahr 1 ca. 3.945 € ca. 4.260 € ca. 3.588 €

Die Zahlen ergeben sich aus reiner Miete, TSE und einmaligen Setup-Kosten. Transaktionsgebühren kommen obendrauf, und die sind bei 50.000 Euro Kartenumsatz pro Monat über drei Filialen der größte Kostenblock: ready2order verlangt 1,23 Prozent (615 Euro pro Monat), Vectron 1,29 Prozent (645 Euro pro Monat). Für POSSUM als Alternative zur Mittelklasse: Bei zentraler Abrechnung greift GOLD (0,59 Prozent, 199 Euro Mindestservicegebühr), das ergibt 295 Euro pro Monat. Allerdings fehlt das Filialmanagement-Modul, sodass Preisänderungen manuell in jeder Filiale laufen.

Faustregel: Bis drei Filialen ist das noch handhabbar, ab fünf Filialen wird zentrale Steuerung zur Pflicht. Dann rechnet sich Vectron oder Tillhub gegenüber POSSUM schnell, trotz höherer Transaktionsgebühr, weil du an Arbeitszeit in der Zentrale sparst.

Checkliste: Das muss dein Bäckerei-Kassensystem können

Demo-Checkliste

Das muss dein Bäckerei-Kassensystem können

Nimm diese Liste mit zum nächsten Demo-Termin. Wenn der Anbieter bei mehr als drei Punkten zögert, Aufpreise nennt oder Features erst 'in einer der nächsten Versionen' verspricht, such weiter.

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Regulatorik 2026: Steuer-Entlastung für dein Bäckerei-Café

Für Bäckereien mit Sitzbereich ist 2026 steuerlich ein echter Gewinn. Dazu kommen TSE, DSFinV-K, Kassenmeldepflicht, LMIV und Eichrecht als Dauerthemen. Hier der Überblick.

7 Prozent auf alle Speisen, auch beim Vor-Ort-Verzehr

Das ist die wichtigste Änderung seit 01.01.2026. Die bisherige Unterscheidung „mitnehmen gleich 7 Prozent, vor Ort essen gleich 19 Prozent“ gilt nicht mehr. Alle Speisen werden dauerhaft mit 7 Prozent besteuert, unabhängig vom Verzehrort. Für Bäckereien mit Café-Bereich ist das eine substanzielle Entlastung.

Die Rechnung: Eine Bäckerei mit 150.000 Euro Café-Umsatz pro Jahr (belegte Brötchen, Snacks, Laugengebäck, Kuchen vor Ort) zahlte bis Ende 2025 auf diesen Umsatz 19 Prozent Mehrwertsteuer, also 23.950 Euro. Seit 2026 sind es nur noch 7 Prozent, also 9.813 Euro. Die Differenz von rund 14.000 Euro bleibt im Betrieb, weil die Endkundenpreise meist stabil geblieben sind und die Margen entsprechend wachsen. Bei 200.000 Euro Café-Umsatz reden wir schon von über 18.000 Euro zusätzlichem Rohertrag pro Jahr.

Wichtig: Getränke bleiben bei 19 Prozent. Kaffee, Tee, Heißgetränke, Softdrinks, Alkohol, alles 19 Prozent, egal ob to go oder vor Ort. Dein Kassensystem muss die Trennung sauber hinbekommen, Speisen zu 7 Prozent, Getränke zu 19 Prozent. Alle fünf hier besprochenen Anbieter unterstützen die Umkonfiguration, und alle haben ihre Kunden bis Januar 2026 informiert.

TSE-Pflicht und ablaufende Zertifikate

Seit 2020 Pflicht für alle elektronischen Kassensysteme (§ 146a AO plus KassenSichV). Zwei Varianten: Hardware-TSE mit 5-Jahres-Zertifikat (POSSUM, Vectron) oder Cloud-TSE mit monatlicher Gebühr (ready2order 15,90 Euro, Tillhub integriert, ADDIPOS integriert). Die 2020 ausgestellten Hardware-TSE-Zertifikate laufen 2025 aus. Wer damals gekauft hat, musste tauschen oder verlängern. Prüf das jetzt, falls du es noch nicht gemacht hast, die Betriebsprüfung akzeptiert abgelaufene Zertifikate nicht.

DSFinV-K und Kassenmeldepflicht

Die Digitale Schnittstelle der Finanzverwaltung für Kassensysteme (DSFinV-K) ist das standardisierte Exportformat für Betriebsprüfungen. Alle fünf Anbieter unterstützen es, aber Konfigurationsfehler bei Steuersätzen fallen oft erst bei der Prüfung auf. Lass deinen Steuerberater einmal einen Testexport gegenprüfen, bevor du live gehst.

Dazu kommt die Kassenmeldepflicht seit 01.01.2025: Jede elektronische Kasse ist beim Finanzamt über ELSTER oder ERiC zu melden, mit Art, Seriennummer, Softwarenummer, Anschaffungsdatum und Standort. Für Filialbäckereien heißt das: jede Filial-Kasse separat melden, und auch die Außerbetriebnahme meldet sich nicht von selbst.

LMIV: Allergen-Kennzeichnungspflicht

Die EU-Lebensmittelinformationsverordnung (1169/2011) verpflichtet Bäckereien, die 14 Hauptallergene bei loser Ware auf Nachfrage mitteilen zu können. Digitale Abfrage am Kassensystem oder schriftliche Aushänge sind valide Methoden. Die Pflicht zur korrekten Datenpflege liegt aber beim Betrieb, kein Kassensystem-Anbieter übernimmt das.

Eichrecht für Ladenwaagen

Ladenwaagen zur Preisfindung sind eichpflichtig, alle zwei Jahre Nacheichung beim Eichamt (rund 30 bis 80 Euro pro Waage). Das Kassensystem selbst ist nicht eichpflichtig, aber die Schnittstelle zur Waage muss eine manipulationssichere Gewichtsübernahme gewährleisten. Ein Kassensystem-Wechsel bedeutet nicht automatisch, dass die vorhandene Bizerba weiterhin angebunden werden kann. Vor Kauf: Waagen-Modell und Kassensystem-Kompatibilität beim Anbieter schriftlich bestätigen lassen.

Registrierkassenpflicht ab 2027 geplant

Laut Koalitionsvertrag 2025 ist eine allgemeine Registrierkassenpflicht ab 01.01.2027 vorgesehen, voraussichtlich für Betriebe ab 100.000 Euro Jahresumsatz. Der Gesetzentwurf ist Stand April 2026 noch nicht verabschiedet. Für Bäckereien, die noch mit offener Ladenkasse arbeiten und über der Umsatzgrenze liegen: jetzt umstellen, nicht auf 2027 warten. Die Umstellung mit Einrichtung, Schulung und Steuerabstimmung braucht realistisch drei bis sechs Monate.

Chargenrückverfolgung

Pflicht nach EU-Lebensmittelrecht für gewerbliche Betriebe. Das Kassensystem erfasst den Verkauf, nicht die Produktion. Für echte Chargenrückverfolgung brauchst du eine Warenwirtschaft oder ein Produktionsmodul zusätzlich. Dein Kassensystem sollte aber chargen-fähige Artikelstämme zulassen, damit die Anbindung später sauber funktioniert.

Häufige Fragen zum Bäckerei-Kassensystem

Was kostet ein Kassensystem für eine Bäckerei im Monat?


Die reine Softwaremiete liegt zwischen 35 €/Monat (Einzelkasse ready2order Basis) und 80 €/Monat (POSSUM oder Tillhub mit Gastro-Paket und TSE). Für eine 3-Filial-Bäckerei landest du bei 150 bis 230 €/Monat laufend. Einmalig kommen Hardware (0 bis 3.600 €, je nach Anbieter und Modell) und Einrichtung (300 bis 1.200 €) dazu. Transaktionsgebühren bei Kartenzahlung sind der größte laufende Kostenblock, zwischen 0,59 Prozent (POSSUM GOLD) und 1,29 Prozent (Vectron) – POSSUM rechnet gestaffelt, Details im Kosten-Guide.

Welche Kassensysteme eignen sich für Filialbäckereien?


Vectron ist für Filialbäckereien ab fünf Standorten die erste Adresse, historisch bewährt bei Kamps, Junge Bäckerei und Görtz. Tillhub ist gut für wachsende Ketten zwischen zwei und zehn Filialen, mit Multi-Store-Management in Echtzeit. ADDIPOS bietet ein dediziertes Zentrale-/Filialmodul für mittelständische Ketten. POSSUM hat kein natives Filialmanagement, ready2order nur rudimentäre Multi-Location-Funktionen.

Welche Kassensysteme können Bizerba- oder Mettler-Waagen anbinden?


Vectron hat jahrzehntelange Erfahrung mit Bizerba-Schnittstellen und eichgerechter Konfiguration. Tillhub nennt Scale-Integration explizit auf der Bäckerei-Seite. POSSUM bietet Waagen-Schnittstelle und EAN-Scanner als Anschluss, die Modell-Kompatibilität solltest du im Vorfeld klären. ADDIPOS listet Gewichtsartikel-Verarbeitung als Modul, ohne die Waagenanbindung auf der Website explizit zu nennen. ready2order hat keine native Bizerba- oder Mettler-Anbindung im Standard.

Was hat sich 2026 für Bäckereien steuerlich geändert?


Seit 01.01.2026 gilt dauerhaft 7 Prozent Mehrwertsteuer auf alle Speisen, auch beim Vor-Ort-Verzehr. Die bisherige Unterscheidung zwischen Mitnehmen (7 Prozent) und Café-Verzehr (19 Prozent) ist damit für Speisen entfallen. Getränke bleiben bei 19 Prozent. Für eine Bäckerei mit 150.000 Euro Café-Umsatz spart das rund 14.000 Euro Mehrwertsteuer pro Jahr, die als zusätzliche Marge im Betrieb bleiben. Dein Kassensystem muss die Steuerkonfiguration entsprechend angepasst haben.

Kann das Kassensystem Allergeninformationen anzeigen?


Tillhub bietet LMIV-konforme Allergenkennzeichnung mit optionalem Bondruck, das ist unter den fünf Anbietern die umfangreichste Umsetzung. ADDIPOS listet Allergeninformationen als Modul, Vectron hat es in den Bäckerei-Konfigurationen. Bei POSSUM und ready2order ist Allergen-Management kein Standard. Wichtig: Die Pflege der Allergenstammdaten liegt beim Bäckereibetrieb selbst, kein Anbieter übernimmt die Korrektheit der Daten.

Wie bucht man Tagesendrabatte und Retouren korrekt?


Zeitgesteuerte Preisstufen sind die saubere Lösung: „Ab 17 Uhr alle Brote minus 50 Prozent“ läuft automatisch, mit korrektem Steuerausweis auf dem Bon. Ein pauschaler Rabatt-Knopf auf den Endpreis ist steuertechnisch problematisch, weil der Steuersatz dann nicht sauber dem Artikel zugeordnet werden kann. Retouren müssen nach §3 Abs. 1b UStG als Sachentnahme oder als normale Preisminderung verbucht werden, je nach Fall. Alle fünf Anbieter können das, aber die Konfiguration muss stimmen, Steuerberater einmal gegenprüfen lassen.

Welches Kassensystem passt zu einer Handwerksbäckerei mit einer Filiale?


Für Einzelbäckereien mit einer Filiale ist POSSUM die beste Wahl, wenn du Wert auf robuste Theken-Hardware, 100 Prozent Offline-Fähigkeit und niedrige Transaktionsgebühren legst. Ab 39 Euro pro Monat (Jahresabo), Hardware einmalig, persönliche Einrichtung vor Ort. Für Bäckereien mit dominantem Café-Bereich kann ready2order eine Alternative sein, monatlich kündbar, schnelles Onboarding. Vectron ist für eine Einzelbäckerei meist überdimensioniert.

Muss die Bäckerei-Waage separat geeicht werden?


Ja. Ladenwaagen zur Preisfindung sind nach Eichgesetz eichpflichtig, Nacheichung alle zwei Jahre beim Eichamt, Kosten rund 30 bis 80 Euro pro Waage. Das Kassensystem selbst ist nicht eichpflichtig, aber die Schnittstelle zur Waage muss eine manipulationssichere Gewichtsübernahme gewährleisten. Ein Kassensystem-Wechsel bedeutet nicht automatisch, dass die vorhandene Bizerba oder Mettler weiterhin angebunden werden kann. Vor Vertragsunterschrift die Kompatibilität schriftlich bestätigen lassen.

Fazit und nächster Schritt

Vier Empfehlungen, je nach Bäckerei-Profil.

Handwerksbäckerei mit einer oder zwei Filialen, klassischer Thekenbetrieb, Wert auf Offline-Stabilität und günstige Kartengebühren bei hohem Umsatz: POSSUM. Ab 39 Euro pro Monat, Glasoberfläche für die Theke, gestaffelte Transaktionsgebühr (0,65 Prozent SILVER ab 10.000 € Kartenumsatz, 0,59 Prozent GOLD ab 25.000 €). Die lokale Architektur hält deinen Betrieb auch bei Internetausfall am Laufen.

Wachsende Bäckereikette zwischen zwei und zehn Filialen, Fokus auf Warenwirtschaft, Allergen-Kennzeichnung und Multi-Store-Management in Echtzeit: Tillhub. iPad-basiert, ab 29,80 Euro pro Monat inklusive TSE, Ingredient Tracking und LMIV-Bondruck-Option.

Bäckerei mit Café-Bereich, bei dem der Café-Umsatz inzwischen den Backwaren-Umsatz übertrifft und klassische Tisch-Bedienung gefragt ist: Tillhub (wenn Ingredient Tracking wichtig ist) oder ready2order (wenn schnelles Onboarding und monatliche Kündbarkeit im Vordergrund stehen). Ab 2026 profitierst du im Café-Bereich spürbar von der 7-Prozent-Regel auf Speisen.

Filialbäckerei ab fünf Standorten, Industriebäckerei oder Betrieb mit komplexen Anforderungen an Zentrale-Steuerung und Hardware-Zuverlässigkeit: Vectron. Ab 39,90 Euro pro Monat für Smart POS 7, Hardware im Mietpreis, lokales Partnernetz. Kamps, Junge und Görtz arbeiten nicht zufällig mit Vectron.

Den vollständigen Überblick über alle Gastronomie-Kassensysteme findest du in unserem Gastronomie-Kassensysteme im Überblick. Dort vergleichst du alle Anbieter direkt, lässt dir Konditionen an deine Bäckerei-Situation anpassen und startest den Fact-Check für deinen konkreten Betrieb.

Andere Gastro-Betriebstypen im Vergleich

Jeder Gastro-Betrieb hat seine eigenen Anforderungen. Hier findest du die spezialisierten Vergleiche für die anderen Betriebstypen:

Den Gesamtüberblick mit allen Anbietern und Kosten-Szenarien findest du im Gastronomie-Hub.

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ready2order

Gut
125 Bewertungen
ab 34,90 €

POSSUM

Sehr gut
61 Bewertungen
ab 39,00 €

Vectron Kassensysteme

Gut
18 Bewertungen
ab 49,90 €

Tillhub

Gut
38 Bewertungen
ab 29,80 €
Tipp: ready2order
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