Kassensystem Gastronomie Kosten: Was du wirklich bezahlst (2026)
Von:
Christian Jansen
Letztes Update 30.04.2026
Was ein Kassensystem für die Gastronomie wirklich kostet
Die Angebote der Anbieter versprechen gerne „ab 29 € pro Monat“ oder „0,59 Prozent Transaktion“. Am Monatsende steht dann eine ganz andere Zahl auf deinem Kontoauszug. Der Grund: Ein Kassensystem besteht nicht aus einem Preis, sondern aus fünf Kostenblöcken, die sich gegenseitig verschieben. Software, Hardware, Kartenzahlung, TSE und Support rechnen sich jeweils anders, und der günstigste Software-Tarif kann in Kombination mit teuren Transaktionsgebühren am Ende zum teuersten Komplettpaket werden.
Dieser Leitfaden schlüsselt alle fünf Blöcke einzeln auf. Jede Zahl in diesem Artikel ist in unseren Fact-Checks vom April 2026 verifiziert, mit Quelle und Abrufdatum. Keine Marketing-Richtwerte, keine gerundeten Wunschpreise, keine „typischen Marktpauschalen“. Wenn wir einen Preis nicht belegen können, steht er hier als „auf Anfrage“ und nicht als Zahl.
Am Ende rechnen wir fünf praxisnahe Szenarien durch: kleines Café, Imbiss, Restaurant mit 40 Plätzen, Bar mit gutem Kartenumsatz und Multi-Location-Betrieb. Dort siehst du schwarz auf weiß, was dein Setup über drei Jahre wirklich kostet. Wenn du unseren Gastronomie-Kassensystem-Überblick schon gelesen hast, kennst du die Anbieter. Hier geht es ausschließlich um Zahlen.
Die fünf Kostenblöcke auf einen Blick
Bevor wir ins Detail gehen, hier die Range, in der sich ein Gastronomie-Betrieb 2026 bewegt. Die Werte decken den typischen Gastro-Alltag ab, vom Imbissstand bis zum 40-Plätze-Restaurant.
Eine knappe Einordnung zum Mitnehmen: Die Software liegt meistens zwischen 29 und 90 € pro Monat. Die Hardware kostet einmalig 150 bis 2.500 €, je nachdem ob du mit iPad und Bluetooth-Drucker startest oder eine vollausgestattete All-in-One-Kasse mit EC-Cash-Terminal kaufst. Die Transaktionsgebühren für Kartenzahlung reichen von 0,59 Prozent (POSSUM GOLD ab 25.000 € Umsatz) bis 1,75 Prozent (orderbird MINI), die TSE kostet entweder einmalig 200 bis 240 € oder laufend 4 bis 16 € pro Monat. Support ist bei den meisten Anbietern im Abo inklusive.
Die fünf Kostenblöcke auf einen Blick
Ein Hinweis zur POSSUM-Zeile mit den 0,59 Prozent: Diese Zahl gilt nur im GOLD-Paket ab 25.000 € Kartenumsatz pro Monat mit einer Mindestservicegebühr von 199 €. Für einen kleinen Café-Betrieb mit 2.000 € Kartenumsatz pro Monat greift dagegen das STARTER-Paket mit 0,99 Prozent Debit und 1,99 Prozent Kredit. Übrigens staffelt auch Lightspeed Payments seine Konditionen, allerdings nur über individuelle Jahresverträge und weniger transparent. Mehr zu den POSSUM-Tarifen im Kapitel zu den Kartenzahlungsgebühren weiter unten.
Software-Kosten im Detail
Die Software ist der Block, der monatlich zuverlässig von deinem Konto abgeht. Hier lohnt sich der genaue Blick, weil die Unterschiede zwischen „Basis“ und „Gastro-Paket“ bei manchen Anbietern 60 Prozent des Preises ausmachen.
Die günstigste Gastro-taugliche Software ist speedy kasse mit 19 € pro Monat und Gerät bei einer Mindestvertragslaufzeit von zwei Monaten. Danach monatlich kündbar. ready2order startet bei 35,90 € für die Basis. Wer Tischplan, Funkbonierung, Gangsteuerung, Happy Hour und Split-Funktion nutzen will, kommt mit dem Gastro-Paket auf zusätzlich 23,90 € im Monat. Mit Cloud-TSE (15,90 €) landet ready2order im Vollausbau bei 75,70 € pro Monat pro Gerät.
POSSUM bietet zwei Abo-Varianten: Das Jahresabo kostet 39 € pro Monat für das Hauptgerät, das Monatsabo liegt bei 49 €. Ein Verbundgerät oder Handheld wird mit 15 € pro Monat (Jahresabo) bzw. 19 € (Monatsabo) berechnet. POSSUM ist seit 2026 kein reines Einmalkauf-System mehr, das Abomodell ist Pflicht. Dafür sind Support, Vor-Ort-Installation und Schulung inklusive. Die DATEV-Schnittstelle kostet 25 € pro Monat zusätzlich, die Lieferdienstschnittstelle gleich viel.
Tillhub liegt bei 29,80 € pro Gerät und Monat, inklusive TSE. Das Gastro-Paket ist auf Anfrage. Gastronovi startet bei 59 € pro Monat für die Basis, das Kassenbuch ist mit 19 € zusätzlich zu kalkulieren. Mit Cloud-TSE (14 € pro Monat) landet das Minimal-Setup bei 73 € pro Monat. Der Multi-Location-Ausbau liegt laut Marktbeobachtung bei zusätzlich etwa 99 € pro Monat pro Standort.
Vectron hat mit dem Smart POS 7 einen App-Tarif für 39,90 € pro Monat. Lightspeed startet bei 89 € (Basic), Core liegt bei 159 €, der Pro-Tarif mit Click & Collect, Delivery und UberEats bei 249 €. Zusätzliche Terminals schlagen mit 49 € pro Monat zu Buche. SumUp bietet eine kostenlose Basisversion (SumUp Free) oder das Plus-Abo für 39 € pro Monat. orderbird PRO startet bei 99,90 € pro Monat (Paket S mit einer Geräte-Lizenz, 12-Monats-Laufzeit), Paket M kostet 139,90 € (zwei Lizenzen) und Paket L 169,90 € (drei Lizenzen). Wer mit dem schlankeren orderbird MINI in einem kleinen Café einsteigt, zahlt 39 € im Monatstarif oder 29 € pro Monat im 12-Monats-Vorauszahlungstarif. ETRON onRetail bietet vier Pakete bei jährlicher Abrechnung: Kasse Start ab 29 €, Kasse Pro 54 €, Kasse & WaWi 109 € und die All-in-one-Variante inkl. Onlineshop 169 € (Stand April 2026, alle Preise zzgl. MwSt., Quelle etron.de/preise und orderbird.com/de/preise-gastronomie-kassensystem).
| Anbieter | Basis pro Monat | Gastro-Ausbau | Vollpaket inkl. TSE |
|---|---|---|---|
| ready2order | 35,90 € | + 23,90 € | 75,70 € |
| POSSUM (Jahresabo) | 39,00 € | inklusive | 39,00 € (TSE im Gerätepreis) |
| POSSUM (Monatsabo) | 49,00 € | inklusive | 49,00 € |
| Tillhub | 29,80 € | auf Anfrage | 29,80 € (TSE inkl.) |
| speedy kasse | 19,00 € | auf Anfrage | ca. 27,50 € (mit TSE 8,50 €) |
| Gastronovi | 59,00 € | + 19 € Kassenbuch | 73,00 € |
| Vectron Smart POS 7 | 39,90 € | im Tarif | 39,90 € |
| Lightspeed Basic | 89,00 € | Core 159 / Pro 249 | 89 € (TSE inkl.) |
| SumUp Plus | 39,00 € | im Tarif | 39,00 € (TSE im System) |
| SumUp Free | 0,00 € | Basis-Funktionen | 0,00 € |
| orderbird PRO Paket S | 99,90 € | 1 Lizenz, 12-Mon-Laufzeit | 99,90 € (TSE inkl.) |
| orderbird PRO Paket M / L | 139,90 / 169,90 € | 2 / 3 Lizenzen | 139,90 / 169,90 € |
| orderbird MINI | 39,00 € | 29 € im Jahrestarif | 39,00 € (TSE in Hardware) |
| ETRON Kasse Start | 29,00 € | jährliche Abrechnung | 29,00 € (TSE konfig-abhängig) |
| ETRON Kasse Pro | 54,00 € | + erweiterte Funktionen | 54,00 € |
| ETRON Kasse & WaWi | 109,00 € | inkl. Warenwirtschaft | 109,00 € |
Die Zusatzmodule entscheiden oft mehr als der Basispreis. DATEV-Export über 25 € pro Monat (POSSUM), digitaler Beleg eBon für 7,90 bis 9,90 €, Kassenbuch-Modul für 13,90 bis 19 €, Lieferdienstschnittstelle für 25 €. Wer bei ready2order Lieferando und UberEats über Deliverect anbinden will, zahlt 49 bis 99 € zusätzlich pro Monat. Rechne diese Extras realistisch mit, bevor du den Vertrag unterschreibst.
Hardware-Kosten: Einmalkauf, Abo oder Leasing
Bei der Hardware entscheidet sich, ob dein Einstieg bei 300 € liegt oder bei 2.500 €. Drei Szenarien sind typisch: Du bringst eigene Hardware mit (iPad-basiert), du kaufst eine Gastro-Station beim Anbieter, oder du least die komplette Ausstattung beim Fachhandel.
Die günstigste Lösung ist das eigene iPad plus ein Bluetooth-Kartenleser. Ein iPad der 11. Generation (2025) kostet bei Apple 379 bis 399 €, bei Geizhals ab 332 €. Refurbished-Geräte der 9. oder 10. Generation bekommst du ab 150 bis 300 €, der Apple Refurbished Store startet bei 79 € für ältere Modelle. Für den Gastro-Alltag reicht Refurbished vollkommen, die Kassensoftware braucht keine Bleeding-Edge-Hardware.
Die Anbieter-Hardware liegt deutlich höher. ready2order verkauft die readyMini für 279 €, die readyGo (Handheld mit LTE und 8 Stunden Akku) für 369 €, das readyTab für 649 € und die readyMax 2 als All-in-One-Theken-Station mit Drucker für 1.199 €. Zusätzlich fällt eine Aktivierungsgebühr von 99 € pro Kassengerät an.
POSSUM hat vier Gerätegrößen: Die POSSUM5 Lite als mobiles Handheld mit integrierter TSE und EC-Cash liegt bei 149 € einmalig, die POSSUM10 (12,5 Zoll All-in-One) bei 999 €, die POSSUM16 G2DS (15,6 Zoll) bei 1.349 €. Die High-Speed-Variante HEGA7116 kostet ebenfalls 1.349 €. In jedem POSSUM-Gerät ist die Hardware-TSE (Swissbit, 5 Jahre) bereits enthalten, du zahlst keine separaten TSE-Kosten mehr.
Vectron bietet den Mobile POS M4 Pay als mobile All-in-One-Android-Lösung für rund 550 €. Ein vollständiges Vectron-Komplettsystem über den Fachhandel liegt laut unserer Recherche ab etwa 5.200 € einmalig oder ab 129 € pro Monat im Leasing, die genauen Konditionen sind händlerabhängig.
Die Einzelkomponenten haben klare Marktpreise. Ein Epson-Bondrucker (TM-m30III) mit Ethernet und USB kostet zwischen 234 und 280 €, mit WLAN und Bluetooth zwischen 320 und 357 €. Ein Star TSP654II liegt bei etwa 209 bis 260 €. No-Name-Thermodrucker gibt es ab 80 €, für den professionellen Gastro-Einsatz mit Küchenbondruck empfehlen wir den Markengerät-Bereich.
Eine Kassenschublade im Gastro-Standard (4 oder 5 Fächer) kostet 60 bis 130 €. Budget-Modelle unter 50 € funktionieren, aber Schloss-Qualität und Hersteller-Garantie sind schwächer. Ein Barcode-Scanner liegt je nach Technik zwischen 40 € (1D kabelgebunden) und 180 € (2D mit QR-Code-Fähigkeit). Für eine Bäckerei mit vorverpackten Produkten reicht 1D, wer QR-basierte Loyalty-Programme oder digitale Bons nutzt, braucht 2D.
| Komponente | Range einmalig | Beispielmodell |
|---|---|---|
| iPad 11. Gen (neu) | 332–399 € | Apple Listenpreis UVP |
| iPad Refurbished | 79–300 € | Apple Refurbished, rebuy, refurbed |
| Handheld-Kasse mobil | 149–369 € | POSSUM5 Lite, ready2order readyGo |
| All-in-One Thekenkasse | 999–1.349 € | POSSUM10 / 16, ready2order readyMax 2 |
| Bondrucker | 150–370 € | Epson TM-m30III, Star TSP654II |
| Kassenschublade Gastro | 60–130 € | HDWR HD-KER33 / HD-KER41 |
| Barcode-Scanner | 40–180 € | Oberland 1D, 2D-Scanner mit QR |
| Komplett-Gastrostation | 1.100–1.500 € | helloPOS Mono, Sunmi V2 Pro Setup |
| Vectron Fachhandel-Komplett | ab ca. 5.200 € | Händlerspezifisch, auf Anfrage |
Kartenzahlung und Transaktionsgebühren
Hier liegt für viele Gastro-Betriebe der größte Kostenhebel. Wer 15.000 € Kartenumsatz pro Monat abwickelt, zahlt je nach Anbieter zwischen 99 und 210 € pro Monat nur für die Kartenzahlung. Die 1,11 Prozent Unterschied zwischen der günstigsten und der teuersten Lösung summieren sich über ein Jahr auf mehr als 2.000 €.
Die Flat-Tarife sind einfach zu rechnen. SumUp berechnet 1,39 Prozent auf alle Kartenarten, ohne Grundgebühr, ohne Laufzeit. Das Plus-Abo für 39 € pro Monat senkt die Gebühr auf 0,99 Prozent Debit, der Wechselpunkt zwischen Free und Plus liegt bei rund 2.800 € Kartenumsatz pro Monat. Darunter ist SumUp Free günstiger, darüber wird Plus wirtschaftlich.
Zettle by PayPal liegt ebenfalls bei 1,39 Prozent, der Reader 2 kostet für Neukunden 29 € zzgl. MwSt. (regulär 79 €), das Shop-Kit 229 €. myPOS ist bei Girocard-Schwerpunkt die günstigere Alternative mit 0,90 Prozent bis 10.000 € pro Monat, darüber individuell. CCV bietet ein Mobile-POS-Free-Modell mit 0,9 Prozent pro Transaktion ohne Terminalmiete, die Premium-Variante mit Profi-Terminal kostet 11,90 € pro Monat über 24 Monate plus einen einmaligen Endbetrag im 25. Monat.
readyPay, der hauseigene Payment-Service von ready2order, liegt bei 1,23 Prozent flat, ist in den readyGo-Geräten bereits integriert und benötigt kein separates Terminal. Lightspeed Payments arbeitet mit einem Staffelmodell: Mit Jahresvertrag liegst du bei 0,9 Prozent plus 0,10 € pro Debit-Transaktion und 1,9 Prozent plus 0,10 € pro Kredit-Transaktion. Die Standardrate ohne Verhandlung geht bis 2,6 Prozent.
POSSUM-Staffel im Detail: wann welcher Tarif greift
POSSUM staffelt seine Kartenzahlungs-Konditionen am monatlichen Kartenumsatz, ähnlich wie Lightspeed Payments bei verhandelbaren Jahresverträgen, nur transparent in vier Paketen ausgewiesen. Die 0,59 Prozent Debit, die in Werbeplatzierungen häufig genannt werden, gelten ausschließlich im GOLD-Paket ab 25.000 € Kartenumsatz pro Monat. Welche Zahl du wirklich zahlst, hängt davon ab, welches Paket zu deinem Volumen passt. Stand April 2026:
- STARTER (Einstieg, keine Monatsgebühr): 0,99 Prozent Debit, 1,99 Prozent Kredit
- PRO (ab 3.000 € Kartenumsatz pro Monat, 6 € Monatsgebühr): 0,79 Prozent Debit, 1,49 Prozent Kredit
- SILVER (ab 10.000 € Kartenumsatz pro Monat, 99 € Mindestservicegebühr): 0,65 Prozent Debit, 1,29 Prozent Kredit
- GOLD (ab 25.000 € Kartenumsatz pro Monat, 199 € Mindestservicegebühr): 0,59 Prozent Debit, 0,99 Prozent Kredit
Die Mindestservicegebühr bedeutet: Wenn deine tatsächlichen Transaktionskosten im Monat unter dem Mindestbetrag liegen, zahlst du trotzdem den Mindestbetrag. Oberhalb zahlst du die tatsächlichen Transaktionskosten. Ein Beispiel: Bei 15.000 € Kartenumsatz im SILVER-Paket mit einem typischen 80/20-Mix aus Debit und Kredit liegst du bei rund 117 € Transaktionskosten, das ist mehr als die 99 € Mindestservicegebühr, also wird nach tatsächlicher Nutzung abgerechnet.
Für dich heißt das: Wenn du ein kleines Café mit 2.000 € Kartenumsatz pro Monat betreibst, greift für dich STARTER mit 0,99 Prozent. POSSUM ist dann in der Transaktionsgebühr gleichauf mit SumUp Plus (0,99 Prozent) und leicht teurer als SumUp Free, wenn man es mit dem 39-€-Plus-Abo vergleicht. Ein pauschales „POSSUM ist mit 0,59 Prozent am günstigsten“ ist in diesem Volumen schlichtweg falsch.
Erst ab 10.000 € Kartenumsatz pro Monat zieht POSSUM im SILVER-Paket spürbar davon. Ab 25.000 € Kartenumsatz greift dann das GOLD-Paket mit 0,59 Prozent Debit, allerdings mit 199 € Mindestservicegebühr. Für Restaurants, Bars oder Multi-Location-Betriebe mit entsprechendem Volumen ist das ein echter Kostenvorteil, für typische kleine Gastro-Betriebe hingegen nicht.
| Anbieter | Debit | Kredit | Monats- / Mindestgebühr |
|---|---|---|---|
| SumUp Free (Standard) | 1,39 % | 1,39 % | 0 € |
| SumUp Plus | 0,99 % | 0,99 % | 39 € pro Monat |
| readyPay (ready2order) | 1,23 % | 1,23 % | im Tarif |
| Zettle by PayPal | 1,39 % | 1,39 % | 0 € |
| myPOS (bis 10.000 €) | 0,90 % | individuell | 0 € |
| CCV Mobile Free | 0,9 % | individuell | 0 € |
| Lightspeed Payments (Jahresvertrag) | 0,9 % + 0,10 € | 1,9 % + 0,10 € | im Tarif |
| POSSUM STARTER | 0,99 % | 1,99 % | 0 € |
| POSSUM PRO (ab 3.000 € Umsatz) | 0,79 % | 1,49 % | 6 € pro Monat |
| POSSUM SILVER (ab 10.000 € Umsatz) | 0,65 % | 1,29 % | 99 € Mindestservicegebühr |
| POSSUM GOLD (ab 25.000 € Umsatz) | 0,59 % | 0,99 % | 199 € Mindestservicegebühr |
| orderbird MINI | ca. 1,75 % | ca. 1,75 % | auf Anfrage |
Wer seinen Kartenumsatz pro Monat kennt, kann die richtige Lösung schnell eingrenzen. Unter 3.000 € Kartenumsatz ist SumUp Free das günstigste, ab 10.000 € wird POSSUM SILVER rechnerisch attraktiv, ab 25.000 € Monat ist POSSUM GOLD kaum zu schlagen. Wer seinen Payment-Anbieter unabhängig vom Kassensystem wählen will, schaut sich myPOS oder CCV mit ihren Free-Tarifen an. Vergleiche zu den einzelnen Anbietern findest du in unseren ausführlichen Tests: ready2order für die Gastronomie, POSSUM für die Gastronomie, Lightspeed für die Gastronomie und SumUp für die Gastronomie.
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TSE: Cloud-Abo oder Hardware-Stick
Die TSE (Technische Sicherheitseinrichtung) ist seit 2020 Pflicht für jedes Kassensystem in Deutschland. Du hast zwei Optionen: eine Hardware-TSE (USB-Stick) einmalig kaufen, oder eine Cloud-TSE monatlich abonnieren. Die Gesamtkosten unterscheiden sich deutlich.
Die Hardware-TSE läuft klassisch als USB-Stick. Swissbit bietet die TSE mit 8 GB Speicher und 5 Jahren Zertifikatslaufzeit zwischen 200 und 240 €. Epson liegt mit 219 bis 240 € auf ähnlichem Niveau. Diebold Nixdorf ist ein Sonderfall mit 7-Jahres-Zertifizierung, Preis nur auf Anfrage beim Fachhandel. Ein Support- und Installationspaket für die TSE wird im Markt mit zusätzlichen 50 bis 200 € angeboten, ist aber nicht zwingend.
Die Cloud-TSE läuft als monatliches Abo. fiskaly ist der Marktführer und nennt API-Preise nur auf Anfrage (Kontakt über fiskaly.com), Partner wie efsta bündeln fiskaly ab 6 € pro Monat bei Jahresbindung. Epson bietet eine eigene Cloud-TSE ab 3,89 € pro Monat. In Kassensystemen integriert: ready2order berechnet 15,90 € pro Monat, Gastronovi 14 €, Tillhub bietet die TSE im Basispreis von 29,80 € pro Gerät bereits inklusive.
Rechne dir die 5-Jahres-Kosten aus, dann wird der Unterschied sichtbar. Eine Hardware-TSE Swissbit für 220 € einmalig kostet über 5 Jahre nur 44 € pro Jahr oder 3,67 € pro Monat. Eine Cloud-TSE für 8 € pro Monat liegt im gleichen Zeitraum bei 480 €. Wer bei ready2order die integrierte Cloud-TSE für 15,90 € pro Monat nutzt, zahlt über 5 Jahre 954 €. POSSUM ist die Ausnahme: Die Hardware-TSE ist bereits in jedem POSSUM-Gerät ab Werk integriert, ohne Aufpreis.
| TSE-Typ | Einmalpreis | Monatspreis | 5-Jahres-Summe |
|---|---|---|---|
| Swissbit USB-Stick (Hardware) | 200–240 € | entfällt | 220 € |
| Epson USB-Stick (Hardware) | 219–240 € | entfällt | 230 € |
| POSSUM integriert (Hardware) | 0 € (im Gerätepreis) | entfällt | 0 € |
| Epson Cloud | 0 € | ab 3,89 € | ca. 234 € |
| fiskaly via efsta | 0 € | 6,00 € | 360 € |
| Gastronovi Cloud | 0 € | 14,00 € | 840 € |
| ready2order Cloud | 0 € | 15,90 € | 954 € |
| Tillhub (im Basispreis) | 0 € | im Abo | im Abo enthalten |
Ein wichtiger Hinweis zum BSI-Zyklus: Das Standard-TSE-Zertifikat läuft 5 Jahre. Nach Ablauf muss die TSE ausgetauscht oder rezertifiziert werden. Das hat sich im Markt eingebürgert, auch wenn ältere Quellen gelegentlich von 7 Jahren sprechen. Die 7 Jahre gelten nur für den Diebold-Nixdorf-Sonderfall. Wer eine Swissbit- oder Epson-TSE kauft, sollte den Austausch im 5. Jahr einplanen.
Die Entscheidung zwischen Cloud und Stick ist nicht nur eine Kostenfrage. Cloud-TSE funktioniert nur, wenn dein Kassensystem online ist, was für einen Foodtruck auf einem Festival oder eine Bar mit schwachem WLAN ein echtes Problem werden kann. Hardware-TSE läuft offline weiter. Bei POSSUM entfällt diese Abwägung, weil die integrierte Hardware-TSE auch ohne Internetverbindung funktioniert. Für Betriebe mit instabiler Netzwerkanbindung ist das ein handfester Unterschied im Tagesbetrieb.
Wartung und Support
Der Support ist bei den meisten Cloud-Anbietern bereits im Abo enthalten. Für einen kleinen Betrieb heißt das oft: Der Telefon- und Chat-Support ist abgedeckt, ohne dass separate Kosten anfallen. Bei klassischen Fachhandelslösungen wie Vectron sieht das anders aus.
Bei ready2order ist der deutschsprachige Support im Basis-Abo enthalten, eine separate Wartungspauschale wird nicht berechnet. Schulung und Einrichtung laufen im Self-Service. Wer Lieferando über die Deliverect-Middleware anbinden will, zahlt 49 bis 99 € pro Monat zusätzlich. POSSUM geht hier deutlich weiter: 365-Tage-Support per Telefon, Chat und E-Mail, Vor-Ort-Installation und Schulung sind im Kauf- oder Abopreis enthalten. Nur die DATEV-Schnittstelle schlägt mit 25 € pro Monat (Jahresabo) oder 30 € (Monatsabo) extra zu Buche.
Tillhub bietet im Basispreis von 29,80 € bereits 24/7-Support. Die DATEV- und Steuerberater-Exporte sind im Standard enthalten. Lightspeed liefert ab dem Basic-Tarif von 89 € den 24/7-Chat- und Telefon-Support mit. Eine Onboarding-Pauschale liefert Lightspeed nur im individuellen Angebot, die typische Einrichtungszeit liegt bei 2 bis 6 Wochen. Gastronovi ist TÜV-zertifiziert, der Support ist im Abo enthalten, die Einrichtungspauschale nicht öffentlich.
SumUp hat einen schwächeren Support-Rahmen. Der Service ist Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr erreichbar, 24/7 gibt es nicht. Das Onboarding läuft im Self-Service, eine persönliche Schulung ist nicht im Angebot. Dafür gibt es eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie auf Hardware. Für einen kleinen Imbiss oder Foodtruck mit einfachen Abläufen ist das ausreichend, für eine komplexe Restaurantinstallation nicht.
Vectron läuft komplett über das Fachhandelsmodell. Wartung, Installation und Support laufen über den lokalen Vectron-Fachhändler. Die Pauschalen sind händlerabhängig und werden im jeweiligen Vectron-Fachhandelsangebot kalkuliert. Typische Vertragsgestaltungen im Fachhandel reichen von 50 bis 150 € pro Monat Wartungspauschale, je nach Setup-Größe. Wer Vectron kauft, sollte die Wartungskosten beim Händler explizit erfragen, bevor er unterschreibt.
Fünf Praxis-Szenarien mit 3-Jahres-TCO
Jetzt rechnen wir konkret durch, was typische Gastronomie-Betriebe in 3 Jahren (36 Monate) ausgeben. Wir nehmen Hardware einmalig, Software über 36 Monate und Transaktionskosten basierend auf einem realistischen Kartenumsatz. Zusatzmodule zeigen wir, wo relevant.
Szenario 1: Kleines Café mit Thekenverkauf
Kleines Café mit Thekenverkauf
Annahmen: 1 Kasse, Coffee-to-Go, kein Tischservice. 2.500 € Kartenumsatz pro Monat, 70 Prozent Debit, 30 Prozent Kredit. Mehr zu diesem Betriebstyp in unserem Café-Kassensystem-Ratgeber.
SumUp-Setup: Hardware einmalig 359 € (SumUp Kasse Starter-Kit inkl. Drucker), Software 0 € (SumUp Free), Transaktionsgebühr 1,39 Prozent. Monatliche Transaktionskosten: 34,75 €. TCO über 3 Jahre: 359 € + 36 × 34,75 € = 1.610 €.
ready2order-Setup: Hardware einmalig 279 € (readyMini) + 99 € Aktivierung = 378 €. Software 35,90 € Basis + 15,90 € Cloud-TSE = 51,80 € pro Monat. Transaktionsgebühr readyPay 1,23 Prozent = 30,75 € pro Monat. TCO über 3 Jahre: 378 € + 36 × 82,55 € = 3.350 €.
POSSUM-Setup: Hardware einmalig 999 € (POSSUM10 mit integrierter TSE), Software 39 € pro Monat (Jahresabo). Für 2.500 € Kartenumsatz pro Monat greift STARTER mit 0,99 Prozent Debit und 1,99 Prozent Kredit: 0,99 % × 1.750 + 1,99 % × 750 = 32,25 € pro Monat. TCO über 3 Jahre: 999 € + 36 × 71,25 € = 3.564 €.
| Setup | Hardware einmalig | Software pro Monat | Transaktion pro Monat | TCO 3 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| SumUp Free | 359 € | 0 € | 34,75 € | 1.610 € |
| ready2order | 378 € | 51,80 € | 30,75 € | 3.350 € |
| POSSUM (STARTER) | 999 € | 39,00 € | 32,25 € | 3.564 € |
Einordnung: Für ein kleines Café mit diesem Volumen ist SumUp Free die günstigste Lösung, bis der Kartenumsatz 2.800 € pro Monat überschreitet. Dann lohnt das Plus-Abo rechnerisch. ready2order kostet mehr, bietet dafür echten Gastro-Funktionsumfang und ist sinnvoll, wenn aus dem Café mit der Zeit eine kleine Bistro-Location werden soll. POSSUM ist für dieses Volumen nicht die erste Wahl, bei kleineren Betrieben mit Fokus auf Offline-Stabilität und Vor-Ort-Support aber eine valide Option.
Szenario 2: Imbiss mit hohem Durchsatz
Imbiss mit hohem Durchsatz
Annahmen: 1 Hauptkasse, Abholnummer-System, 8.000 € Kartenumsatz pro Monat, 75 Prozent Debit, 25 Prozent Kredit. Klassisches Mittagsgeschäft mit hoher Frequenz.
POSSUM-Setup: Hardware einmalig 1.349 € (POSSUM16 G2DS), Software 39 € + 5 € Backoffice = 44 € pro Monat. Bei 8.000 € Kartenumsatz greift PRO (ab 3.000 €) mit 0,79 Prozent Debit und 1,49 Prozent Kredit + 6 € Monatsgebühr. Transaktionskosten: 0,79 % × 6.000 + 1,49 % × 2.000 = 77,20 €. Plus 6 € PRO-Gebühr = 83,20 € pro Monat. TCO über 3 Jahre: 1.349 € + 36 × 127,20 € = 5.928 €.
SumUp-Setup: Hardware einmalig 449 € (SumUp Kasse Komplettset), Plus-Abo 39 € pro Monat. Transaktionsgebühr 0,99 Prozent = 79,20 € pro Monat. TCO über 3 Jahre: 449 € + 36 × 118,20 € = 4.704 €.
ready2order-Setup: Hardware einmalig 649 € (readyTab) + 99 € Aktivierung = 748 €. Software 51,80 € (Basis + TSE), kein Gastro-Paket nötig für Imbiss. Transaktionsgebühr readyPay 1,23 Prozent = 98,40 € pro Monat. TCO über 3 Jahre: 748 € + 36 × 150,20 € = 6.155 €.
| Setup | Hardware einmalig | Software + Monats-Gebühr | Transaktion pro Monat | TCO 3 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| SumUp Plus | 449 € | 39,00 € | 79,20 € | 4.704 € |
| POSSUM (PRO) | 1.349 € | 44 € + 6 € PRO | 77,20 € | 5.928 € |
| ready2order | 748 € | 51,80 € | 98,40 € | 6.155 € |
Einordnung: SumUp Plus ist für diesen Durchsatz die günstigste Gesamtlösung. Wer mehr Gastro-Funktionalität braucht (Küchendisplay, Tischverwaltung, Warenwirtschaft), zahlt bei POSSUM und ready2order mehr für die bessere Software und den professionelleren Workflow. Mehr Details zum Imbiss-Setup in unserem Imbiss-Kassensystem-Ratgeber.
Szenario 3: Restaurant mit 40 Plätzen
Restaurant mit 40 Plätzen
Annahmen: 1 Hauptkasse + 2 Handhelds, Tischplan, Funkbonierung, Küchenbondrucker, 18.000 € Kartenumsatz pro Monat, 70 Prozent Debit, 30 Prozent Kredit.
ready2order-Setup: Hardware einmalig 1.199 € (readyMax 2) + 2 × 369 € (readyGo) + 99 € Aktivierung + 300 € Küchenbondrucker = 2.336 €. Software 75,70 € pro Monat (Basis + Gastro-Paket + TSE). Transaktionsgebühr readyPay 1,23 Prozent = 221,40 € pro Monat. TCO über 3 Jahre: 2.336 € + 36 × 297,10 € = 13.032 €.
POSSUM-Setup: Hardware einmalig 999 € (POSSUM10) + 2 × 149 € (POSSUM5 Lite) + 300 € Küchenbondrucker = 1.797 €. Software 39 € + 2 × 15 € Verbundgerät = 69 € pro Monat. Bei 18.000 € Kartenumsatz greift SILVER (ab 10.000 €) mit 0,65 Prozent Debit und 1,29 Prozent Kredit + 99 € Mindestservicegebühr. Transaktionskosten: 0,65 % × 12.600 + 1,29 % × 5.400 = 151,56 €. Das liegt über den 99 €, also nach tatsächlicher Nutzung. TCO über 3 Jahre: 1.797 € + 36 × 220,56 € = 9.737 €.
Gastronovi-Setup: Hardware 1.500 € (iPad + 2 Handhelds + Drucker). Software 73 € pro Monat (Kasse 59 + Cloud-TSE 14). Transaktionsgebühr Gastronovi Pay ca. 0,80 Prozent = 144 € pro Monat. TCO über 3 Jahre: 1.500 € + 36 × 217 € = 9.312 €.
| Setup | Hardware einmalig | Software pro Monat | Transaktion pro Monat | TCO 3 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| Gastronovi | 1.500 € | 73,00 € | 144,00 € | 9.312 € |
| POSSUM (SILVER) | 1.797 € | 69,00 € | 151,56 € | 9.737 € |
| ready2order | 2.336 € | 75,70 € | 221,40 € | 13.032 € |
Einordnung: Bei diesem Kartenumsatz rechnen POSSUM und Gastronovi deutlich günstiger als ready2order, weil beide spürbar niedrigere Transaktionsgebühren haben. Über 3 Jahre spart POSSUM gegenüber ready2order knapp 3.300 €, Gastronovi sogar 3.720 €. ready2order punktet mit Flexibilität (monatlich kündbar, kein Vor-Ort-Support notwendig), POSSUM mit Offline-Stabilität und Vor-Ort-Einrichtung. Für detailliertere Restaurant-Empfehlungen siehe unseren Restaurant-Kassensystem-Ratgeber.
Szenario 4: Bar mit 15.000 € Kartenumsatz
Bar mit 15.000 € Kartenumsatz
Annahmen: 1 Hauptkasse an der Theke + 1 mobiles Gerät für Floor-Service, 15.000 € Kartenumsatz pro Monat, 80 Prozent Debit, 20 Prozent Kredit. Bar ohne komplexes Tischsystem, klassische Thekenbedienung.
POSSUM-Setup: Hardware einmalig 999 € (POSSUM10) + 149 € (POSSUM5 Lite) = 1.348 €. Software 39 € + 15 € = 54 € pro Monat. Bei 15.000 € Kartenumsatz greift SILVER (ab 10.000 €), nicht GOLD. Transaktionskosten: 0,65 % × 12.000 + 1,29 % × 3.000 = 116,70 €. Das liegt über den 99 € Mindestservicegebühr, also tatsächliche Abrechnung. TCO über 3 Jahre: 1.348 € + 36 × 170,70 € = 7.493 €.
ready2order-Setup: Hardware einmalig 1.199 € (readyMax 2) + 369 € (readyGo) + 99 € Aktivierung = 1.667 €. Software 75,70 € pro Monat. Transaktionsgebühr 1,23 Prozent = 184,50 € pro Monat. TCO über 3 Jahre: 1.667 € + 36 × 260,20 € = 11.034 €.
Wichtiger Hinweis: Die oft zitierten 0,59 Prozent von POSSUM greifen hier noch nicht. Erst ab 25.000 € Kartenumsatz pro Monat wechselst du in das GOLD-Paket. Bei 15.000 € bleibst du bei SILVER mit 0,65 Prozent Debit und 1,29 Prozent Kredit, was trotzdem deutlich günstiger ist als die 1,23 Prozent bei ready2order.
| Setup | Hardware einmalig | Software pro Monat | Transaktion pro Monat | TCO 3 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| POSSUM (SILVER) | 1.348 € | 54,00 € | 116,70 € | 7.493 € |
| ready2order | 1.667 € | 75,70 € | 184,50 € | 11.034 € |
Einordnung: Bei hohem Kartenumsatz und einfacher Thekenstruktur rechnet POSSUM SILVER deutlich günstiger. Der Unterschied von 3.541 € über 3 Jahre ist substanziell. Für Bars, die stark auf Tischverwaltung und Reservierungen setzen, kippt das Bild wieder. Mehr dazu in unserem Bar-Kassensystem-Ratgeber.
Szenario 5: Multi-Location mit drei Standorten
Multi-Location mit drei Standorten
Annahmen: 3 Standorte, je 1 Hauptkasse + 1 Handheld, 20.000 € Kartenumsatz pro Standort pro Monat (also 60.000 € gesamt), zentrale Warenwirtschaft, Reservierungssystem.
Lightspeed Pro-Setup: Hardware 3 × 400 € iPad + 3 × 300 € Drucker + 3 × 400 € KDS-Screen = 3.300 €. Software 249 € Pro-Tarif + 3 × 49 € Zusatz-Terminal = 396 € pro Monat. Add-ons für Reservierung und PMS: 200 € pro Monat. Transaktionsgebühr Lightspeed Payments Jahresvertrag: 0,9 % × 42.000 + 1,9 % × 18.000 + 1.200 × 0,10 € = 378 + 342 + 120 = 840 € pro Monat über alle drei Standorte. TCO über 3 Jahre: 3.300 € + 36 × (396 + 200 + 840) = 3.300 € + 51.696 € = 54.996 €.
POSSUM-Setup: Hardware 3 × 1.349 € (POSSUM16 G2DS) + 3 × 149 € (POSSUM5 Lite) = 4.494 €. Software 3 × 39 € + 3 × 15 € + 3 × 25 € DATEV + 5 € Backoffice = 242 € pro Monat. Bei 20.000 € Kartenumsatz pro Standort greift SILVER (ab 10.000 €, nicht GOLD). Transaktionskosten pro Standort: 0,65 % × 14.000 + 1,29 % × 6.000 = 168,40 €. Plus 99 € Mindestservicegebühr. Das ist über dem Mindestbetrag, also tatsächliche Abrechnung: 168,40 € × 3 = 505,20 € pro Monat. TCO über 3 Jahre: 4.494 € + 36 × (242 + 505,20) = 4.494 € + 26.899 € = 31.393 €.
| Setup | Hardware einmalig | Software + Add-ons pro Monat | Transaktion pro Monat | TCO 3 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| POSSUM (3 × SILVER) | 4.494 € | 242,00 € | 505,20 € | 31.393 € |
| Lightspeed Pro | 3.300 € | 596,00 € | 840,00 € | 54.996 € |
Einordnung: Der Kostenunterschied von über 23.000 € über 3 Jahre ist in diesem Szenario real und kommt vor allem aus den Transaktionsgebühren und Lightspeed-Zusatzmodulen. Wer als Multi-Location-Betrieb viel in zentrale Reporting-, Warenwirtschafts- und PMS-Integrationen investiert, zahlt bei Lightspeed den Preis für die Premium-Features. Wer die Integrationsbreite nicht braucht und mit drei relativ eigenständigen POSSUM-Installationen leben kann, spart substanziell. Für Betriebe mit 25.000 € Kartenumsatz oder mehr pro Standort wäre sogar das POSSUM GOLD-Paket mit 0,59 Prozent Debit eine weitere Option, in diesem Szenario greift aber noch SILVER.
Mieten, Kaufen oder Leasen: Was passt wofür
Die Finanzierungsfrage kommt oft erst am Ende des Auswahlprozesses und wird dann zu schnell entschieden. Dabei macht der Unterschied zwischen Kauf, Abo und Leasing je nach Betriebsform mehrere tausend Euro aus.
Der Einmalkauf lohnt sich, wenn du Hardware langfristig nutzt und die Liquidität nicht knapp ist. POSSUM-Geräte haben einen typischen Lebenszyklus von 5 bis 7 Jahren, die Amortisation gegenüber einem Abomodell tritt meist nach 2 bis 3 Jahren ein. Der Nachteil: Du trägst das Ausfallrisiko der Hardware selbst und musst nach Ablauf der TSE-Zertifizierung neue Hardware oder zumindest einen TSE-Austausch einplanen.
Das Abomodell ist die einfachere Option für kleine Betriebe und Gründer. Niedrige Einstiegskosten, monatlich kündbar, Updates und Support inklusive. ready2order, Tillhub, SumUp und Lightspeed laufen alle rein im Abo. POSSUM ist seit 2026 ebenfalls Pflicht-Abo bei der Software, die Hardware bleibt aber Einmalkauf. Der Nachteil: Über 3 bis 5 Jahre zahlst du mehr als beim Kauf, dafür bleibt dein Kapital frei.
Leasing ist die klassische Option im Fachhandelsmodell, vor allem bei Vectron. Ein Komplettsystem ab 129 € pro Monat (Fachhandelspreis, individuell), Laufzeit typisch 36 bis 60 Monate. Leasing ist steuerlich attraktiv, weil die Raten als Betriebsausgaben absetzbar sind, bindet dich aber in einem langlaufenden Vertrag. Für Restaurants mit stabilem Cashflow und hohem Hardware-Anspruch eine sinnvolle Option, für Gründer mit offener Perspektive meist nicht.
Eine einfache Faustregel: Wer unter 3 Jahren Nutzung plant oder seine Betriebsform noch nicht final entschieden hat, fährt mit dem Abomodell besser. Wer länger als 5 Jahre plant und die Anschaffung vorfinanzieren kann, kauft. Leasing ist die Wahl für Betriebe mit hohem Absicherungsbedarf und gleichmäßigem Cashflow.
Häufige Fragen zu den Kosten eines Gastro-Kassensystems
Was kostet ein Kassensystem für die Gastronomie im Monat?
Für einen kleinen Café-Betrieb liegen die monatlichen Gesamtkosten zwischen 35 und 110 € (Software, TSE und moderate Transaktionsgebühren). Für ein Restaurant mit 40 Plätzen steigen die laufenden Kosten auf 150 bis 300 € pro Monat (Gastro-Paket, mehrere Geräte, höhere Transaktionsvolumina). Multi-Location-Betriebe zahlen je nach System 500 bis 1.500 € pro Monat. Die Hardware ist zusätzlich einmalig zu kalkulieren und liegt zwischen 150 und 2.500 € pro Standort.
Gibt es ein Kassensystem ohne monatliche Kosten?
Ja. SumUp Free läuft komplett ohne Monatsgebühr, du zahlst nur 1,39 Prozent Transaktionsgebühr pro Kartenzahlung. Für einen kleinen Betrieb mit wenig Umsatz ist das die günstigste Einstiegslösung. Allerdings: Ab etwa 2.800 € Kartenumsatz pro Monat lohnt das SumUp-Plus-Abo für 39 € pro Monat mit 0,99 Prozent Transaktionsgebühr rechnerisch. Andere Anbieter ohne Monatsgebühr gibt es nicht, weil die Software-Lizenz, die TSE und der Support laufende Kosten sind.
Wie hoch sind die Transaktionsgebühren beim Kartenzahlen?
Die Gebühren reichen von 0,59 Prozent (POSSUM GOLD ab 25.000 € Kartenumsatz pro Monat) bis 1,75 Prozent (orderbird MINI). Die Flat-Anbieter SumUp und Zettle liegen bei 1,39 Prozent, readyPay bei 1,23 Prozent. myPOS und CCV haben Free-Modelle mit 0,9 Prozent bei Girocard, darüber individuell. Rechne für dein Volumen mit einem Mischwert aus Debit (70 bis 80 Prozent, niedrigere Gebühr) und Kredit (20 bis 30 Prozent, höhere Gebühr). Bei einem Kartenumsatz von 10.000 € pro Monat zahlst du je nach Anbieter zwischen 75 und 175 € reine Transaktionskosten.
Muss ich die TSE separat bezahlen?
Das hängt vom Anbieter ab. Bei Tillhub ist die Cloud-TSE im Basispreis von 29,80 € pro Gerät bereits inklusive. Bei POSSUM steckt die Hardware-TSE im Gerätepreis. Bei ready2order kostet die Cloud-TSE 15,90 € pro Monat extra, bei Gastronovi 14 €. Wer eine eigene Hardware-TSE kauft (Swissbit oder Epson USB-Stick), zahlt einmalig 200 bis 240 € für 5 Jahre. Rechne beim Anbieter-Vergleich die TSE-Kosten immer mit ein, weil die Unterschiede über 5 Jahre schnell mehrere hundert Euro ausmachen.
Was kostet die Kasse für ein kleines Café?
Im günstigsten Setup (SumUp Free mit Starter-Kit) liegst du bei 359 € Hardware einmalig und etwa 35 € pro Monat Transaktionsgebühren bei 2.500 € Kartenumsatz. Das sind rund 1.600 € Gesamtkosten über 3 Jahre. Wer echte Gastro-Features will (Tischplan, Funkbonierung), landet mit ready2order bei 378 € Hardware einmalig und rund 82 € pro Monat laufenden Kosten, über 3 Jahre etwa 3.350 €. Details rechnen wir im Café-Kassensystem-Ratgeber nochmal separat durch.
Lohnt sich Leasing für Gastronomie-Kassen?
Leasing lohnt sich vor allem für Betriebe mit stabilem Cashflow, langfristiger Planung (3 bis 5 Jahre) und steuerlichen Vorteilen durch Betriebsausgaben-Absetzbarkeit. Im Vectron-Fachhandelsmodell startet Leasing ab 129 € pro Monat für ein Komplettsystem. Für Gründer und kleine Betriebe ist das Abomodell (monatlich kündbar, niedrige Einstiegskosten) meist die bessere Wahl, weil es mehr Flexibilität bietet. Wer sich nicht sicher ist, startet mit einem monatlich kündbaren Abo und wechselt später auf Leasing oder Kauf, wenn das Setup stabilisiert ist.
Wie hoch ist die Aktivierungsgebühr bei ready2order und anderen Anbietern?
ready2order berechnet 99 € Aktivierungsgebühr pro Kassengerät einmalig. POSSUM, Tillhub, SumUp und Lightspeed erheben keine separate Aktivierungsgebühr. Bei Gastronovi wird die Einrichtungspauschale im individuellen Angebot kalkuliert. Im Fachhandelsmodell von Vectron laufen Einrichtung und Installation in der Regel über den Händler, die Pauschalen sind händlerabhängig.
Wie unterscheiden sich die POSSUM-Pakete STARTER, PRO, SILVER und GOLD?
POSSUM arbeitet mit einem Staffelmodell, das sich an deinem monatlichen Kartenumsatz orientiert. STARTER ist der Einstieg ohne Monatsgebühr mit 0,99 Prozent Debit und 1,99 Prozent Kredit. PRO greift ab 3.000 € Kartenumsatz pro Monat mit 0,79 / 1,49 Prozent und 6 € Monatsgebühr. SILVER ab 10.000 € mit 0,65 / 1,29 Prozent und 99 € Mindestservicegebühr. GOLD ab 25.000 € mit 0,59 / 0,99 Prozent und 199 € Mindestservicegebühr. Die 0,59 Prozent gelten also nur für umsatzstarke Betriebe ab 25.000 € Kartenumsatz pro Monat im GOLD-Paket, nicht als universeller Tarif.
Fazit: Der ehrliche Blick auf die Gesamtkosten
Ein Kassensystem für die Gastronomie kostet in den ersten 3 Jahren typischerweise zwischen 1.600 € (kleines Café mit SumUp Free) und 55.000 € (Multi-Location mit Lightspeed Pro und Payments). Die Spanne entsteht nicht durch „gute“ oder „schlechte“ Anbieter, sondern durch die Kombination aus Betriebsgröße, Kartenumsatz und gewähltem Funktionsumfang.
Die wichtigsten Stellschrauben für deine Kalkulation: Software-Tarif und Zusatzmodule (DATEV, Kassenbuch, Lieferdienst), Hardware-Entscheidung (eigenes iPad oder Anbieter-Hardware), Transaktionsgebühren (hier liegen die größten Kostenunterschiede über 3 Jahre) und TSE-Modell (Stick einmalig vs. Cloud monatlich). Wer diese vier Blöcke sauber durchrechnet, weiß was er wirklich zahlt.
Drei Empfehlungen lassen sich aus den Szenarien ableiten. Unter 3.000 € Kartenumsatz pro Monat ist SumUp Free die günstigste Einstiegslösung, solange dir die Basis-Funktionen reichen. Ab 10.000 € Kartenumsatz pro Monat rechnet POSSUM im SILVER-Paket günstiger als die meisten Alternativen, vor allem wenn du Offline-Stabilität und Vor-Ort-Support schätzt. Wer viel Gastro-Funktionalität braucht (Tischplan, Funkbonierung, KDS, Reservierung), ist bei ready2order, Gastronovi oder Lightspeed besser aufgehoben als bei SumUp, zahlt dafür aber mehr pro Monat.
Was du auf keinen Fall tun solltest: Den Entscheidungsprozess auf eine einzige Zahl reduzieren. „0,59 Prozent Transaktion“ klingt verlockend, gilt aber nur im POSSUM GOLD-Paket ab 25.000 € Kartenumsatz pro Monat. „29 € Software“ ist ein Einstiegspreis, das Vollpaket kostet bei ready2order das Zweieinhalbfache. Rechne immer den Gesamtaufwand, nicht die Schlagzeile.
Wenn du deinen konkreten Anbieter jetzt vergleichen willst, starte in unserem Gastronomie-Kassensystem-Überblick oder direkt in den Einzeltests zu ready2order, POSSUM, Lightspeed und SumUp. Für spezifische Betriebsformen gibt es eigene Ratgeber: Café, Restaurant, Bar, Imbiss, Foodtruck und Bäckerei.
Alle Preise Stand April 2026. Quellen: Anbieter-Preisseiten, Primärrecherche und interne Fact-Checks.