SumUp für Gastronomie: Test und Erfahrungen (2026)
Von:
Christian Jansen
Letztes Update 30.04.2026
Du stehst mit deinem Foodtruck auf dem Wochenmarkt, das Smartphone liegt in der Theke, daran klebt ein kleiner weißer SumUp Air. Ein Gast hält dir die Karte hin, du tippst den Betrag ein, der Chip-Reader piept, fertig. Läuft gut. Nur: Ist das eigentlich schon dein Kassensystem? Oder nur ein Zahlungsterminal, das zufällig wie eine Kasse wirkt?
Genau an dieser Stelle reden viele Gründer aneinander vorbei. SumUp ist in Deutschland so präsent, dass viele den kleinen Kartenleser automatisch für eine GoBD-konforme Komplettlösung halten. Ist er nicht. Zumindest nicht allein.
Dieser Artikel ordnet SumUp für die Gastro ehrlich ein. Was können die Kartenleser wirklich, was leisten SumUp Kasse und Kassensystem Pro, für welche Betriebsarten passt das und ab welchem Umsatz lohnt sich ein Wechsel zu einem Gastro-Spezialisten. Im Gastronomie-Kassensysteme im Überblick findest du den breiten Vergleich, hier geht es nur um SumUp.
Vorab ein wichtiger Hinweis zur Transparenz: KSV hat mit SumUp aktuell kein Partnerprogramm. Das bedeutet, du bekommst hier weder eine geschönte Vertriebsstory noch die übliche „Einsteiger-Sieger“-Lobhudelei. Fakten, Stärken, Schwächen und eine klare Einschätzung, wann SumUp die richtige Wahl ist und wann nicht.
Das Unternehmen SumUp
SumUp wurde 2012 in London gegründet und ist heute einer der bekanntesten Zahlungsanbieter in Europa. Der Einstieg in den Markt lief über den kleinen Kartenleser, der ins Smartphone gesteckt wurde und aus jedem Handy ein mobiles Kartenterminal machte. Für Foodtrucks, Marktstände, Handwerker und Pop-up-Betreiber war das damals ein echter Schritt nach vorn.
Heute operiert das Unternehmen pan-europäisch und hat nach eigenen Angaben über 4 Millionen aktive Händler. Investoren wie Bain Capital und Temasek haben insgesamt mehr als 1,5 Milliarden Euro in SumUp investiert. Die Produktpalette hat sich ausgeweitet: Neben Kartenlesern gibt es heute SumUp Kasse (stationäre All-in-One-Lösung), das Kassensystem Pro für Gastronomie und ein kostenloses Business-Konto mit Visa-Debitkarte.
Im DACH-Raum ist SumUp besonders stark bei kleinen Gewerbetreibenden und Einzelunternehmern. Klassische Zielgruppen: Cafés, Bistros, Foodtrucks, mobile Händler, Einzelhandel, Friseure, Handwerker. Das Versprechen ist klar: keine langen Verträge, keine Grundgebühr auf der Basis-Ebene, sofort einsatzbereit.
Was SumUp aktuell nicht ist: ein DACH-Spezialist für Registrierkassenrecht. Das Unternehmen kommt aus der Payment-Welt und hat die Kasse später draufgesetzt. Das zeigt sich konkret bei der fehlenden Transparenz zur TSE-Technik und beim Support-Fokus. Dazu gleich mehr.
Die Trustpilot-Bewertung liegt bei 4,2 Sternen aus über 35.000 Rezensionen, der App Store zeigt 4,4 Sterne, Google Play allerdings nur 3,5. Die Spreizung ist auffällig: Android-Nutzer beurteilen SumUp deutlich kritischer als iOS-Nutzer. Auf trusted.de erhält der Anbieter aggregiert „sehr gut“.
Produktportfolio: Kartenleser, Kasse und Kassensystem Pro
SumUp hat drei Produktlinien, die sich in Preis, Leistung und Zielgruppe deutlich unterscheiden. Die Übersicht:
Die Kartenleser
Das Herzstück von SumUp und der Grund, warum die Marke so bekannt ist. Alle Kartenleser teilen sich eine einheitliche Transaktionsgebühr von 1,39 Prozent pro Kartenzahlung. Unterschiede gibt es bei Hardware, Einsatzszenario und Unabhängigkeit vom Smartphone.
| Modell | Preis einmalig | Gebühr | Einsatzzweck |
|---|---|---|---|
| SumUp Solo Lite | 34 € | 1,39 % | Bluetooth, braucht Smartphone/App, günstigster Einstieg |
| SumUp Air | 39 € | 1,39 % | Bluetooth, braucht Smartphone/App, Klassiker seit Jahren |
| SumUp Solo | 79 € | 1,39 % | Eigenständig, Touchscreen, Wi-Fi + Mobilfunk, 8 h Akku |
| SumUp Solo + Mobildrucker | 109 € | 1,39 % | Solo mit integriertem Bondrucker, Wi-Fi + Mobilfunk |
Ältere Modelle wie das SumUp 3G und das SumUp Total werden nicht mehr aktiv vermarktet. Das Solo hat das frühere 3G-Gerät abgelöst.
Wichtig für die Gastro und oft missverstanden: Alle Kartenleser sind reine Zahlungsterminals. Kein Kassensystem, keine TSE, kein GoBD-konformes Kassenbuch. Für einen rechtskonformen Gastro-Betrieb in Deutschland reicht ein SumUp Air allein nicht aus. Wer eine elektronische Kasse führt, braucht eine Kassensoftware mit TSE. Viele Gründer kaufen genau das nicht mit, weil sie annehmen, das Terminal sei bereits die Kasse. Ist es nicht.
SumUp Kasse
Die stationäre All-in-One-Lösung für Thekenbetriebe. Zwei Displays, 13 Zoll für die Bedienung, 8 Zoll für den Kunden. Hardware ab 299 Euro (in der aktuellen Rabattaktion), reguläre Listenpreise liegen bei 399 Euro aufwärts. Starter-Kits mit Bondrucker kosten 359 Euro, Komplettsets mit Kassenschublade 449 Euro, Einzelhandels-Sets mit Barcode-Scanner 499 Euro.

Die Software gibt es in zwei Stufen:
- Basis: kostenlos, grundlegende Kassenfunktionen, keine Monatsgebühr
- Kassensystem Plus: 39 Euro/Monat, erweiterte Funktionen, reduzierte Transaktionsgebühr ab 0,79 Prozent (bei Aktivierung meist 0,99 Prozent)
Für kleine Imbissstände oder Coffee-to-Go-Theken mit überschaubarem Sortiment ist die SumUp Kasse ein realistischer Einstieg. Hardware kaufen, App einrichten, loslegen.
Kassensystem Pro
Die Gastro-Variante, primär iPad-basiert, mit Bondrucker, Kartenleser und Cloud-Backend. Auf der SumUp-Website als vollwertiges Restaurant-Kassensystem beworben, mit Tischverwaltung, Bestellaufnahme am Tisch, Küchendisplay-Integration, über 15 Berichten und 30-Tage-Geld-zurück-Garantie.
Der Haken: Preise sind nicht öffentlich dokumentiert. Interessenten werden auf ein Demo-Formular gelenkt. Aus früheren Positionierungen und Drittquellen lässt sich schätzen, dass das Kassensystem Pro bei 29 bis 49 Euro pro Monat liegt, offiziell bestätigt ist das nicht. Diese fehlende Preistransparenz macht den Vergleich mit ready2order, POSSUM oder Gastronovi schwieriger, weil du dort klare Listenpreise bekommst.
Das Business-Konto als Zusatz
SumUp bietet ein kostenloses Geschäftskonto mit eigener IBAN und Visa-Debitkarte. Zahlungseingänge aus SumUp-Transaktionen landen direkt auf dem Konto, keine Wartezeit auf die Bankauszahlung. Kein Mindestguthaben, keine monatliche Gebühr. Für Kleinstgastronomen ein praktischer Zusatz, aber kein Ersatz für ein vollwertiges Business-Banking (kein Kredit, kein Dispo).
Merksatz: SumUp Air plus Smartphone ist ein Zahlungssetup, keine Kasse. Die echte Kasse heißt SumUp Kasse oder Kassensystem Pro und kostet extra. Wer das mischt, bekommt am Ende von der Betriebsprüfung ein Problem.
Gastro-Features und ihre Grenzen
SumUp kommuniziert seine Gastro-Features offensiv: Tischverwaltung, Bestellaufnahme am Tisch, Küchendisplay, Split-Zahlung, Trinkgeld-Abfrage, Take-Away-Modus mit Steuersatz-Umschaltung. Auf der Produktseite liest sich das so, als hätte SumUp alles, was ein Restaurant braucht. Schaut man genauer hin, sind einige Features Basis-Level und nicht mit Gastro-Spezialisten vergleichbar.
Was funktioniert
Die klassische Bonierung läuft. Du legst Artikel an, teilst sie in Kategorien ein, boniert wird direkt am Gerät oder am iPad. Kartenzahlung ist zuverlässig, die Hardware hat seit Jahren einen guten Ruf. Trinkgeld wird am Kartenleser abgefragt, das ist komfortabel. Der Take-Away-Modus mit automatisch angepasstem Steuersatz (7 versus 19 Prozent) ist für Imbisse und Bäckereien ein echter Vorteil. Produktvarianten und einfache Zuschläge (Cappuccino mit Hafermilch) sind möglich.
Was fehlt oder hakt
Echte Tischverwaltung im Gastro-Sinne ist Wunschdenken. Zwar gibt es ein Raumplan-Management, aber Nutzerbewertungen beschreiben wiederholt Synchronisierungsprobleme zwischen Terminal und App: Tisch wird am iPad geöffnet, erscheint am Terminal nicht, oder umgekehrt. Bei einem Samstagabend mit 20 Tischen ist das ein echtes Problem.
Funkbonierung auf getrennte Drucker (Küche und Bar parallel) ist nicht der Standardfall. POSSUM und Vectron arbeiten mit proprietären Funknetzen, SumUp primär per WLAN. Wer in einem Altbau mit schlechter Netzabdeckung arbeitet, merkt das.
Ein vollwertiges Küchendisplay (KDS) gibt es in der Basisversion nicht, Integration wird auf der Produktseite genannt, taucht aber in der Standard-Gastro-Konfiguration selten auf. Lightspeed, Gastronovi und ready2order sind hier klarer aufgestellt.
Modifikatoren-Tiefe ist eingeschränkt. Für ein Café mit Milchalternativen reicht es, für ein Burger-Restaurant mit 15 Sonderwünschen pro Bestellung (kein Tomaten, extra Bacon, Soße separat, Brötchen ohne Sesam) wird es unübersichtlich.
Der TSE-Blindspot
SumUp bewirbt „TSE-konform“ als Kernmerkmal der Kasse. Was technisch im Hintergrund läuft, bleibt unscharf. Die zentrale Frage für einen Foodtruck auf einem Festival lautet: Hardware-TSE oder Cloud-TSE?
Bei Hardware-TSE (POSSUM, Vectron) ist der Sicherheitsmodul physisch im Gerät. Du brauchst keinen Internet, die Signatur funktioniert offline. Bei Cloud-TSE (wie ready2order sie nutzt) läuft die Signatur über einen externen Service. Ohne Internet hakt das schnell. SumUp kommuniziert die Art seiner TSE-Lösung auf der Website nicht transparent. Aus der Architektur und aus Drittberichten deutet alles auf Cloud-TSE hin, bestätigt ist das von SumUp nicht offen.
Für einen Betrieb mit stabilem WLAN ist das unkritisch. Für einen Foodtruck auf einem Festival mit schwachem Mobilfunkempfang ist es ein echtes Risiko. Ausfall bedeutet in dem Moment: keine rechtskonforme Kassierung. Frag das im Verkaufsgespräch explizit nach.
Synchronisierung zwischen Terminal und App
Mehrere Bewertungen auf Capterra, Trustpilot und im Google Play Store berichten über Sync-Probleme zwischen dem Kartenleser und der Kassen-App. Beispiele: Transaktionen fehlen im Tagesabschluss, Storno am Terminal greift in der App nicht, Tischöffnung am iPad taucht im Gerät nicht auf. Das ist kein Knockout-Kriterium, aber ein Betriebsrisiko, das du kennen solltest. In einem Gastro-Spezialsystem wie POSSUM oder ready2order sind solche Berichte deutlich seltener.
Für welchen Gastro-Betrieb passt SumUp?
Die ehrliche Antwort: SumUp taugt gut für den Einstieg und für einfache Betriebsformen mit niedrigem Kartenumsatz. Ab einer bestimmten Größe lohnt sich der Wechsel zu einem Gastro-Spezialisten, und zwar aus einem nüchternen Kostengrund, nicht aus Feature-Fetischismus. Die Details dazu im nächsten Abschnitt. Hier erstmal die Betriebstyp-Matrix.
Sehr gut geeignet
Foodtrucks mit unter 3.000 Euro Kartenumsatz pro Monat. SumUp Solo oder Air plus Smartphone ist das unkomplizierteste Setup, das es gibt. Ein Gerät, eine App, in zehn Minuten live. Wichtig: Plus eine separate Kassensoftware mit TSE (etwa helloCash oder Kassandro für 20 bis 30 Euro pro Monat), damit der Betrieb GoBD-konform ist. Mehr Details dazu im Kassensystem für Foodtrucks.
Mini-Imbisse mit einfachem Sortiment. Imbissbude, 5 bis 10 Produkte, Thekenbetrieb ohne Tischservice, vorwiegend Barzahlung mit Kartenleser als Ergänzung. Die SumUp Kasse für 299 Euro Hardware und kostenlose Basis-Software ist ein sinnvoller Einstieg.
Coffee-to-Go-Stände und kleine Café-Kioske. Wer vorwiegend aus dem Stand verkauft, kein Tischservice bietet und ein überschaubares Getränkesortiment hat, ist mit SumUp gut bedient. Details im Kassensystem für Cafés.
Straßenverkauf, Marktstände, Hofläden, Getränke-Stände. Saisonale Präsenz ohne festen Betrieb. Kein Monats-Abo, kein Vertrag, Kartenleser einmal kaufen und nutzen, wenn er gebraucht wird. Hier spielt SumUp seine Stärke aus.
Event-Caterer und temporäre Pop-ups. Wer zehnmal im Jahr auf Firmenevents, Hochzeiten oder Festivals präsent ist, braucht keinen Jahresvertrag. SumUp liefert genau dafür das richtige Werkzeug.
Bedingt geeignet
Kleine Cafés mit 5 bis 10 Tischen und wenig Karten-Volumen. Wer die SumUp-Tischverwaltung nutzen will, sollte sich vor der Entscheidung ein Demo geben lassen und die App parallel mit dem Terminal durchspielen. Die dokumentierten Sync-Probleme sind ein reales Risiko, wenn Tischservice wichtig ist.
Kioske und Bistros mit 3.000 bis 10.000 Euro Kartenumsatz pro Monat. Das ist die Break-even-Zone. Unterhalb davon bleibt SumUp absolut günstig, oberhalb lohnt der Wechsel zu einem Gastro-Spezialisten. Wir rechnen das im nächsten Abschnitt konkret durch.
Eher nicht geeignet
Klassische Restaurants mit 20+ Tischen. Fehlende ausgereifte Tischverwaltung, unklare Offline-Stabilität, Sync-Probleme zwischen Terminal und App. Für Bediengastronomie mit echtem Servicebetrieb sind ready2order, POSSUM, Gastronovi oder Lightspeed klar überlegen. Siehe Kassensystem für Restaurants.
Bars und Clubs mit Tab-Betrieb. Offene Rechnungen, die ein Gast über den Abend ansammelt, sind in SumUp nicht das Kernszenario. Für Bars mit klassischem Tresenbetrieb gibt es spezialisierte Angebote. Mehr dazu im Kassensystem für Bars.
Filialbäckereien und Multi-Location-Betriebe. SumUp hat Funktionen für mehrere Geräte, aber keine ausgereifte zentrale Verwaltung für Filialnetze. Gastronovi, Lightspeed und Vectron sind hier deutlich stärker. Siehe Kassensystem Bäckerei.
Kantinen, Betriebsrestaurants und Großgastronomie. Komplexe Anforderungen an Benutzerrollen, Gutschein-Systeme, Abrechnung gegenüber Firmenkunden und Schichtbetrieb sind bei SumUp nicht adressiert.
Stärken und Schwächen
SumUp Kassensystem
Vorteile
- Niedrigste Einstiegshürde: Hardware ab 34 Euro, kein Vertrag, kein Abo
- Bekannte Marke, hohe Vertrauenswerte (Trustpilot 4,2 Sterne, 35.000+ Bewertungen)
- Zuverlässige Hardware: SumUp Air und Solo bewährt für stabile Zahlungsfunktion
- Kein Monats-Abo auf Basis-Ebene: Kosten entstehen nur bei Umsatz
- Einfachstes Onboarding am Markt: Gerät kaufen, App laden, sofort starten
- Business-Konto kostenlos inklusive: IBAN, Visa-Debitkarte, direkte Einnahmen-Verbuchung
Nachteile
- Begrenzte Gastro-Features: keine ausgereifte Tischverwaltung, eingeschränkte Funkbonierung, schwaches KDS
- Transaktionsgebühren höher als Gastro-Spezialisten: 1,39 % vs. 0,59 bis 0,99 % bei POSSUM (gestaffelt nach Kartenumsatz)
- TSE-Intransparenz: Art der TSE (Cloud vs. Hardware) nicht öffentlich dokumentiert
- Synchronisierungsprobleme zwischen Terminal und App in mehreren Bewertungen dokumentiert
- Kein DACH-Spezialfokus: TSE, GoBD und deutsche Besonderheiten nicht primärer Entwicklungsfokus
- Support-Qualität schwankend: Berichte über schwer erreichbaren Support und Kontosperrungen
- Preistransparenz beim Kassensystem Pro fehlt: keine Listenpreise, nur Demo-Formular
- Keine persönliche Einrichtung oder Schulung vor Ort
Kosten: Was kostet SumUp für deinen Gastro-Betrieb?
Die reinen Hardwarepreise sagen wenig über die tatsächlichen Jahreskosten. Was wirklich ins Gewicht fällt, sind die Transaktionsgebühren bei Kartenzahlung. Bei einem Gastro-Betrieb mit 70 bis 80 Prozent Kartenanteil läuft da schnell ein dreistelliger Monatsbetrag zusammen. Zwei konkrete Szenarien, dann die Break-even-Analyse.
Szenario Foodtruck: 2.000 Euro Kartenumsatz pro Monat

Kleiner Foodtruck, zwei Markttage pro Woche, 80 Prozent Kartenzahlung. Setup: SumUp Air plus Smartphone, plus eine externe Kassensoftware für die TSE-Pflicht.
| Position | Kosten |
|---|---|
| SumUp Air (einmalig) | 39 € |
| Kassensoftware mit TSE (externe Lösung) | 25 €/Monat |
| Transaktionsgebühr 1,39 % auf 2.000 € | 27,80 €/Monat |
| Summe 1. Jahr | ca. 672 € |
Für einen Foodtruck-Gründer mit bescheidenem Kartenumsatz ist das ein schlankes Paket. Wichtig: Nur der Kartenleser allein reicht nicht. Die externe Kassensoftware mit TSE ist Pflicht, sonst ist der Betrieb nicht GoBD-konform.
Szenario Mini-Imbiss: 5.000 Euro Kartenumsatz pro Monat
Kleiner Imbiss mit SumUp Starter-Kit und Plus-Abo. Die reduzierte Transaktionsgebühr von 0,99 Prozent lohnt sich ab diesem Umsatz bereits.
| Position | Kosten |
|---|---|
| SumUp Starter-Kit (Kasse + Drucker, einmalig) | 359 € |
| Kassensystem Plus (39 €/Monat) | 39 €/Monat |
| Transaktionsgebühr 0,99 % auf 5.000 € | 49,50 €/Monat |
| Summe 1. Jahr | ca. 1.421 € |
Zum Vergleich: Bei POSSUM liegst du für ein ähnliches Szenario bei rund 1.562 Euro im ersten Jahr, bekommst dafür aber Hardware-TSE, 100 Prozent Offline-Fähigkeit und persönlichen Vor-Ort-Service. Die reine Preisdifferenz ist überschaubar.
Die zentrale Break-even-Analyse
Ab welchem Monatsumsatz wird SumUp teurer als ein Gastro-Spezialist? Die Transaktionsgebühren sind der Knackpunkt:
| Monatlicher Kartenumsatz | SumUp Standard (1,39 %) | SumUp Plus (0,99 % + 39 €/Monat) | ready2order (1,23 % + 51,80 €/Monat) | POSSUM (gestaffelt + 49 €/Monat) |
|---|---|---|---|---|
| 3.000 € | 41,70 € | 68,70 € | 88,70 € | 78,70 € |
| 5.000 € | 69,50 € | 88,50 € | 113,30 € | 94,50 € |
| 8.000 € | 111,20 € | 118,20 € | 150,20 € | 118,20 € |
| 10.000 € | 139,00 € | 138,00 € | 174,80 € | 148,00 € |
| 15.000 € | 208,50 € | 187,50 € | 236,30 € | 148,00 € |
| 20.000 € | 278,00 € | 237,00 € | 297,80 € | 179,00 € |
Ableitungen aus der Tabelle:
- Bis 2.800 Euro pro Monat: SumUp Standard ohne Plus-Abo ist absolut günstiger. Unterhalb dieser Grenze lohnt das 39-Euro-Plus-Abo nicht.
- Ab 3.000 Euro pro Monat: SumUp Plus lohnt sich gegenüber Standard, Ersparnis bei höheren Umsätzen deutlich.
- Ab circa 15.000 Euro pro Monat: POSSUM SILVER wird absolut günstiger als SumUp Plus. Bei 15.000 Euro sparst du mit POSSUM gegenüber SumUp Plus rund 40 Euro pro Monat, bei 20.000 Euro sind es 58 Euro (rund 700 Euro pro Jahr). Ab 25.000 Euro greift POSSUM GOLD (199 Euro Mindestservicegebühr) und der Abstand wächst weiter.
- ready2order: Bei niedrigen Umsätzen teurer, bei hohen Umsätzen ähnlich wie SumUp Plus. Der Vorteil von ready2order liegt in den besseren Gastro-Features, nicht im Preis.
Die zentrale Empfehlung dieses Artikels: Ab 15.000 Euro Kartenumsatz pro Monat ist der Wechsel zu POSSUM oder ready2order eine Prüfung wert. Nicht nur wegen der Preise, sondern auch wegen der Gastro-Features, die bei diesem Umsatzvolumen ohnehin gebraucht werden (saubere Tischverwaltung, zuverlässige Funkbonierung, echtes KDS).
Häufige Fragen zu SumUp
SumUp Kassensystem Erfahrungen: Wie sind die Bewertungen wirklich?
SumUp hat auf Trustpilot 4,2 Sterne aus über 35.000 Bewertungen, im App Store 4,4 Sterne, auf Google Play allerdings nur 3,5. Die Spreizung zwischen iOS und Android ist auffällig. Positiv werden vor allem die einfache Einrichtung, die günstigen Einstiegskosten und die zuverlässige Hardware hervorgehoben. Kritik richtet sich regelmäßig gegen den Support (schwer erreichbar), gelegentliche Kontosperrungen und Synchronisierungsprobleme zwischen Terminal und App. Für einfache Einsatzszenarien ist die Bewertung überwiegend positiv, für komplexe Gastro-Anforderungen mischt sich das Bild.
SumUp Gastronomie TSE: Welche Lösung nutzt SumUp?
SumUp kommuniziert „TSE-konform“ als Kernmerkmal der Kasse, die konkrete Art (Hardware-TSE oder Cloud-TSE) wird öffentlich nicht klar dokumentiert. Aus der Cloud-basierten Architektur deutet alles auf eine Cloud-TSE hin. Für einen stationären Betrieb mit WLAN ist das unkritisch. Für einen Foodtruck auf einem Festival mit schwachem Mobilfunkempfang ist es ein Risiko, weil die Cloud-Signatur ohne Internet nicht greift. Frag das im Verkaufsgespräch explizit nach und lass dir schriftlich bestätigen, wie die TSE offline funktioniert.
Ist SumUp Air ein Kassensystem?
Nein. Der SumUp Air ist ein reines Kartenzahlungsterminal. Keine Kassensoftware, keine TSE, kein GoBD-konformes Kassenbuch. Für einen rechtskonformen Gastro-Betrieb in Deutschland brauchst du zusätzlich eine Kassensoftware mit TSE. Die SumUp-App kommt zwar mit einer einfachen Kassenfunktion, aber sie allein ist kein vollwertiges Kassensystem im Sinne von § 146a AO. Wer das verwechselt, riskiert bei der Betriebsprüfung Nachfragen und im Extremfall Bußgelder.
SumUp vs. POSSUM: Wer passt wofür?
SumUp ist günstiger im Einstieg, Hardware ab 34 Euro, keine Grundgebühr auf Kartenleser, sofort einsatzbereit. POSSUM ist spezialisierter: Hardware-TSE, 100 Prozent Offline-Betrieb, am Kartenumsatz gestaffelte Transaktionsgebühr (0,65 Prozent im SILVER-Paket ab 10.000 € Kartenumsatz, 0,59 Prozent im GOLD ab 25.000 €), persönlicher Vor-Ort-Service, 365-Tage-Support. Bis circa 10.000 Euro Kartenumsatz pro Monat ist SumUp Plus günstiger und ausreichend. Ab 15.000 Euro pro Monat wird POSSUM absolut günstiger durch die niedrigere Transaktionsgebühr. Wer auf Tischverwaltung, Offline-Stabilität oder persönliche Einrichtung angewiesen ist, greift direkt zu POSSUM.
SumUp für Foodtruck: Welches Setup passt?
SumUp Solo (79 Euro, eigenständig mit Touchscreen und Wi-Fi plus Mobilfunk) oder SumUp Air (39 Euro mit Smartphone) sind die beiden gängigen Varianten. Der Solo hat den Vorteil, dass er ohne Smartphone funktioniert, die Batterie hält einen Markttag. Plus: separate Kassensoftware mit TSE für GoBD-Konformität. Gesamtkosten für einen Foodtruck mit 2.000 Euro Kartenumsatz pro Monat liegen bei etwa 670 Euro im ersten Jahr. Details im Kassensystem für Foodtrucks.
SumUp für kleines Café: Reicht das?
Für ein Coffee-to-Go-Café oder Café-Kiosk mit wenigen oder keinen Tischen reicht SumUp Kasse völlig aus. Stationäre Lösung mit 299 Euro Hardware und kostenloser Basis-Software, Plus-Abo für 39 Euro pro Monat wenn Kartenumsatz über 3.000 Euro steigt. Für ein Café mit 10+ Tischen und Tischservice ist SumUp bedingt geeignet, weil die Tischverwaltung in Bewertungen nicht als ausgereift beschrieben wird. Alternativen mit besseren Gastro-Features: ready2order, Lightspeed, Gastronovi. Siehe Kassensystem Café.
SumUp Transaktionsgebühren im Vergleich: Wie viel zahlst du wirklich?
SumUp Standard liegt bei 1,39 Prozent pro Kartenzahlung, einheitlich für Debit und Kredit. SumUp Plus reduziert das auf 0,99 Prozent gegen 39 Euro Monatsgebühr. Zum Vergleich: ready2order bei 1,23 Prozent, POSSUM gestaffelt (0,59 bis 0,99 Prozent Debit, Details im Kosten-Guide), Lightspeed Payments bei 1,5 Prozent. Bei 20.000 Euro Kartenumsatz pro Monat zahlst du mit SumUp Plus 237 Euro inklusive Grundgebühr, mit POSSUM SILVER 179 Euro inklusive Software. Die Differenz summiert sich auf rund 700 Euro pro Jahr, ab 25.000 Euro wächst der Abstand mit dem GOLD-Paket weiter.
SumUp kündigen: Wie einfach geht das?
Kartenleser-Verträge (Solo, Air) haben keine Laufzeit, da du die Hardware einmalig kaufst. Das Konto bleibt bestehen, aktive Kosten entstehen erst bei Transaktionen. Das Plus-Abo (39 Euro pro Monat) ist monatlich kündbar über das SumUp-Konto, Schriftform ist nicht nötig. Das Kassensystem Pro hat je nach Konfiguration eine Mindestlaufzeit, das erfragst du im Verkaufsprozess. Wichtig: Vor der Kündigung DSFinV-K-Export erstellen, damit du die Kassendaten für die gesetzlichen Aufbewahrungsfristen (10 Jahre) archiviert hast.
Fazit: Für wen ist SumUp die richtige Wahl?
SumUp ist ein ehrlicher Einstieg für alle, die schnell und günstig Kartenzahlungen akzeptieren wollen. Für einen Foodtruck-Gründer, einen Marktverkäufer oder einen Mini-Imbiss-Betreiber mit unter 5.000 Euro Kartenumsatz pro Monat ist es die einfachste und günstigste Option am Markt. Hardware ab 34 Euro, keine Grundgebühr auf Kartenleser, kein Vertrag, sofort einsatzbereit. Das stimmt, und SumUp liefert das zuverlässig.
Die Grenze ist klar: Zuverlässige Tischverwaltung, Funkbonierung auf getrennte Drucker, ein vollwertiges KDS und Offline-Stabilität sind bei SumUp nicht auf dem Niveau von Gastronovi, ready2order, POSSUM oder Lightspeed. Wer klassische Bediengastronomie mit 20+ Tischen, hohem Kartenumsatz und Servicebetrieb führt, ist bei einem Gastro-Spezialisten besser aufgehoben.
Der konkrete Wechselpunkt: Ab 15.000 Euro Kartenumsatz pro Monat wird POSSUM durch das SILVER-Paket absolut günstiger als SumUp Plus, und zwar bei gleichzeitig besseren Gastro-Features. Ab 25.000 Euro greift POSSUM GOLD und der Abstand wird vierstellig. Spätestens dann lohnt der Systemwechsel.
Wer SumUp heute nutzt und damit zufrieden ist, muss nicht wechseln, solange der Betrieb einfach bleibt. Wer gerade gründet und wachsen will, sollte SumUp bewusst als Einstieg mit Ausstiegs-Option wählen und den Wechselpunkt rechtzeitig planen. Den vollständigen Überblick über alle Gastro-Alternativen findest du in unserem Gastronomie-Kassensysteme im Überblick.
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