Cloud-TSE vs. Hardware-TSE: Kosten und Unterschiede
Von:
Christian Jansen
Letztes Update 21.09.2026
Fast jeder Kassenanbieter schreibt „TSE inklusive“ auf die Preisseite. Was das heißt, steht selten dabei. Bei orderbird bedeutet es eine Cloud-TSE ohne Aufpreis. Bei POSSUM eine Hardware-TSE, die ab Werk in der Kasse steckt. Bei Vectron eine Hardware-TSE, die du beim Fachhändler für 199 Euro dazukaufst und die im Mietpaket gerade nicht enthalten ist.
Drei Anbieter, drei völlig verschiedene Sachverhalte, ein Wort. Hier stehen die drei Angaben, die dahinter stecken, je Anbieter getrennt. Und dort, wo ein Anbieter die Bauart nicht veröffentlicht, steht das auch so da.
Kurz gesagt
- Bauart: Hardware-TSE (Stick oder Karte im Gerät) oder Cloud-TSE (Signatur auf einem externen Server). Beide sind BSI-zertifiziert und gleichwertig anerkannt.
- Einbauweg: ab Werk verbaut, nachträglich gesteckt, über den Fachhändler bestellt oder per Klick aktiviert. Das entscheidet, wer bei einem Defekt liefert.
- Preisenthaltung: „TSE inklusive“ heißt meistens nur, dass kein eigener Posten auf der Rechnung steht. Über die Bauart sagt es nichts.
Was ist eine TSE und warum brauchst du sie?
TSE steht für technische Sicherheitseinrichtung. Sie protokolliert jeden Kassenvorgang manipulationssicher. Seit dem 01.01.2020 ist sie für alle elektronischen Kassen Pflicht. Ohne TSE drohen Bußgelder bis 25.000 Euro.
Die TSE besteht aus drei Komponenten: Sicherheitsmodul, Speicher und digitale Schnittstelle. Bei jeder Transaktion erzeugt sie eine kryptografische Signatur. Die Finanzverwaltung kann damit prüfen, ob Kassendaten nachträglich verändert wurden.
Seit dem 01.01.2025 musst du dein Kassensystem zusätzlich über ELSTER beim Finanzamt melden. Seit Januar 2026 gelten durch die zweite Änderung der Kassensicherungsverordnung weitere Anpassungen, etwa die Möglichkeit, im B2B-Bereich eine E-Rechnung statt eines Bons auszugeben. An der TSE-Grundpflicht ändert sich dadurch nichts.
Zur Wahl stehen zwei Varianten: eine physische Hardware-TSE als USB-Stick oder Speicherkarte, oder eine Cloud-TSE, die über einen externen Server läuft. Beide sind BSI-zertifiziert und gleichwertig anerkannt. Der Unterschied liegt in den Kosten und darin, was passiert, wenn das Netz ausfällt.
Drei Angaben, die im Wort „inklusive“ verschwinden
Wer eine Kasse aussucht, liest auf allen Preisseiten dieselben zwei Wörter: TSE integriert. Das klingt nach einer Aussage, sind aber drei, und sie hängen nicht zusammen.
Die Bauart sagt, wo signiert wird. Eine Hardware-TSE ist ein physisches Modul, meist ein USB-Stick oder eine microSD-Karte, das lokal an der Kasse arbeitet. Eine Cloud-TSE schickt die Daten an einen zertifizierten Server. Das ist der technisch entscheidende Unterschied, und er bestimmt, was ohne Internet noch geht.
Der Einbauweg sagt, wie das Modul in deine Kasse kommt: ab Werk verbaut, als Stick nachrüstbar, über einen Fachhändler zu bestellen oder in der Software freizuschalten. Diese Angabe interessiert dich an dem Tag, an dem etwas kaputtgeht oder das Zertifikat ausläuft.
Die Preisenthaltung sagt nur, ob ein eigener Posten auf der Rechnung steht. Weder etwas über die Bauart noch darüber, ob nach fünf Jahren nochmal etwas fällig wird.
Ein Beispiel, an dem sich die drei sauber auseinanderziehen lassen: Vectron bewirbt die TSE prominent und verkauft ausschließlich Hardware-Module. Trotzdem steht in der Preisliste hinter der Zeile TSE schlicht „über Fachhändler“, und die Anbieter-FAQ nennt 199 Euro UVP. Bauart Hardware, Einbauweg Fachhändler, Preisenthaltung nein. Wer daraus „TSE integriert“ macht, hat zwei von drei Angaben erfunden.
Cloud-TSE: Kosten und Anbieter
Bei der Cloud-TSE erzeugt nicht deine Kasse die Signatur, sondern ein Rechenzentrum. Die Kasse schickt den Vorgang hin, bekommt die Signatur zurück und druckt sie auf den Bon. Zusätzliche Hardware brauchst du nicht.
Ein Name taucht dabei ständig auf, ohne auf deiner Rechnung zu stehen: fiskaly liefert die Cloud-TSE hinter ready2order und hinter Tillhub. Tillhub sagt das selbst und deutlich: „Alle unsere Tillhub Kassensysteme gibt es mit der Cloud-TSE von fiskaly.“ Bei ready2order ist es dasselbe BSI-zertifizierte Modul, im TSE-Paket separat ausgewiesen.
Preislich geht die Spanne weit auseinander, und zwar unabhängig davon, wie gut die Kasse ist:
- SumUp, orderbird und Locafox rechnen für die TSE nichts extra ab. SumUp wirbt auf der Kassenseite mit „Wir sorgen für TSE-Konformität“, orderbird führt die Online-TSE in PRO S, M und L sowie in MINI im Pauschalpreis, Locafox listet die Zeile in allen Paketen von MOVE Solo bis Enterprise.
- studiolution verlangt 6,95 Euro im Monat, ausgewiesen als Zusatzpaket.
- ETRON berechnet 124 Euro je Kasse und Jahr, in allen vier Paketen gleich.
- Gastronovi nimmt 14 Euro im Monat, aber je Standort und Betrieb statt je Gerät, inklusive 10.000 Transaktionen im Monat.
- ready2order verkauft die TSE als eigenes Paket: 15,90 Euro im Monat im Jahresabo, also 190,80 Euro im Jahr, oder 20,00 Euro monatlich.
Bei studiolution steht der Vorgang wörtlich auf der Startseite: „Die TSE wird mit einem Klick aktiviert, ohne zusätzliche Hardware.“ Genau dieser Satz ist die häufigste Falle. Ohne zusätzliche Hardware heißt Cloud-TSE. Es heißt nicht kostenlos.
Hardware-TSE: Kosten und Anbieter
Die Hardware-TSE ist ein Stück Elektronik mit eigenem Prozessor und eigenem Speicher. Sie steckt im USB-Port oder im Kartenslot und signiert lokal. Kein Netz nötig, keine Abhängigkeit von einem fremden Server.
Bei den Herstellern ist der Markt überschaubar. POSSUM nennt Swissbit und die Bundesdruckerei, Vectron nennt Swissbit, DISH POS arbeitet über fiskaltrust mit einer Swissbit-TSE als USB-Stick.
Der Unterschied zwischen zwei Hardware-Anbietern kann trotzdem größer sein als der zwischen Hardware und Cloud. POSSUM verbaut die TSE ab Werk. Auf den Produktseiten steht wörtlich „TSE-Chip direkt in die Kasse verbaut“, die Fünf-Jahres-TSE liegt mit einem Gegenwert von 358 Euro im Hardware-Kaufpreis, ein eigener TSE-Posten taucht nicht auf. Eine Ausnahme gibt es: Das Verbundgerät POSSUM5 Lite hat keine eigene TSE, es nutzt die der Hauptkasse.
Bei Vectron läuft es anders. Alle aktuellen Modelle sind TSE-erweiterbar, ab Werk verbaut ist die TSE in keinem. Sie kommt über den Fachhändler, kostet 199 Euro UVP und ist im VECTRON-SMART-Mietpaket nicht enthalten. Immerhin dürfen sich laut Anbieter-FAQ mehrere Kassen eine TSE im Netzwerk teilen.
speedy kasse ist der einzige Anbieter in dieser Übersicht, bei dem du die Bauart selbst wählst: Hardware-TSE für 255 Euro einmalig oder TSE online für 8,90 Euro im Monat je Kasse, im KURZZEIT-Tarif laut Preistabelle inklusive.
Bei DISH POS steckt die TSE-Hardware im Startpaket und im Lite-Paket. Was die Fiskalisierung laufend kostet, sagt der Anbieter nicht. Die AGB schreiben dir sogar ausdrücklich zu, dafür selbst einen Nutzungsvertrag abzuschließen.
LaCash zeigt den Unterschied zwischen Bauart und Preis am deutlichsten. Die TSE ist immer ein Swissbit-USB-Stick, den du selbst einsteckst, und LaCash beschreibt das eigene System ausdrücklich als „stationäres System, kein Cloud-System“. Im Preis steckt sie aber nur auf einem der beiden Wege: In den fünf Touch-Komplettkassen und im Starterpaket zu 990 Euro ist sie enthalten, beim reinen Softwarekauf für 490 Euro und bei der Softwaremiete für 25 Euro im Monat nennt der Prospekt nur eine „TSE-Anbindung“. Dann kostet der Stick 390 Euro einmalig. Wer ohne diese Trennung rechnet, setzt den günstigsten Einstieg um 390 Euro zu niedrig an.
Der Punkt für deine Kalkulation: Zwei Hardware-Anbieter, einmal null Euro extra und einmal 199 Euro extra pro Standort. Genau diese Zahl hat in unseren eigenen Kostenrechnungen zweimal gefehlt, bevor wir Bauart und Einbauweg getrennt erfasst haben.
Welche TSE bei welchem Anbieter steckt
Die Übersicht führt nur Anbieter, bei denen die Bauart auf einer Anbieter-Seite belegt ist. Wo eine Spalte leer bleiben müsste, steht das so da und wird nicht geschätzt.
| Anbieter | Bauart | Einbauweg | Im Preis enthalten? | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| POSSUM | Hardware (Swissbit oder Bundesdruckerei) | ab Werk in der Kasse verbaut; das Verbundgerät POSSUM5 Lite nutzt die TSE der Hauptkasse | Ja, im Hardware-Kaufpreis, Gegenwert 358 €, fünf Jahre | possum-kassensysteme.de, 18.09.2026 |
| Vectron | Hardware (Swissbit) | Steckmodul über den Fachhändler, alle aktuellen Modelle nachrüstbar, mehrere Kassen können sich eine TSE teilen | Nein, 199 € UVP einmalig, nicht im VECTRON-SMART-Paket | vectron-systems.com, 18.09.2026 |
| DISH POS | Hardware (Swissbit-USB über fiskaltrust) | USB-Stick, im Hardware-Startpaket geliefert | Teilweise: Hardware im Startpaket und im Lite-Paket; laufende Fiskalisierungskosten nennt der Anbieter nicht, die AGB verlangen einen eigenen Nutzungsvertrag | dish.co und AGB-PDF, 15.09.2026 |
| LaCash | Hardware (Swissbit) | USB-Stick, vom Betreiber selbst in einen freien Port gesteckt, kein Technikertermin; in den Komplettkassen ab Werk mitgeliefert | Geteilt: in allen fünf Touch-Komplettkassen und im Starterpaket für 990 € enthalten, beim reinen Softwarekauf (490 €) und bei der Softwaremiete (25 €/Monat) nicht, dort 390 € einmalig | lacash.de und Produktprospekt 08/2026, 21.09.2026 |
| speedy kasse | Hardware oder Cloud, du wählst | Hardware als microSD oder USB-Stick; Cloud ohne Gerät | Nein: Hardware-TSE 255 € einmalig oder TSE online 8,90 € pro Monat und Kasse, im KURZZEIT-Tarif laut Tabelle inklusive | kasse-speedy.de, 03.09.2026 |
| orderbird | Cloud (vom Anbieter Online-TSE genannt) | keine Hardware, im Paket aktiviert | Ja, in PRO S, M und L sowie in MINI im Pauschalpreis | orderbird.com |
| Tillhub | Cloud (fiskaly) | keine zusätzliche Hardware nötig, laut Anbieter-FAQ ausdrücklich | Uneinheitlich: für die mobile POS Go ab 30 €/Monat wirbt Tillhub mit „inklusive TSE“, an der iPad-Zeile ab 69 €/Monat steht der Zusatz nicht; die TSE-Seite nennt 119 € im Jahr | tillhub.de, 18.09.2026 |
| SumUp | Cloud | keine Hardware | Ja, ohne Aufpreis | sumup.com, 18.09.2026 |
| ready2order | Cloud (fiskaly) | keine Hardware | Nein, TSE-Paket 15,90 €/Monat im Jahresabo (190,80 € im Jahr) oder 20,00 €/Monat | ready2order.com/de/preise |
| ETRON | Cloud | keine Hardware | Nein, 124 € je Kasse und Jahr, in allen vier Paketen gleich | etron.de/preise |
| Gastronovi | Cloud | keine Hardware | Nein, 14 €/Monat je Standort und Betrieb, inklusive 10.000 Transaktionen im Monat | gastronovi.com/preise |
| studiolution | Cloud | per Klick aktiviert, ohne zusätzliche Hardware | Nein, 6,95 €/Monat als Zusatzpaket | studiolution.com, 18.09.2026 |
| Locafox | Cloud | keine Hardware, Signatur-QR-Code auf dem Bon | Ja, in allen Paketen von MOVE Solo bis Enterprise; der Meldeservice nach Paragraf 146a kostet separat 50 € im Jahr | locafox.de/pakete, 25.08.2026 |
| Lightspeed | Cloud | keine Hardware | Nicht belegt. Die Preismatrix trifft dazu keine Aussage, das ist beim Vertrieb zu klären | lightspeedhq.de |
| sides | Cloud | keine Hardware | Anbieter sagt „TSE integriert“, einen Preis nennt er nicht | get-sides.de, 01.09.2026 |
| Pickware | Cloud | keine Hardware | Nicht belegt | pickware.com, 01.09.2026 |
Tillhub löst seinen eigenen Widerspruch öffentlich nicht auf. Die Preisseite hängt „inklusive TSE“ an die mobile POS Go, die TSE-Seite nennt daneben einen jährlichen Festpreis von 119 Euro. Solange das so steht, ist ein pauschales „TSE inklusive“ für alle Tillhub-Pakete nicht belegt. Wer für die iPad-Kasse rechnet, setzt die 119 Euro im Jahr an.
Was die Bauart im Betrieb ausmacht
Ohne Netz signiert eine Cloud-TSE nicht
Das ist der Unterschied, der im Alltag zählt. Steht deine Kasse auf einem Wochenmarkt, im Foodtruck oder in einem Keller mit einem Balken Empfang, dann ist die Bauart keine Geschmacksfrage.
POSSUM beschreibt das eigene System als vollständig lokal: „Alle Daten befinden sich daher zunächst ausschließlich auf der Kasse. Eine Internetverbindung wird lediglich für die Lizenzabfrage benötigt, die einmal im Monat durchgeführt wird.“ Vectron argumentiert auf der eigenen TSE-Seite in dieselbe Richtung und nennt als Vorteil der Hardware-TSE, dass sie „sogar dauerhaft komplett offline eingesetzt werden“ kann.
Umgekehrt heißt das: SumUp, Tillhub, orderbird, ready2order und die übrigen Cloud-Anbieter gehören bei jeder Offline-Abwägung auf die andere Seite. Das ist kein Mangel, es ist eine Eigenschaft. Für den Stadtladen mit Glasfaser spielt sie keine Rolle, für den Foodtruck und den Imbiss auf dem Festplatz schon.
Beim Ausfall und beim Tausch trennt sich der Einbauweg
Eine Cloud-TSE fällt nicht aus, sie ist entweder erreichbar oder nicht. Ein Hardware-Modul kann kaputtgehen, und dann brauchst du ein Ersatzteil. Hier wird der Einbauweg zur wichtigsten Angabe.
Bei POSSUM steckt die TSE im Gerät, das Ersatzteil kommt vom Kassenanbieter. Bei Vectron läuft die Bestellung über den autorisierten Fachhändler, also über eine Stelle mehr und eine Lieferzeit, die dir niemand vorab garantiert. Bei DISH POS steht die Fiskalisierung laut AGB ohnehin in deiner eigenen Verantwortung.
Dazu kommt das Zertifikat. Es läuft nach fünf Jahren ab, gerechnet ab dem Zertifizierungsdatum und nicht ab deinem Kaufdatum. Vectron nennt für die eigenen Module ausdrücklich den Kartentyp mit fünf Jahren, bei POSSUM steckt eine Fünf-Jahres-TSE im Kaufpreis und muss danach ausgetauscht werden. Was dabei schiefgehen kann, steht in unserem Beitrag zum abgelaufenen TSE-Zertifikat.
Der Wechsel hängt am Anbieter, nicht an der TSE
Zwischen den Bauarten wechseln kannst du nur, wenn dein Kassenanbieter beide anbietet. In der Übersicht oben trifft das auf genau einen zu: speedy kasse. Alle anderen legen die Bauart mit dem System fest.
Praktisch heißt das: Du entscheidest die Frage Cloud oder Hardware beim Kauf der Kasse mit, nicht danach. Wer schon weiß, dass der Betrieb ohne stabile Leitung läuft, sortiert die Cloud-Anbieter vorher aus, statt später zu wechseln.
ready2order
Cloud-TSE vs. Hardware-TSE: Kostenvergleich
Fünf Jahre sind das sinnvolle Fenster, weil die Zertifikate der Hardware-Module genau so lange laufen. Die Tabelle rechnet ausschließlich mit Zahlen, die die Anbieter selbst veröffentlichen.
| Variante | Kosten im Jahr | Kosten über fünf Jahre |
|---|---|---|
| POSSUM Hardware-TSE (im Kaufpreis) | 0 € zusätzlich | 0 € zusätzlich, Gegenwert 358 € im Gerätepreis |
| orderbird, SumUp, Locafox (Cloud, im Paket) | 0 € zusätzlich | 0 € zusätzlich |
| Vectron Hardware-TSE (199 € UVP einmalig) | rechnerisch 39,80 € | 199 € |
| LaCash Hardware-TSE (390 € einmalig, nur im Software-Pfad) | rechnerisch 78 € | 390 € |
| speedy Hardware-TSE (255 € einmalig) | rechnerisch 51 € | 255 € |
| studiolution Cloud-TSE (6,95 €/Monat) | 83,40 € | 417 € |
| speedy TSE online (8,90 €/Monat je Kasse) | 106,80 € | 534 € |
| Tillhub TSE (119 €/Jahr, iPad-Kasse) | 119 € | 595 € |
| ETRON Cloud-TSE (124 € je Kasse und Jahr) | 124 € | 620 € |
| Gastronovi Cloud-TSE (14 €/Monat je Standort) | 168 € | 840 € |
| ready2order TSE-Paket (15,90 €/Monat, Jahresabo) | 190,80 € | 954 € |
Die Spannweite reicht von null bis knapp tausend Euro, und sie verläuft nicht entlang der Bauart. Es gibt teure Cloud-Pakete und kostenlose, es gibt Hardware im Kaufpreis und Hardware extra. Wer die TSE-Kosten an der Bauart festmacht, rechnet an der Rechnung vorbei.
Die Rechnung, die am häufigsten schiefgeht: zwei Kassen in einem Betrieb. Bei ETRON zahlst du 124 Euro je Kasse und Jahr, also 248 Euro, weil der Preis pro Kasse gilt. Bei Gastronovi bleibt es bei 14 Euro im Monat, weil die Lizenz pro Standort und Betrieb gilt. Bei Vectron kaufst du einmal 199 Euro, weil sich mehrere Kassen eine TSE teilen dürfen. Drei völlig verschiedene Skalierungen, die man der Zeile „TSE“ auf keiner Preisseite ansieht.
Ein vollständiges Bild der laufenden Kosten steht im Ratgeber Kassensystem Kosten, die Geräteseite in Kassensystem Hardware Kosten. Welche Systeme überhaupt eine TSE mitbringen, zeigt die Übersicht unter TSE-Kassensysteme. Wer zusätzlich Kartenzahlung anbietet, findet die Disagios und Terminalkosten unter Kartenzahlung Kosten für Händler.
Wo wir nichts behaupten
Zu drei Anbietern steht in der Tabelle oben bewusst nichts.
- ADDIPOS veröffentlicht die Bauart nicht. Der Anbieter schreibt „TSE-konform“, und das ist eine Aussage über die Konformität, keine über die Bauart. Wer daraus Cloud-TSE macht, erfindet die Hälfte dazu.
- PayPal Zettle weist die TSE nicht als Bauart aus. Belegt ist nur die Preisaussage: „Sie können unsere GoBD- und KassenSichV-Software ohne monatliche Gebühr nutzen.“ Die Zusatzbedingungen behalten sich Gebühren nach aktueller Preisliste vor, der Nulltarif ist also eine Preisentscheidung und keine dauerhafte Zusage.
- flour berechnet die TSE mit 14 Euro im Monat je Kasse als Pflicht-Add-on. Die Bauart nennt der Anbieter nicht.
Das ist keine Lücke aus Bequemlichkeit. „TSE-konform“ und „TSE integriert“ sind genau die Formulierungen, aus denen sich im Kassenmarkt falsche Bauart-Aussagen fortpflanzen. Wir haben im September mehrere davon in eigenen Beiträgen korrigieren müssen.
FAQ
Ist eine Cloud-TSE genauso zulässig wie eine Hardware-TSE?
Ja. Beide Bauarten werden vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert und sind nach der Kassensicherungsverordnung gleichwertig anerkannt. Es gibt keine Vorgabe, welche Variante du einsetzen musst. Entscheidend ist nur, dass das eingesetzte Modul zertifiziert ist.
Was heißt „TSE inklusive
In aller Regel nur: Für die TSE steht kein eigener Posten auf der Rechnung. Über die Bauart sagt der Satz nichts. Bei POSSUM steckt dahinter eine Hardware-TSE im Kaufpreis, bei orderbird eine Cloud-TSE im Paketpreis. Bei Tillhub gilt „inklusive TSE“ laut Preisseite nur für die mobile POS Go, nicht für die iPad-Kasse.
Ist eine TSE Pflicht für jede Kasse?
Ja. Seit dem 01.01.2020 muss jede elektronische Kasse in Deutschland eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung haben, sonst drohen Bußgelder bis 25.000 Euro. Offene Ladenkassen ohne Elektronik sind ausgenommen. Auch kostenlose Kassensysteme sind von der Pflicht nicht befreit: Der Software-Tarif ist gratis, die TSE musst du trotzdem haben.
Funktioniert meine Kasse mit Cloud-TSE ohne Internet?
Nicht dauerhaft. Die Signatur entsteht auf einem externen Server, ohne Verbindung kann sie nicht erzeugt werden. Manche Systeme puffern kurze Ausfälle, verlassen solltest du dich darauf nicht. Wenn dein Standort regelmäßig ohne stabile Leitung auskommen muss, ist eine Hardware-TSE die sicherere Wahl. POSSUM und Vectron werben beide ausdrücklich mit dem Offline-Betrieb.
Wie lange ist eine Hardware-TSE gültig?
Das Zertifikat läuft nach fünf Jahren ab, gerechnet ab dem Zertifizierungsdatum und nicht ab deinem Kaufdatum. Ein Modul, das 2021 zertifiziert wurde und 2023 bei dir ankam, ist 2026 am Ende. Vectron nennt für die eigenen Module den Kartentyp mit fünf Jahren, bei POSSUM steckt eine Fünf-Jahres-TSE im Kaufpreis. Frag beim Kauf nach dem Zertifizierungsdatum.
Kann ich von Hardware-TSE auf Cloud-TSE wechseln?
Nur wenn dein Kassenanbieter beide Varianten anbietet. In unserer Übersicht ist das ausschließlich bei speedy kasse der Fall, dort stehen Hardware-TSE für 255 Euro einmalig und TSE online für 8,90 Euro im Monat nebeneinander. Bei allen anderen legt das System die Bauart fest, ein Wechsel wäre ein Anbieterwechsel.
Zahle ich die TSE pro Kasse oder pro Betrieb?
Das ist je Anbieter verschieden und der häufigste Rechenfehler bei mehreren Kassen. ETRON berechnet 124 Euro pro Kasse und Jahr, speedy 8,90 Euro pro Monat und Kasse, flour 14 Euro pro Monat und Kasse. Gastronovi rechnet dagegen pro Standort und Betrieb, und bei Vectron dürfen sich laut Anbieter-FAQ mehrere Kassen eine TSE teilen.
Quellen
- Bundesministerium der Finanzen: Kassensicherungsverordnung (KassenSichV)
- Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: Zertifizierte Technische Sicherheitseinrichtungen
- Anbieter-Seiten zur TSE-Bauart, geprüft im August und September 2026: POSSUM, Vectron, Tillhub, SumUp, orderbird, ready2order, ETRON, Gastronovi, speedy kasse, studiolution, Locafox, Lightspeed, DISH POS, LaCash, sides und Pickware.
Alle Anbieter mit Preisen und Konditionen im Überblick findest du in unserem Kassensystem-Vergleich.